
Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen.
Die Zeit
Aufmacher: „Leben in der Angst“ – Orlando Figes erzählt über den Alltag im stalinistischen Russland. Nämlich in seinem neuen Buch „Leben in Stalins Russland“ (Berlin Verlag). Rezensent Jörg Baberowski ist begeistert.
Davos hat zum Gedenken an Thomas Manns „Zauberberg“ einen Spazierweg eröffnet – 2,6, Kilometer lang kann man auf den Spuren des Autors und des Romans wandeln. Elisabeth von Thadden hat es getan.
Eines neues Buch von Daniel Barenboim „Klang ist Leben“ (Siedler). „Ein irritierendes Buch über Musik und Politik“, findet Rezensent Wolfram Goertz.
Thema China muss sein: „Umgang mit den Schatten“ heißt die Rezension von Tilman Spengler, die dem Bildband „China – Porträt eines Landes von Liu Heung“ (Taschen) gewidmet ist.
Der Berlin-Verlag kriegt’s heute doppelt und dreifach: Hubert Winkels rezensiert Ingo Schulze „Adam und Eva“ unter dem Titel „Wo bist du, Adam?“ Er findet: „eine sehr leichte und erotisch entzündete Geschichte über die Wiedervereinigung“.
Auf der „Kaleidoskop“-Seite ein großer Nachruf auf Mahmoud Darwisch von Tahar ben Jelloun sowie das gedicht „Wir lieben das Leben“.
Franz Schuh hat sich die „Liebesgedichte“ von William Carlos Williams (Insel) angesehen, kurz annotiert wird Margaret Atwood „Moralische Unordnung“ (Berlin).
„Sein letztes Spiel“ sind die beiden gestern angekündigten Seiten über Vladimir Nabokovs Nachlass-Roman „The Original of Laura“ überschrieben [mehr…]. Reichlich Futter (in Text und Bild) für Nabokov-Freaks. Und natürlich reden wir schon von einer „literarischen Sensation“. Nächstes Jahr soll das Buch auf Deutsch bei Rowohlt erscheinen.
Frankfurter Rundschau
„Rückblick auf eine Illusion“ nennt Arno Widman heute seinen Beitrag über den Jahrestag des „Prager Frühlings“ von 1968 – und die Literatur darüber. Böhlau hat eine zweibändige Dokumentation vorgelegt (Herausgeber Stefan Karner), die auf 3000 Seiten an Ausführlichkeit nichts zu wünschen lässt.
Die Wikipedia kriegt von Reinhard Lüke mal wieder eins aufs Dach: Das ewige Thema „frisiertes Wissen“ (wie der Beitrag auch heißt) und mangelnde Qualitätssicherung. Und mehr gibt es heute an dieser Stelle nicht für uns.
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Die FAZ druckt (neben einem großen Artikel über Eric Clapton) das Gedicht „Zerknirschung“ von Hans Magnus Enzensberger, nunja, ein Gedicht eben.
Ausführlich beschäftigt sich Anja Hirsch mit Rolf Lapperts Roman „Nach Hause schwimmen“ (Hanser) unter dem Titel „Es ist nicht schön, allein zu sein“. Hundertprozentig überzeugt ist er aber nicht: „Einige Schicksalswindungen weniger hätten auch gereicht, um diese schuldlose Lebensmelancholie zu vermitteln, aus der Rolf Lappert schließlich doch noch zu einem passablen Ende findet.“
Ariane Breyer hat Ricarda Junges “Eine schöne Geschichte” gelesen (S. Fischer) – und findet sie – wie auch Schreiber dieser Zeilen im BuchMarkt-Lesetipp vom Mai kundgetan hat – schön.
Annotationen
Nils Fabiansson „Das Begleitbuch zu Ernst Jüngers ‚In Stahlgewittern’“ (E.S. Mittler & Sohn) und Viktor Glass „Diesel“ (Rotbuch).
„Ich sehe jetzt die Überlegenheit Bachmanns stärker“ ist die Überschrift zu einem fast ganzseitigen Interview von Christoph König mit Jean Bollack, Freund und Exeget Paul Celans: „Celan hat aus Bachmann etwas geamacht, das sie nicht war, wozu sie sich aber aus freien Stücken hergab. Man kann daraus folgern, dass es sich dabei um eine Erfüllung handelt.“
Kleine Meldungen
Digne M. Markovicz erhält den Gustav-Heinemann-Friedenspreis für Kinder – und Jugendbücher, und mit einem homerischen Lese- und Diskussionsfest enden die ‚Wege durch das Land’, die das Literaturbüro Ostwestfalen-Lippe durch die Region zieht.
Literaturtipps im Reiseblatt
Barnabás Bosshart „Drei Welten, Brasilienbilder“ (Benteli), Manuela Blisse, Uwe Lehmann „Australien“ (Vista Point), Heidrun Braun „Wandern und Walken in der Pfalz“ (Leinpfad Verlag) und Roland Schulz „Begegnung im Himmelszug. Südwärts durch die Andenstaaten“ (Picus)
Süddeutsche Zeitung
„Die Stimme aus dem Jenseits“ heißt der Beitrag von Ijoma Mangold: Er kommentiert, „warum Dimitri Nabokov (siehe unsere gestrige Meldung [mehr…]) das Manuskript seines Vaters publiziert.
„Mein Callboy kennt Adorno“ nennt Jutta Person den „wahrhaft schamlosen Roman „Begleiter“ von Norbert Krons (DTV): Er lässst sich „sowohl als Satire wie als Selbstfindungsgeschichte lesen“.
Bei Wallstein erscheint erstmals Stefans Andres` (“Monument der Exilliteratur“) „Die Sintflut“ in einer Ausgabe. Alexander Kissler kommentiert das Werk :– „auch eine Form der Faschismus-Theorie“.
Siegfried Weichlein merkt an, dass Robert Michels („Soziale Bewegungen zwischen Dynamik und Erstarrung“ mit der SPD ins Gericht geht — aber mit der von 1907 – (Akademie Verlag).
Und Thomas Thieringer findet, „Gerhard Polts „System der indirekten Attacke

funktioniert prächtig“ – er meint dessen Band „Drecksbagage“ (Kein & Aber).
Und Wolfram Ax gratuliert dem Altphilologen Carl Joachim Claasen zum 80. Geburtstag“. Er ist „ein Mann des Wortes“.
Ach ja: Das haben wir dann noch auf der Medienseite entdeckt: Ulrich Wickert hat für Piper einen neuen Krimi „Der nützliche Freund“ geschrieben – über die „Affaire Leuna, Landschaftsgärtner und den „Kansler“. Hans Leyendecker hat ihn gelesen und findet trotz der doppeldeutig wirkenden Überschrift „Junge Mädchen und alter Käse“: „Ein lesenwerter Krimi“.
Die Welt
Viel Kunst und Kino heute in der „Welt“ – aber wir gehen leer aus.