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Ralf Müller über DroemerKnaurs Vorstoß beim digitalen Content

Ralf Müller:
„Digitaler Content ist
der Markt der Zukunft“

Ab sofort können über 50 Titel aus dem Droemer Knaur-Programm als PDFs aus dem Netz geladen werden. Der Verlag hat dafür unter www.knaur-ebook.de eine eigene Webseite eingerichtet und ist damit nach eigener Aussage „der erste deutsche Publikumsverlag, der eBooks im Programm hat“ [mehr…]. Droemer Knaur-Geschäftsführer Ralf Müller stand BuchMarkt Rede und Antwort:

BuchMarkt: Würden Sie denn selbst die „Wanderhure“ auf dem iPhone lesen wollen?
Ralf Müller: Jeder, der auf dem Kindle oder beim Sony Reader mal ein Buch gelesen hat, wird seine Meinung über das eBook ändern – ich habe das bereits getan und lese inzwischen sehr gerne auf den diversen Endgeräten.

Warum aber dieser Schnellschuss aus heiterem Himmel?
Es handelt sich dabei keinenfalls um einen Schnellschuss. Wir haben uns mit dem Thema eBook schon lange und ausführlich beschäftigt. Die jetzt verfügbaren 50 Titel als PDF sind der erste Schritt. Gemeinsam mit unserem Technologiepartner id.on werden wir bis zur Buchmesse das eBook als Produkt weiterentwickeln. Sowohl Lesekomfort als auch Benutzerfreundlichkeit sowie Leistungsumfang werden bis dahin deutlich erhöht werden.

Ist das zu Ende gedacht auch in Richtung mögliche Raubkopien, die dann leicht durchs Internet schwirren?
Ich weiß, dass es keiner hören will, aber strenge DRMs sind in der heutigen digitalen Welt nur sehr schwer umzusetzen. Die online user akzeptieren zu strenge DRMs einfach nicht. Der Erfolg von Apples musicstore i-tunes basiert unter anderem darauf, dass es klare nicht zu restriktive DRM Verhaltensregeln gibt. Apple hat dabei die Erfahrung gemacht das zu restriktive DRM´s die ehrlichen Endkunden abgeschreckt hat.

Viele Verlage fürchten, dass sich durch die Einführung von eBooks ihr Geschäftsmodell zuungunsten der Verlage verändert und die Beziehung zu seinen Handelspartnern leidet. Diese Neuauflage der Kannibaliserungsdiskussion, die auch schon die Einführung digitaler Hörbücher, konkurrenzfähiger Zeitungswebsites und nutzerfreundlicher On-Demand-Angebote verzögert, nicht aber verhindert hat, wird auch beim eBook geführt. In den USA ist zu beobachten, dass die meisten eBook-Käufer

a) bei nicht Vorhandensein des eBooks gar kein Buch gekauft hätten
b) bei Verlagen, die die eBooks als eigene Mediengattung mit eigener Preisgestaltung betrachten, eine Zunahme der Verkäufe zu beobachten ist

Wir Verlage sollten uns diesem attraktiven Markt nicht verwehren. Wir sollten vielmehr aus den Fehlern der Musikindustrie lernen.

Wie verhalten sich die Kosten der PDF Erstellung zum Erlös?
Die Investitionskosten sind aktuell noch moderat. Voraussetzung ist aber ein entsprechend angepasster Workflow. Das hat bei uns einige Zeit in Anspruch genommen.

Was sagt der Buchhandel dazu, der in die Röhre guckt?
Wir Verlage können nur unseren Teil dazu beitragen, das eBook in Deutschland zu entwickeln – unsere Inhalte in den entsprechenden Formaten verfügbar machen. Das haben wir mit dem heutigen Schritt begonnen. Wir werden bis Ende des Jahres unsere Titel als eBook in allen gängigen Formaten verfügbar haben. Jetzt freuen wir uns gemeinsam mit dem Handel diesen neuen Markt in Deutschland weiter zu entwickeln.

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