Nahezu 900 Buchobjekte hat der Krefelder Künstler Hubertus Gojowczyk seit 1968 geschaffen. Die Werkschau in der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt am Main zeigt vom 11. September bis 28. Februar 2009 mehr als 110 dieser Objekte.
Das Buch ist für Gojowczyk Ausgangspunkt und Material für Verfremdungen – Veränderungen und Verwandlungen sowohl zerstörerischer als auch poetischer Natur. Objektbezeichnungen wie „Buch mit Wunde“, „Buch mit Axthieben“ oder „Brandbuch“ einerseits, „Buch mit Rasenstück“ oder „Ideale Landschaft“ andererseits spiegeln diese beiden Pole. Ironie, Gesellschafts- und Kulturkritik sind ihm nicht fern. Mit seinen Umdeutungen und Neudefinitionen löst der Künstler Assoziationen aus und regt zum Nachdenken an, ohne dem Betrachter eine bestimmte Interpretation vorgeben zu wollen.
„Von Gojowczyks Umgang mit dem Buch gehen Irritation und Faszination aus. In einer Nationalbibliothek entsteht eine besondere Spannung zwischen dem bibliothekarischen Auftrag zu bewahren und zu erhalten und dem künstlerischen Umgang des Objektkünstlers mit dem Buch als Ausgangsmaterial“ erläutert Dr. Elisabeth Niggemann, Generaldirektorin der Deutschen Nationalbibliothek, die Motivation zu dieser Ausstellung.
Zur Ausstellung erscheint ein reich illustriertes Begleitbuch.