
Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch.
Frankfurter Rundschau
Paul Raabe gibt den Weimarpreis zurück. Aus Protest gegen den geplanten Verkauf des Hauses der Frau von Stein an einen spanischen Kunsthändler. „Wenn sich eine Persönlichkeit wie Professor Raabe nicht mehr mit der Stadt identifizieren könne, sei das ein dramatisches Signal dafür, wie es um den Ruf der Kulturstadt inzwischen bestellt sei“, so André Störr, Sprecher der Kulturinitiative.
Sven Regeners Lehmann-Trilogie ist fertig, überschreibt Maike Albath ihre Rezension zu Der kleine Bruder] (Eichborn Berlin) – ein „nettes, kleines Buch über eine untergegangene Welt“.
Frankfurter Allgemeine Zeitung
„Kurz ist das Leben, lang die Leitung“ – Maya Rasker präsentiert in {Wenn du eine Leidenschaft wärst (Luchterhand} einen Mann, „der sich nach dem Verweilen des Augenblicks sehnt und doch stets davonläuft“, so Rezensentin Sophie Lübbert.
Leonhard Cohens Buch der Sehnsüchte gibt es bei Blumenbar auf Deutsch.
Annotationen
Bodo Hell Nothelfer (Droschl) und Friedrich Hebbel Weltgeschichte mit Pausen (Hanser) – das sind Auszüge aus den Tagebüchern.
Neue Sachbücher
„Antworten auf Ratzingers Keckheit“ – unter dieser Überschrift rezensiert Hermut Löhr Hermann Härings Jesus von Nazareth in der wissenschaftlichen Diskussion (LIT Verlag).
Als eine „Peepshow im Museum“ empfindet Ulla Fölsing Peter Springers Voyeurismus in der Kunst (Dietrich Reimer Verlag) – ein faszinierendes Buch.
Das Erbe des Hippokrates heißt Florian Stegers Buch (Vandenhoeck & Ruprecht) – Rezensent Michael Pawlik bittet Asklep(ios) um Verzeihung dafür.
Christine Tauber rezensiert Verzetteln als Mode. Der humanistische Ikonologe William S. Heckscher (Akademie Verlag).
Die Welt
Pünktlich zum Historikertag bei Oldenbourg erschienen: Grundkurs deutsche Militärgeschichte – Berthold Seewald berichtet.
Süddeutsche Zeitung
Auch die SZ berichtet, wie bedröppelt man in Weimar dasteht, weil Paul Raabe den Preis zurückgegeben hat.
Gert Raeithel rezensiert Tim Jeals Baden-Powell. Gründer der Pfadfindebewegung (M. u. H. von der Linden).
Andrzej Stasiuk bereist in Fado (Suhrkamp) die letzten unberührten Flecken Osteuropas: Rumänien, Albanien oder die Ukraine.
Auch Christian Y. Schmidt ist weit gereist: nach China. In Allein unter 1,3 Milliarden (Berlin Verlag) erzählt er davon.
Neue ZürcherZeitung
„Selbstdarsteller unter sich“, so fasst Jürgen Ritte seinen Eindruck über ein Buch zusammen, das als große Sensation in Frankreich angekündigt wurde: Bernard-Henri Lévy und Michel Houellebecq als Briefpartner in Ennemis publics bei Grasset und Flammarion.
Fazit: „Legt man das Buch, dessen Unterhaltungswert kaum höher zu veranschlagen ist als der einer literarischen Talkshow, wieder aus der Hand, fragt man sich, wohl vergeblich, nach dem tieferen Sinn des Unternehmens. Es ist ein Buch aus der Mailbox, eine Art Blogger-Buch, zu Papier geronnenes Gerede. Und möglicherweise macht auch das Schule…“
„Inszenierte Autorenportraits“, zeige eine Ausstellung im Literaturhaus München, das Fotos der seit 1975 Schriftsteller fotografierenden Isolde Ohlbaum zeigt. Der Portraitband Bilder des literarischen Lebens ist bei Schirmer/Mosel erschienen.
Aldo Keel berichtet, dass Lars Gustafssons neuer Roman Frau Sorgedahls schöne, weisse Arme die Schweden begeistert.
In Stuttgart beeindruckt eine Ausstellung zur Umgestaltung osteuropäischer Städte, sie zeige eindrücklich, wie notwendig die Besinnung auf planerischen Städtebau sei. Der Katalog dazu Schöne neue Welt ist im Ifa-Eigenverlag erschienen.
Im Dossier Sachbuch ist Alex Gertschen enttäuscht von Bernard Wassersteins Barbarism and Civilization (Oxford University Press), neue Erkenntnisse seien nicht geflossen.
Ohne es zu bewerten hat sich Leonhard Neidhart leicht von dem Buch Die politischen Systeme in Nord- und Lateinamerika einnehmen lassen, das Klaus Stüwe und Stefan Rinke im Verlag für Sozialwissenschaften veröffentlicht haben.