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Bücher und Autoren heute in den Feuilletons – und ein Erdbeben durch E-Books in Sicht?

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Ernst Horst rezensiert Margrit Stamms Die Psychologie des Schuleschwänzens (Hans Huber) – ein Ratgeber für Eltern, Lehrer und Bildungspolitiker.

Martin Pollack hat seine Reportagen Warum wurden die Stanislaws erschossen bei Zsolnay veröffentlicht – Stefanie Peter rezensiert.

Annotationen
Franz M. Wuketits Lob der Feigheit (S. Hirzel) und Björn Süfke Männerseelen (Patmos).

Marcel Reich-Ranicki erhält den Fernseh-Ehrenpreis.

Die Welt

Aufmacher heute: Die Eröffnung der Popkomm in Berlin unter dem vielsagenden Titel „Geisterndes Eigentum“.

In den USA ist das umstrittene Buch über Mohammeds Frau The Jewel of Medina nun erschienen. Beaufort hat die Rechte erworben, nachdem sich Random House nicht getraut hatte.

Die Welt macht Vorschläge, wer den Literaturnobelpreis kriegen könnte: Im Rennen sind: Bob Dylan, Alan Moore, Philip Roth, Alice Munro, Patrick Modiano, Matt Groening, William Gibson, Claudio Magris, Christoph Ransmayr.

Und: Otfried Preußlers berühmtes Kinderbuch Krabat sei in der Verfilmung zum sehenswerten Albtraum geworden, findet Elmar Krekeler.

Süddeutsche Zeitung

In „Buch 2.0“ sinniert Alex Rühle über das E-Book. Und ist nicht so recht überzeugt, dass es das Rennen gegen das gedruckte Buch machen wird. 10 bis maximal 25 Prozent Marktanteil räumt Ronald Schild dem E-Book in Zukunft ein. Aber der Börsenverein hat sich in seinen Prognosen schon öfter dramatisch verhauen. Wie war das Mitte der 80er? Da träumte wer im Großen Hirschgraben von einem CD-Rom-Umsatzanteil jenseits der 50 Prozent zur Jahrtausendwende …

Giovanni Bellinis Malerei ist in Rom zu sehen, wer nicht hinfahren kann, sollte sich Oskar Bätschmanns Bellini-Band von C.H. Beck besorgen.

Thomas Speckmann hat die Geschichte der Sklaverei Schwarzes Amerika (C.H. Beck) von Jochen Meissner, Ulrich Mücke und Klaus Weber angesehen, Jörg Magenau rezensiert Jakob Heins Vor mir den Tag und hinter mir die Nacht (Piper). Und Franziska Meier bespricht Commentarii. Ich war Pius II. von Enea Silvio Piccolomini (Sankt Ulrich Verlag).

Googles Web-Enzyklopädie Knol kriegt von Julia Gross eins drauf, voller Fehlinformation und Schleichwerbung. Also noch schlechter als Wikipedia.

Tages-Anzeiger

Martin Ebel prophezeit dem Buchhandel über kurz oder lang ein Erdbeben aufgrund des E-Books. Trotz mancher Nachteile, die jetzt noch manchen Buch-Liebhaber das E-Book verweigern, könnten Trivialliteratur-Leser irgendwann auf E-Books umsteigen. Fakt sei aber, dass durch die Verbreitung von E-Books etliche Dienstleistungen der Verlage und Buchhandlungen nicht mehr benötigt würden, was den Markt erschüttern werde. Die technische Entwicklung lasse sich nicht aufhalten. Grund für dieses Statement ist der Erfolg des Kindle von Amazon, der sich in Amerika bereits mehrere hunderttausend Mal verkaufte, in Europa aber noch nicht erhältlich ist.

Neue Zürcher Zeitung

Der Autor Paavo Haavikko ist tot, meldet die NZZ. Letzte Woche sei der Erneuerer der finnischen Lyrik noch als Nobelpreiskandidat gehandelt worden. Auf Deutsch gibt es nach ersten Recherchen kaum etwas außer in Finnische Lyrik einem Sammelband bei Urs Engeler Editor. Das Allround-Talent kann für den deutschsprachigen Raum wohl noch entdeckt werden, wenn man den Nachruf so liest.

„Zorn, Zweifel, Zärtlichkeit“: Der ganze Kanon der Gefühle finde sich in Marion Poschmanns Hundenovelle aus der Frankfurter Verlagsanstalt, berichtet Barbara Villiger-Heilig.

„Ein Exzess im Exzess“ sei das Leben und Sterben in Moskau im Jahr des „Grossen Terrors“ von Joseph Stalin gewesen, so beschreibe Karl Schlögel die 30er Jahre in Terror und Traum. Cord Aschenbrenner urteilt letztlich nicht, aber vermerkt an dem Hanser-Titel positiv, dass der Autor nicht die Politik, sondern das Leben der Menschen in Zeiten eines exzessiven Staatsterrors anschaulich beschreibt.

„Mit Gott über dem Abgrund“ titelt Rezensent Andreas Kilcher seinen Blick auf Thomas Meyers Buch Vom Ende der Emanzipation (Vandenhoeck & Ruprecht), der über jüdische Philosophie und Theologie nach 1933 schreibt.

„Zu Gast im Meer des Gehirns“ bieten die neuen Gedichte von Günter Herburger, die Rezensent Nico Bleutge in dem Band Der Kuss (A1-Verlag) gefunden hat. Die gäben zwar wenig Anhaltspunkte fürs Verständnis, aber man müsse immer weiterlesen.

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