
Der Andrang der Medienvertreter in der rheinland-pfälzischen Landesvertretung war groß, als Kurt Beck heute vor der Berliner Presse seine Autobiografie „Ein Sozialdemokrat“ vorstellte [mehr…]. Mit einem derartigen Wirbel hatte Pendo Verleger Christian Strasser nicht gerechnet, als er im Frühjahr den Anstoß zu dem Buch gab.
Am Beispiel eines Sozialdemokraten wollte er zeigen, wofür die SPD heute steht. Durch Becks Rücktritt als Parteivorsitzender während der SPD-Klausur am 7. September bekommt der Titel eine neue Brisanz.
Das Buch war nach Angaben von Strasser bereits vor Becks überraschendem Rücktritt in der Druckerei und die Präsentation für heute geplant. Im allerletzten Moment konnte der Druck gestoppt werden, und Kurt Beck hat den Text um ein Vorwort ergänzt.
Dass Beck das Buch nicht wie ursprünglich vorgesehen im Gespräch mit dem früheren Bundeskanzler Gerhard Schröder präsentierte, begründete er damit, dass beide sich einig war, mehr Distanz zu schaffen. Schröders Rolle übernahm der Journalist Heiner Bremer.
Erneut sprach Beck im Zusammenhang mit seinem Rücktritt von „intrigenhaften Zügen“. „Eine bittere Nacht und eine bittere Stunde für mich“, sagte er. Dennoch sei es ihm zu seinem eigenen Erstaunen gelungen, rational mit der Situation umzugehen. Als Abrechnung will Beck das Buch denn auch nicht verstanden wissen. Vielmehr sei es ein leidenschaftliches Bekenntnis zur Sozialdemokratie. „In dem Buch trete ich nicht nach. Ich werde immer Sozialdemokrat sein“, so Beck.
ML