Im Haus der Berliner Festspiele hat gestern Abend das 8. Internationale Literaturfestival begonnen, das sich mittlerweile als eines der bedeutendsten Festivals rund ums Buch etabliert hat.
Die Eröffnungsrede zum Thema „Warum literarische Lügen besser sind als andere Lügen“ hielt die in Kanada geborene und in Paris lebende Autorin Nancy Huston. Ihre kluge und inspirierende Rede [mehr…] war zugleich ein Plädoyer für die Literatur und das Lesen. Wer lesend in andere Menschen und Kulturen eintaucht, lerne dabei auch sich selbst besser kennen und sei weniger manipulierbar.
Berlins Bildungssenator Jürgen Zöllner hob besonders das Kinder- und Jugendprogramm hervor, das wieder die stellvertretende Festivalleiterin Miriam Gabriela Möllers zusammengestellt hat [mehr…]. Besonders lobte er die Zusammenarbeit mit den Schulen.
Festivalleiter Ulrich Schreiber, der das Festival vor sieben Jahren aus der Taufe hob, kündigte an, dass die Finanzierung dank der Förderung durch den Hauptstadtkulturfonds auch für 2009 gesichert sei.
Zum Festival ist im Verlag Vorwerk 8 wieder ein Katalog (ISBN 978-3-940384-17-1) erschienen, herausgegeben von Hanno Depner und Ulrich Schreiber. Das Motto lautet in diesem Jahr „Berlin.Views“. Auf die Fragen „Was erwarten Sie von Berlin? Welche Erfahrungen haben Sie gemacht?“ haben die eingeladenen Autoren mit einer Fülle von oft handschriftlichen Texten, mit Skizzen, Fotografien, Collagen und Illustrationen geantwortet. Berlin sei „die Stadt des Eigensinns“, meint beispielsweise der Lyriker Tim Liardet. Der Kinderbuchautor Xosé Antonio Neira Cruz reist hingegen „mit geborgten Erinnerungen“ nach Berlin, „mit der Faszination für eine Stadt und mit dem Auftrag für eine Geschichte, die jemand – vielleicht ich – erzählen muss.“
ML