Home > News > Heinold fragte im August nach Kurt Wolff

Heinold fragte im August nach Kurt Wolff

Der Student – aus wohlhabendem Haus und wohlhabend verheiratet – der als Teilhaber in den soeben gegründeten Rowohlt Verlag eintrat und ihn bald darauf ganz übernahm und unter seinem eigenen Namen weiterführte, war Kurt Wolff (1887 in Bonn geboren als Sohn des Universitätsprofessors und Städtischen Musikdirektors Leonhard Wolff und dessen Ehefrau Maria geb. Marx).

Die von ihm quasi als Gegenreihe zur Insel-Bücherei von Anton Kippenberg gegründete Sammlung, die es auf 86 Bände brachte, war „Der Neue Tag“ (Kompletter Reprint in zwei Bänden 1970 im Verlag Heinrich Scheffler, Frankfurt/Main). Als Lektoren und literarische Berater von Wolff fungierten u.a. Walter Hasenclever, Kurt Pinthus und Franz Werfel.
Wolff gründete u.a. den „Verlag der Schriften von Karl Kraus“ und den Pantheon Verlag (in Florenz) und kaufte den Hyperion-Verlag. 1930 schied er bei Pantheon Casa Editrice aus und begann seine übrigen Verlage zu liquidieren. Nach Übergangsjahren in Italien und Frankreich gelang ihm 1941 die Emigration nach den USA, wo er in New York 1942 Pantheon Books gründete, einen Verlag, von dem er sich 1960 trennte. 1959 war er nach Locarno übergesiedelt. Er starb 1963 an den Folgen eines in Marbach/Neckar während eines Aufenthaltes zum Besuch des Deutschen Literaturarchives erlittenen Autounfalls.

In erster Ehe war Kurt Wolff mit Elisabeth Merck, eine Nachfahrin des Goethe-Freundes Johann Heinrich Merck, verheiratet (Scheidung 1930).

Seine zweite Frau kehrte nach seinem Tod in die USA zurück und führte dort in der Verlagsgruppe Harcourt Brace&World das Impressum „Helen und Kurt Wolff Books“ fort. Sie starb 1994. Nach ihm und ihr wurde der Helen-und-Kurt-Wolff-Preis benannt. Die Kurt-Wolff-Stiftung, die alljährlich einen großen und einen Förderpreis verleiht, wurde 2000 gegründet. Der Preis ging zur Leipziger Buchmesse 2008 an Matties&Seitz in Berlin und an den Ulrich Keicher Verlag in Leonberg.

Der Verleger Klaus Wagenbach schuf nach dem Vorbild der Sammlung „Der Jüngste Tag“ im Jahre 1965 in seinem 1964 gegründeten Verlag die Reihe Quarthefte, die bis 1995 erschien.
Der spätere Verleger Dr. Wolfram Goebel beendete 1975 seine von Fachleuten als „glänzend recherchiert“ bewertete Dissertation über den „Kurt Wolff Verlag 1911-1930“. 2007 fand eine Ausstellung „Ein Literat und Gentleman: Der Verleger Kurt Wolff“ in Bonn, in Frankfurt/Main und Wien statt, zu der das Begleitbuch, hrsg. von Barbara Weidle, im Weidle Verlag erschien.

Ein Exemplar „Bücher und Buchhändler“ von Wolfgang E. Heinold hat
Uwe Kalkowski, Projektmanager Marketing bei Wolters Kluwer (Köln) gewonnen.

Anzeige

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Anzeige