Die bekannten Größen haben sich jetzt wieder zu Wort gemeldet und ihre Bedenken gegen die Wiedereinführung der Preisbindung in der NZZ vom Wochenende zu Protokoll gegeben.
„Keine Freude am WAK-Entscheid hat unter den Grossbuchhandlungen vor allem die Migros-Tochter Ex Libris, die seit dem Verbot der festen Buchpreise mit Preisnachlässen von 15 bis 30 Prozent lockt und ihre Umsätze stark steigern konnte. Ebenfalls unglücklich ist die wissenschaftliche Buchhandlung Klio. Eine Tiefpreisstrategie wie Ex Libris kann sich Klio zwar nicht leisten. Seit dem Fall der Buchpreisbindung verkauft Klio aber sein ganzes Sortiment, 15 000 Titel, zu Preisen wie in Deutschland. Klio rechnet den Euro-Preis zu einem fairen Kurs in Schweizerfranken um. «Bei uns muss sich niemand mehr über den Unterschied zwischen dem aufgedruckten Euro-Preis und unserem Schweizer Preis ärgern, die Überhöhung ist abgeschafft», sagt Klaus Linow, einer der vier Besitzer der Zürcher Buchhandlung. Den WAK-Entscheid nimmt Linow deshalb mit Bedauern zur Kenntnis. «Wir haben Angst, dass mit der Buchpreisbindung erneut überhöhte Preise festgesetzt werden», erklärt er.
Diese Strategie hat sich für die Buchhandlung gelohnt. Zwar muss Klio auf einen Teil der Marge verzichten, diesen Verlust konnte die Buchhandlung bisher jedoch durch Mehrverkäufe wettmachen. «Unsere zuvor stagnierenden und zum Teil sinkenden Umsätze ziehen wieder an», sagt Linow. Dies ist zum einen auf eine Zunahme bei den Ladenkunden zurückzuführen, zum andern aber vor allem auch auf eine Zunahme bei den institutionellen Kunden, den Bibliotheken. Ihnen bietet Klio zusätzlich zum Euro-Preis höhere Rabatte. Wie hoch diese sind, will Linow nicht verraten. Dank den neuen Bibliothekskunden habe Klio das Sortiment noch vertiefen können, denn eine Bibliothek kaufe eher spezielle Lagertitel als Private, erklärt der Buchhändler. Es treffe also nicht zu, wie dies der Buchhändler- und Verlegerverband behaupte, dass der Fall der Buchpreisbindung die Sortimentstiefe reduziere.“






