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Geistiges Eigentum hat leider keinen hohen Wert in der Gesellschaft

Johannes Stricker, Heiko Hebig, Hans
Sarkowicz, Martin Steinebach, Björn Frommer

Johannes Stricker, Hörbuch Hamburg Verlag, Heiko Herbig, Hubert Burda Media, Dr. Martin Steinebach, Fraunhofer Institut und Björn Frommer, Waldorf Anwälte diskutierten mit Hans Sarkowicz vom Hessischen Rundfunk in einer Veranstaltung der Claudio Medien GmbH und der AG Piraterie des Börsenvereins über Rechte des geistigen Eigentums.

Anders als im letzten Jahr wurde ein „realer Gegener“ vermisst, so setzte man sich mit dem virtuellen Gegener auseinander.

Johannes Stricker teilte mit, dass zum Beispiel 100 verkauften Harry Potter-Hörbüchern 1000 Downloads gegenüber stehen. Ein lange Zeit diskutierter Kopierschutz hat sich als unverwertbar herausgestellt, er behindert nur, da dann nicht alle Geräte zum Hören genutzt werden können.

Martin Steinebach wies auf die Entwicklung digitaler Wasserzeichen hin, die es möglich machen, die Quellen illegaler Downloads aufzufinden. Björn Frommer wandte ein, dass diese Wasserzeichen nicht von allen Produzenten und Portalen verwendet werden. Außerdem kann man zwar dann den Käufer des Hörbuches feststellen, der aber nicht mit dem illegalen Verbreiter indentisch sein muss.

Heiko Helbig verdeutlichte, dass es nicht um einige private Downloads gehe, sondern vielmehr um Profis, die in Studios arbeiten. Sollten nicht eher die Geschäftsmodelle der Verlage verändert werden?

Johannes Stricker machte auf das fehlende Unrechtsbewusstsein aufmerksam. Dem entgegnete Björn Fromm, dass die Leute schon wüssten, was Recht und was Unrecht ist. Allerdings gebe es keine wirksame Abschreckung gegen Internet-Piraterie, da es sich hier um flüchtige Produkte handelt. Außerdem: eine handhabbare Gesetzesvorlage fehlt. In Deutschland ist der Staat an einer Regelung nicht interessiert. Ein wirksamer Schutz des geistigen Eigentums wäre wichtig, doch leider hat geistiges Eigentum keinen hohen Wert in der Gesellschaft.

Es geht also sowohl um eine handhabbare Gesetzeslage als auch um die richtige und bessere Darstellung des Wertes der Produkte.

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