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Gemeinsame Veranstaltung von Verleger- und Sortimenterausschuss zum Thema eBook: Die Zukunft hat begonnen

Podium: v.l. Ronald Schild, Frank Sambeth,
Torsten Casimir, Robert Stein

Beginnt jetzt der schon so oft besprochene Siegeszug des eBooks? Vielleicht, meinte Dr. Karl-Peter Winters, Vorsitzender des Verleger-Ausschusses, zum Beginn der gemeinsamen Veranstaltung von Verleger- und Sortimenterausschuss zum Thema eBook. Denn: Das Thema geht beide Sparten gleich viel an. Moderiert wurde die Veranstaltung von Börsenblatt-Chef Dr. Torsten Casimir.

Eingangs aber verlieh erst einmal der langjährige Sprecher des AKEP, Arnoud de Kemp, die gestern Abend bekanntgegebenen AKEP-Awards. Sieger war – wie gemeldet – das Fußballportal Teufelskicker.de von Random House [mehr…].

Drei Statements eröffneten die Veranstaltung: Zukunftsforscher Robert Stein, Institute for the future of the books, eröffnete mit seinem Beitrag „The Evolution of Reading and Writing in the Networked Era“ und machte deutlich: Die Zukunft hat bereits

AKEP-Preisübergabe an den
„Teufelskicker“ Frank Sambeth
Robert Stein

begonnen. Stein muss es wissen: Seit Ende der 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts beschäftigt er sich mit der Zukunft gedruckter und digitaler Medien. War der Leser früher allein mit dem Buch, hat sich das Leseverhalten heute gründlich verändert: beim Lesen eines Buches wird z.B. gegoogelt – digitale Medien nehmen mehr und mehr Einfluss selbst auf die Rezeption gedruckter Medien. Schlussfolgerung für die Branche: Dieser Entwicklung muss man – um nicht den Anschluss zu verlieren – Rechnung tragen, z.B. durch multimediale Buch“supports“ im Internet. Ganz wichtig für das neue Kommunikationsverhalten des modernen Lesern: die Schaffung von Communities zu Büchern, wo man sich mit Gleichgesinnten schnell austauschen kann.

Frank Sambeth (Chief Operating Officer bei der Verlagsgruppe Random House) sprach über „eBooks – Trends, Entwicklungen, Beispiele“. Er startete mit einer Frage: Wer von Ihnen verlegt heute schon eBooks? Wer hat vor, es in den nächsten zwei anzugehen – da waren deutlich mehr Hände oben. Die Verleger – so Sambeth – haben also die Zeichen der Zeit erkannt. Ein Blick in die Geschichte der eBooks und nach Amerika zeigte: Schon lange gibt es (heute zum Teil rührend anmutende) Bemühungen, mit eBooks auf dem Markt zu punkten. Aber „durch die Decke“ ging die Entwicklung erst mit Amazons „Kindle“ – von 2006 bis 2007 stieg der Umsatz mit eBooks in den USA um sagenhafte 60 Prozent. Was natürlich damit zu tun hat, dass die Berührungsängste vor solchen Geräten abnehmen und – dass das Angebot an verfügbaren Inhalten sich vervielfacht hat. Noch ist Deutschland in dieser Entwicklung (noch gibt es ja keinen deutschen „Kindle“) deutliche hinterher. Aber – so der Redner – die Tage dieses Vor-sich-Hindümpelns sind gezählt. Insofern geht die Zukunft in Deutschland jetzt auch richtig los. Denn: die deutschen „Ausgabe“ des Kindle steht vor der Tür.

Nach den Vorstellungen von Ronald Schild soll der Verkauf von E-Books, die in libreka! eingestellt wurden, nicht nur über den Handel, sondern auch über libreka! selbst getätigt werden. Schild schränkte aber ein: „Den Verkauf wird nicht durch die MVB erfolgen.“ Dazu sollen White Label Shops eingerichetet werden, über die der Verkauf abgewickelt werden soll. Offen ließ er, wem diese Shops gehören sollen und wer sie betreibt.

Nach Informationen von Schild hätten jetzt 19 der 25 größten Verlage ihre Bücher zum einscannen abgegeben, derzeit sind 90000 Titel aus insgesamt 800 Verlagen angemeldet.

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