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Vito von Eichborn über sein Remake-Projekt vergriffener Bücher

Vito von Eichborn hat angekündigt, dass er unter dem Label vitolibri1000 eine jeweils

Vito von Eichborn:
„Besonders lieb sind mir
Vorschläge von
Buchhändler/inne/n,
weil die
mehr Überblick haben“

auf 1000 Exemplare limitierte Edition von Remakes vergriffener Bücher machen will – siehe auch BuchMarkt Heft 8 (Klatsch & Tratsch). Das war Anlass für Fragen an den leidenschaftlichen Büchermacher:

Ist es nicht etwas blauäugig, mit so kleinen Auflagen einen Blumentopf gewinnen zu wollen?
Vito von Eichborn:
Natürlich sagt jede Kalkulation schon in der Hosentasche, dass 1000 Exemplare herkömmlich Verluste bringen.

Das schreckt Sie nicht?
Das gilt ja nur, weil mit Verlagsgemeinkosten gerechnet wird – ich habe fast keine. Das Lager ist da, Lektorat braucht’s nicht, ich mache alles selbst, vom Umschlag bis zum Schreiben der Rechnung. Und zweitens, weil viele Bücher – und zwar besonders die anspruchsvolleren – nicht mal 1000stückweise verkauft werden. Meine Rechnung ist ganz einfach: Wenn ich nicht genügend Vormerkungen für die Deckungsauflage aus dem Handel bekomme, erscheint das Buch eben nicht. Und außerdem hoffe ich auf einen zunehmenden Sammler-Effekt.

Und die Druckkosten?
Daran arbeite ich noch – am liebsten wäre mir – wie damals die Fuldaer Verlagsanstalt – eine Druckerei als Partner. Mindestens brauche ich längere Zahlungsziele – aber ich produziere ja auch nichts unter Zeitdruck. Übrigens denke ich an büttenartige Trade-Paperbacks wie damals die Richard-Brautigan-Ausgabe.

Bitte ein paar ganz konkrete inhaltliche Beispiele.
Nee, die sage ich nicht – weil ich noch keinerlei Rechte eingeholt habe. Vielleicht die vergriffenen Kobo Abe und Dalton Trumbo, mit denen ich damals begann? Vor allem suche ich deutsche Autoren, wegen der Übersetzungsfrage. Ehrlicherweise: Viele Titel habe ich auch noch nicht auf dem Zettel. Derzeit bekomme ich von verschiedenen Seiten Vorschläge – davon brauche ich noch viel mehr. Ich sitze schon zwischen einem Häufchen von Büchern, die ich gebraucht gekauft habe, und lese wie besessen. Das ist sehr spannend. Unter meiner Mailadresse vitolibri@web.de bitte ich sehr darum, hemmungslos Autoren und Titel zu nennen.

Was wird denn überhaupt gesucht?
Bücher, die der Absender selbst einmal toll gefunden hat. Bei dem Zwang zur Umschlaggeschwindigkeit wurde in den letzten Jahrzehnten in den Verlagen gnadenlos rausgeschmissen – ich behaupte: Da sind viele Perlen nicht mehr lieferbar. Kurz: Bücher also, die ein neues Leben buchstäblich verdienen. Besonders lieb sind mir Vorschläge von Buchhändler/inne/n, weil die mehr Überblick haben.

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