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Bericht des Schatzmeisters Jürgen Horbach: BAG und Haus des Buches verminderten Liquidität / Neue Kostenfalle durch Immobilie in Frankfurt? / Budget 2009 wird am Nachmittag diskutiert

Auf der Hauptversammlung des Börsenverein in Berlin ging Schatzmeister Jürgen

Jürgen Horbach

Horbach in seinem Finanzbericht eben ausführlich auf die Rettung der BAG ein. „Das Finanzdrama halten wir nur aus, weil sonst alles andere halbwegs in Ordnung ist“, sagte Horbach. Der Bericht ist vor zwei Wochen bereits auf den Seiten des Börsenvereins online nachzulesen.

Horbach stellte fest, das Gesamtvermögen des Vereins habe sich durch die BAG-Affäre um 11,5 Millionen verringert. „Dieser Betrag fehlt jetzt für Aktivitäten des Börsenvereins“, so der Schatzmeister. Insgesamt seien seit 2006 16,8, Mio. Euro in die Rettung der BAG geflossen. Horbach stellte fest, dass die Zahlen der Geschäftsführung der BAG bereits seit 2005 verfügbar gewesen seien. „Ohne die BAG läge die Liquidität des Börsenvereins um 10 Mio. Euro höher“, so Horbach.

Abgeschrieben werden musste 2007 auch das Haus des Buches in Leipzig, das mit über 2,97 Mio. Euro höher als geplant ausgefallen sei, so Horbach. „Was für die MVB die BAG ist, ist für die AuM das Haus des Buches“, so Horbach.

Insgesamt haben die Wirtschaftsbetriebe einen Umsatz von 50 Mio. erreicht. Horbach ist sich sicher, dass der Börsenverein 2009 wieder einen Überschuss erwirtschaften wird. Ertragsrisiken seien allerdings ein Rückgang der Mitgliedsbeiträge, auch die Höhe der Sponsorenbeiträge für den Deutschen Buchpreis fallen wahrscheinlich geringer aus als bisher. Horbach plädierte dafür, dass sich andere Quellen zur Finanzierung des Börsenverein finden müssen. „Bisher kommen 60 Prozent der Finanzierung des Börsenvereins aus Mitgliedsbeiträgen – mit abnehmender Tendenz“, sagte Horbach. Insgesamt bezifferte der Redner den Fehlbetrag in 2007 auf 804.911,28 €.

Unklar ist derzeit noch, in welchem Umfang die Frankfurter Immobiliensituation zu Buche schlagen wird: Horbach (und vor ihm bereits Hauptgeschäftsführer Alexander Skipis) verwies darauf, dass das marode Haus im Großen Hirschgraben wahrscheinlich nicht zu halten ist. Über einen Umzug wurde in der Vergangenheit immer wieder spekuliert, danach vom Börsenverein regelmäßig dementiert – aber kurz vor den Buchhändlertagen kam neue Bewegung in die Angelegenheit, als der Verein verkündete, über die Immobiliensituation in Berlin zu beraten [mehr…]. Was im Klartext heißen dürfte: Der Sanierungsaufwand ist so hoch, dass ein Umzug unvermeidlich sein dürfte.

Das Budget für 2007 wurde vom Plenum mit einer Enthaltung gebilligt.

Das Budget 2008 wurde von der Hauptversammlung ohne Nachfrage bei sechs Enthaltungen bestätigt.

Oliver Voerster

Diskussionen entstanden um das Budget 2009. Oliver Voerster, Koch, Neff & Volckmar, stellte die Frage: „Inwiefern könnte die Immobiliensituation Einfluss auf das Budget 2009 haben?“

Horbach erklärte, das komme darauf an, was die HV heute beschließe. „Die Immobiliensituation ist im Moment nicht quantifizierbar und daher auch nicht ins Budget einstellbar. Jede Zahl, die wir da jetzt reinschreiben, ist eine beliebige Zahl .“

Im Oktober werde eine außerordentliche Hauptversammlung stattfinden, in der über die Immobiliensituation entschieden werden solle.

Mehrere Redner äußerten jedoch den Wunsch, eine Summe für die Immobiliensituation im Budget 2009 rückzustellen. Daher wurde die Abstimmung über das Budget 2009 auf den Punkt 13 der Tagesordung verschoben, in dem es am heutigen Nachmittag um die Immobiliensituation gehen wird.

Die Hauptversammlung entlastete den Vorstand.

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