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Bücher in den Feuilletons – und eine Wortmeldung von Ernest Wichner im Securitate-Spitzelstreit

Frankfurter Rundschau

Großes Interview als Aufmacher: Deborah Solomon hat Doris Lessing befragt: „Ich habe Ideen, die ich wahrscheinlich niemals aufschreiben werde. Da ich aber in meinem Leben viel geschrieben habe, lohnt es sich wirklich nicht, ihnen hinterherzuweinen“, meint die 88-jährige Literaturnobelpreisträgerin.

Ernest Wichner, Chef des Berliner Literaturhauses, greift in den von Herta Müller mit einem Offenen Brief angestoßenen Securitate-Spitzelstreit [mehr…], [mehr…]: „Nun ist mir auch aus hiesigen Diskussionen wohlbekannt, dass noch nie ein ehemaliger Spitzel zugegeben hat, irgend jemandem geschadet zu haben. Es sind zwar aufgrund dieses Spitzelwesens ganze Lebensläufe und Gesellschaften ruiniert worden, aber nie hat ein Spitzel der Stasi oder der Securitate jemandem persönlich einen Schaden zugefügt.“ Und Wichner verweist noch auf die Tatsache, dass einer der eingeladenen Spitzel auch noch mit einem erlogenen Doktortitel durch die Gegend läuft.

Sylvia Staude rezensiert Dieter Paul Rudolphs „Menschenfreunde (Funny Crimes bei Shayol), annotationen gibt es zu SPRING #5 „alter ego“ und Jay Parini: „Tolstojs letztes Jahr“ (C.H. Beck).

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Rezensionen
Asaaf Gavron „Ein schönes Attentat“ (Luchterhand), Roland Girtler „Herrschaften wünschen zu zahlen“ (Böhlau) – Annotationen zu Markus Brennemann „Im Fadenkreuz des Schützenfischs“ (Eichborn) und „Religion in der pluralistischen Öffentlichkeit“ (Echter).

Und Joseph Croitoru berichtet, dass Jonathan Littells „Wohlgesinnte“ in Israel gut aufgenommen wurde. Der Tel Aviver Verlag Zmora-Bitan hatte dafür den höchsten Vorschuss gezahlt, den es je in Israel gegeben hat.

DIE WELT

Aufmacher im Feuilleton: Der Maler und (demnächst) Friedenspreisträger Anselm Kiefer über letzte Geheimnisse und die Kirche als dadaistisches Phänomen. Klaus Dermutz besuchte dem Künstler in seinem Pariser Atelier.

Süddeutsche Zeitung

Susan Vahabzadeh hat sich Jan Kounens Verfilmung vom Beigbeders „39,90“ angesehen. Ob man ihn sich ansehen soll oder nicht – das verrät die Rezension allerdings nicht.

Lutz Lichtenberger rezensiert Georges Bataille „Henker und Opfer“ (Matthes & Seitz) und Pierre Clastres „Archäologie der Gewalt“ (Diaphanes) – zwei wiederentdeckte Schriften französischer Denker. Ulrich Rüdenauer hat sich William Boyds Erzählung „Das Schicksal der Nathalie X.“ (Berlin) angesehen. Friedrich Ani rezensiert in seiner Krimikolumne NAHSCHUSS den letzten Roman von Magdalen Nabb „Vita Nuova“ (Diogenes), die 2007 mit 60 Jahren verstarb: „Ein trauriges Ende beschließt diesen Roman – so traurig wie der zu frühe Tod einer wahrhaft großen Kriminalschriftstellerin.“ Annotiert wird (mit großem Bild) Hannah Starkey „Photographs 19097-2007“ (Steidl). Und Helmut Martin-Jung hat sich den Google-Konkurrenten Cuil angesehen und findet vielversprechende Ansätze.

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