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Lea Fleischmann in der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt am Main

Die in Deutschland geborene israelische Schriftstellerin Lea Fleischmann las gestern Abend in der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt vor vielen Zuhörern. Dr. Elisabeth Niggemann, Generaldirektorin der Deutschen Nationalbibliothek, begrüßte die Autorin und wies auf ihr Werk – in der DNB finden sich über 30 Einträge – hin. Im Mittelpunkt der Lesung stand ihr Buch „Meine Sprache wohnt woanders – Gedanken zu Deutschland und Israel“, das sie gemeinsam mit dem ebenfalls ausgewanderten Chaim Noll veröffentlichte. Es erschien 2006 im Scherz Verlag Frankfurt.

Lea Fleischmann erzählte zunächst von ihrer Kindheit und Jugend. Sie wurde 1947 in Ulm geboren, verbrachte die ersten zehn Jahre ihres Lebens in einem DP-Lager (Displaced Persons), das den jüdischen Familien, die den Holocaust überlebt hatten, wie ein „Schtedel“ erschien. Besonderes Kennzeichen der Familien war ihre Sprachlosigkeit; die Eltern redeten nicht über ihre grausamen Erfahrungen, die Kinder fragten nicht danach. So wußte Lea nichts von den elf Geschwistern ihrer Mutter, hörte lediglich, dass ein Bruder den Krieg und die Shoa überlebt hatte. Namenlos, grablos, bildlos blieben die Onkel und Tanten.

Familie Fleischmann zog schließlich nach Frankfurt. Lea studierte Pädagogik und Psychologie und war von 1973 bis 1979 im hessischen Schuldienst tätig. Der Radikalenerlass der Bundesregierung gab schließlich den letzten Anstoss zu ihrem Entschluss, im August 1979 nach Israel auszuwandern. „Meine deutsche Staatsbürgerschaft konnte ich zurückgeben, meine deutsche Sprache jedoch nicht“, sagt sie.

Seit fast 30 Jahren in Jerusalem zu Hause, lernte sie nicht nur Hebräisch, sondern setzte sich auch mit dem Judentum auseinander. Heute schätzt sie den Schabbat als ein Geschenk, das ihr Jerusalem machte. „Die Besinnung auf einen wöchentlichen Ruhetag ist wichtig“, stellt sie fest.

Als Mutter zweier Kinder, die beide in der israelischen Armee dienten, litt sie wie alle Mütter, deren Kinder gefährliche Situationen zu durchstehen haben. In der anschließenden Diskussion erklärt sie: „Palästinensische und israelische Mütter wollen Frieden – die meisten zumindest.“ Für Lea Fleischmann ist Demokratie das höchste Gut, erst wenn sich die Ideen dieser Staatsform weltweit durchgesetzt haben, könne es wirklich Frieden geben,

JF

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