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Bücher und Autoren heute in den Feuilletons – und noch einmal Kurt Beck und Filmstart „Der Vorleser“ zum Weihnachtsgeschäft wackelt

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch.

Frankfurter Rundschau

Ina Hartwig guckt www.elfriedejelinek.com. Das, meint sie, sollte man öfter tun, und der Meinung schließen wir uns ausnahmsweise mal an. Aber eigentlich geht es um den bei Suhrkamp erschienenen Briefwechsel von Bachmann und Celan, über den Elfriede Jelinek einen Text online gestellt hat.

Hilal Sezgin hat sich Derrick Jensen Endgame. Zivilisation als Problem (Pendo) angesehen – scheint aber nicht so der Knaller zu sein.

Deuticke hat einen Band Auf Stichwort: Michael Heltau (Autorin ist Monika Mertl) gemacht – ein 185-seitiges Interview – klingt interessant.

Spott hat er schon bei der Ankündigung seines Buches geerntet, und da war er noch SPD-Chef und Kanzlerkandidat, und das ist nicht anders geworden, nachdem ihn seine Genossen in die Provinz zurückgekuscht haben. Gestern nun stellte er in Berlin sein Buch vor [mehr…], „ein müdes Aufbäumen“, findet Mely Kiyak, und: „Becks Buchvorstellung in Berlin ist geprägt von seltsamen Versprechern“. Warum sollte sich daran auch auf einmal was geändert haben.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Wie ich mich einmal in alles verliebte heißt Stefan Merrill Blocks Romans (DuMont) – Alexander Müller findet: ein vielversprechender Erstling. Marcus Ingendaay hat übersetzt.

Noch ein Debut: Nämlich das von Hart Crane im neugegründeten luxbooks-Verlag aus Wiesbaden [mehr…]: Weiße Bauten heißt der Gedichtband, Übersetzer ist Verleger Christian Lux selbst – und Rezensent Heinrich Detering ist begeistert. Damit wir uns recht verstehen: Crane ist kein dichtender Jüngling der Jetztzeit – er starb bereits 1932 durch Selbstmord. Wie schön, dass sich jetzt ein Verlag seines Werkes angenommen hat.

Annotationen
Xaver Bayer Die durchsichtigen Hände (Jung und Jung) und Paul Raabe Leseerleben (Arche).

Neue Sachbücher
Gerhard Lohfink Welche Argumente hat der neue Atheismus (Verlag Urfeld) – ein frisch formulierter Traktat, findet Helmut Löhr.

Harald Eggebrecht porträtiert bei Piper Große Cellisten – aber es scheint ein paar Mal mit ihm durchgegangen zu sein, merkt Ellen Kohlhaas spitz an, und Janos Starker in seiner Coolness mit James Bond zu vergleichen, hm.

Gernot Böhme hat bei Suhrkamp seine Ethik leiblicher Existenz veröffentlicht – Gerd Schrader findet, er lese Kant lebenskünstlerisch gegen den Strich.

Annotiert wird Steve Turners The Beatles. Ihre Welt & ihre Botschaft (St. Johannis). Da kommt die Musik etwas kurz, aber die kennt man ja auch, dafür gibt’s jede Menge Spiritualität.

Kurt Beck hat die FAZ wohl nicht interessiert, oder wir haben es überblättert. Egal.

Morgen auf der Literaturseite:
Kurt Flasch über das Tagebuch von Virginia Woolf.

taz

Die Nachricht ist, dass Sigrid Löffler zum Jahresende als Herausgeberin der Zeitschrift Literaturen aufhören wird – wieder eine Trennung, die nicht in Freundschaft verläuft, in der langen Karriere der Kulturjournalistin, schreibt Dirk Knipphals. Hier weiterlesen.

Die Welt

DIE WELT hat heute die Sprache wiedergefunden angesichts der Meldung, dass Sigrid Löffler [mehr…] die Zeitschrift Literaturen aus dem Hause Friedrich Berlin Verlag, das zum Klett-Konzern gehört, nicht mehr weiterführen wird. Elmar Krekeler erinnert an die Frau, die im spektakulären Streit aus dem Literarischen Quartett ausgestiegen ist und will wissen, dass es möglicherweise auch Unstimmigkeiten über die Ausrichtung gab. Der Verlag dränge auf Beschleunigung, weniger Bildungsschwere und die Ansprache jüngerer Leser.

Startet die Verfilmung von „Der Vorleser“ noch im Dezember? Offenbar streiten die Produzenten um richtigen Zeitpunkt für den Filmstart und seine besten Chancen auf eine Oscar Nominierung. Wie es aussieht kann die Filmproduktionsgesellschaft das Geld für einen adäquaten Filmstart nach der Romanvorlage von Bernhard Schlink nicht mehr aufbringen.

In Interview beantwortet Autor Jan Costin Wagner, der mit einer finnischen Frau verheiratet ist und jährlich mehrere Monate nahe der Stadt Turku verbringt, Fragen über Finnen, Waffen und Amokläufe. Er hat die Romane Eismond (2005) und Das Schweigen (2007) bei Eichborn veröffentlicht.

Holger Keitling hat sich Gedanken um die populäre Figur des Gangsters gemacht, der als einsamer Verbrecher seine Grundlage verliere. Dazu hat er die Bücher von Garry Disher, die im Pulp-Master-Verlag erschienen sind (zuletzt Niederschlag und die Comics-Reihe Criminal), die als Sammelbände bei Panini verlegt werden, so Blutsbande und Feigling angesehen. Seine Erkenntnis: „Der Zustand der Welt müsste besser sein, wenn es den altmodischen Gangster wieder gäbe. Wir wollen hoffen.“

Morgen in der Literarischen Welt: Meer: Uwe Tellkamp, der von den Wellen und von Uwe Johnson erzählt, Michael Stürmer erklärt wie der letzte Kaiser Wilhelm II war und Andre Glucksmann rechnet mit Wladimir Putin ab.

Süddeutsche Zeitung

Nur ein paar Zeilen zu Beck: „Und dabei fiel auch ein Satz, der vielleicht am besten erklärt, warum Kurt Beck so auskunftsfreudig ist: ‚Ich habe nicht den Oskar Lafontaine gemacht und bin einfach davongelaufen‘.“ Nein, isser nicht. Nicht von alleine.

Tobias Lehmkuhl hat sich die W.G. Sebald-Ausstellungen und den Gedichtband aus dem Nachlass (Über das Land und das Wasser, Hanser) angesehen. Und natürlich den Marbacher Katalog Nr. 62.

In der Anderen Bibliothek bei Eichborn, die sich gerade von ihren Gestaltern getrennt hat [mehr…], ist Winston Churchills Kreuzzug gegen das Reich des Mahdi erschienen. Jürgen Zimmerer rezensiert.

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