
Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen.
Frankfurter Rundschau
„Revolution oder Befreiung“ ist die Überschrift zu einer Darstellung von Arno Widmann über die Reihe „Suhrkamp 68“. Er merkt an: Was damals revolutionärer Pathos war, liest sich heute mit einigem Befremden.“
Und Elke Buhr kommentiert die Flut der Neuerscheinungen und registriert: „Die deutschsprachige Literatur sucht den Superleser.“
Frankfurter Allgemeine Zeitung
„Die Wege trennten sich am Höllentor“ heißt der Beitrag von Joseph Hanimann über „Camille und Paul. Kunst und Leben der Geschwister Claudel“ von Dominique Bona (Knaus): Die „intelligente Doppelbiographie“ erinnere daran, dass Paul auch zu den kraftvollsten literarischen Erscheinungen des vergangenen Jahrhunderts gehörte.“
„Fertig ist das Mondgedicht“ heißt anlässlich der Erzählungen von Anja Jardine „Als der Mond vom Himmel fiel“ (Kein & Aber) der „Versuch über die Trägheit von Anja Jardine“ der Rezensentin Andrea Neuhaus.
Kurz werden besprochen: (Headline: „Hund, Katze, Baum“) der Gedichtband von Maria-Daria Cojocaru „Näherungsweise“ (Lyrik Edition 2000) („noch weiß man nicht, wohin das frische Talent“ der Autorin gehe, aber „man sollte sie im Auge behalten“.
Und unter der Überschrift „Jäger, Sammler, Autor“ wird das „anregende Büchlein“ Wie Romane entstehen“ von Hanns-Josef-Ortheil und Klaus Siblewskil kommentiert – (Luchterhand).
Noch kein Buchthema, kommt aber bestimmt: Patrik Bahners beschreibt eine Londoner Ausstellung über den Maler John Frederick Lewis als „der Harem als idealisiertes Reich der viktorianischen Hausfrau.“ – lesenswert!
Die Welt
Kenntnisreich wird der in England erschienene Band Excavating Kafka kommentiert, den die „Times“ zum Anlass für die Headline „Franz Kafka’s porn brought out of the closet“ nahm. Bei den im versperrten Schrank in der elterlichen Wohnung Kafkas gefundenen Machtwerken handelt es sich um Exemplare der von Franz Blei editierten Zeitschriften „Der Amethyst“ und „Die Opale“ mit Textbeiträge von „anrüchigen Literaten wie Goethe, Casanova, Gottfried Keller, Rimbaud, Verlaine, Rudolf Alexander Schröder, Robert Walser und Oscar Wilde“ und Illustrationen von Aubrey Beardsley, Félicien Rops, Franz von Bayros, Thomas Theodor Heine und Alfred Kubin. Ulrich Weinzierl ist „erschüttert und empört: …. (Kafka) ist ein Schwein wie du und ich“.
Süddeutsche Zeitung
Michael Bitala bespricht die Erinnerungen „ein deprimierendes Stück afrikanischer Zeitgeschichte“ von „Staatsfeind Nummer eins“ Wole Soyinka „Brich auf in früher Dämmerung“(Ammann) und hofft auf einen weiteren Erinnerungsband, weil noch viele Fragen offen blieben.
Tobias Lehmkuhl bespricht in feiner Ironie, aber hymnisch unter „Würzige Kürze“ den dickleibigen Sammelband „Producing Presences. Branching out from Gumbrecht´s Work“ (University of Massachusetts), der zum 60. Geburtstag des Stanforder Komparistik-Professors erschien – seine Ideen hätten (woran er gezweifelt hätte) Zukunft.
Robert Kaltenbrunner fragt angesichts des Bandes „Zeitmaschine Architektur“( einer Reflexion über Stadt, Architektur und die Rolle von Denkmälern) von Wolfgang Amsoneit und Walter Ollenik (Klartext Verlag), ob „die Gründerzeit uns nicht doch weit überlegen war“.
„Alles ist an seinem Plätzchen“ heißt der Beitrag über den Erzählungsband „Sommernacht“ von Elisabeth Bowen, den der Schöffling Verlag der schon vorliegenden Werkausgabe der Romane folgen lässt – der Leser werde von „manchem poetischen Detail angezogen, meint Claudio Guttek
Gestreift wird das Thema „Obskure Hefte“ in Kafkas Schrank (er war ja, das wurde jetzt enthüllt) Besitzer von pornografischen Heften). Burkhard Müller kommentiert die Kratzer am Heiligenbild von Kafka.
Neue Zürcher Zeitung
Auch hier wird von Andreas Breitenstein die “Entdeckung“ der Hefte“ in Kafkas Schrank kommentiert.
Uwe Stolzmann beschreibt den „Doppelmord im Dschungel“ und das „düstere Kongo Bild“, das Albert Sanchez Pinol in „Pandora im Kongo“ (S.Fischer) zeichnet
und versammelt „Stimmen zum Tode von Solshenizyn“ von Richard Wagner, Adolf Muschg und Volker Braun.