
Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch.
Frankfurter Rundschau
„Mut zum Autorinnen-Ich“, findet Katharina Granzin und rezensiert Annett Gröschners Parzelle Paradies (Nautilus).
Gregor Schöllgen zeigt sich schwer beeindruckt von dem Eiskönig. Theo Schöller – ein deutscher Unternehmer (C.H. Beck), und Ulla Schickling rezensiert Zoran Drvenkars Die tollkühnen Abenteuer von JanBenMax (Bloomsbury Kinderbücher).
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Ernst Augustin erhält den mit 12.000 Euro dotierten Mörike-Preis, und der Wellcome Trust hat einen neuen Literaturpreis ausgelobt für Romane und Sachbücher, die medizinische Aspekte beleuchten.
Sabine Berking rezensiert Najem Walis Jussifs Gesichter (Hanser).
Lorenz Jäger im „Update“: „Yasmina Reza und andere über Milan Kunderas Schweigen und dessen lautstarkes Echo“.
Süddeutsche Zeitung
Solidarität für den neapolitanischen Autor Roberto Saviano haben eine Reihe von Nobelpreisträgern in der Zeitung La Republica geäußert, berichtet die Süddeutsche heute morgen. Der Text sei unter anderem von Dario Fo, Orhan Pamuk, Günter Grass, Michail Gorbatschow und Desmond Tutu unterschrieben worden. Saviano wird wegen seines Buches Gomorrha, das beim Berlusconi-Verlag Montadori erschien, von der Mafia bedroht. Landesweit laufen Solidaritätsbekunungen, Dauerlesungen und Theaterausfführungen. Am 14. November kommt ein Gastspiel nach Berlin. In Deutschland ist das Buch unter dem gleichen Titel bei Hanser erschienen.
Roswitha Budeus-Budde hat Überlegungen („Konfuse Kategorien“) zum Jugendliteraturpreis angestellt und fragt: „Arbeitet der Jugendliteraturpreis daran, sich selbst abzuschaffen?“ Warum ein Comic als Leseempfehlung für 13-Jährige? Was suchen drei Erwachsenentitel auf der Jugendliteraturliste? Die Antwort auf die letztere Frage brauche eine klare Entscheidung, fordert Budeus-Budde. Und die Preisverleihungen seien in den letzten Jahren ohnehin redundant gewesen. Allerdings fand sie dann doch, dass der diesjährige Moderator Marc Langenbeck den Preisträgern immerhin spontane Äußerungen entlocken konnte.
„Ein Glasauge auf Exkursion“: Burkhard Müller findet, dass André Heller in seiner Erzählung Wie ich lernte, bei mir selbst Kind zu sein (S.Fischer) eine groteske Familiengeschichte geschrieben habe.
Unter „Können wir Ihre Leber haben?“ kommt Sibylle Storkebaum zu dem Schluss, dass Renate Greinert in ihrem Buch Konfliktfall Organspende: Unversehrt Sterben (Kösel) ihre Chance verspielt habe, als Mahnerin gegen eine Machbarkeitsmedizin aufzutreten.
Matthias Lüdecke findet, dass Yes, we can von Michael Moore (Piper) keine neuen Themen aufgreift und auch niemanden hat, um sich an ihm abzuarbeiten. So wirke das Buch eher wie eine Wahlkampfbroschüre, dafür aber wäre sie aber gut.
Die Welt
Dass Google parteilos ist, ist seit heute passé. Konzern-Chef Eric Schmidt hat seine Unterstützung Barak Obama zugesagt. Allerdings behauptet Schmidt sein Engagement sei rein persönlich. Sollte Obama gewinnen, könnte ein Job bei Google freiwerden. Dann könnte Schmidt bei Obama als Technologie-Berater abwandern, kolportiert DIE WELT was man so hört. Schmidt bestreite das.
Die Bayerische Staatsbibliothek wird „Bibliothek des Jahres 2008“. Das haben der Deutsche Bibliotheksverband und die ZEIT-Stiftung bekannt gegeben.
Hendrik Werner kommentiert die Ausblendung der Friedenspreisträgerrede. „Bei ARD und ZDF mögen Sie zwar in der ersten Reihe sitzen. Wie lange Sie allerdings dort Platz behalten, bemisst sich offenbar am Gutdünken der Programm-Verantwortlichen“, hebt er an. Jedes Jodelprogramm werde bis zur bitteren Neige übertragen, wenn MRR und Heidenreich eines Beweises bedurft hätten, dann habe die ARD damit einen geliefert.
Bücher gibt es offenbar erst wieder zum Wochenende.
Neue Zürcher Zeitung
Unter „Im Laboratorium des Unglücks“ tut Karl-Markus Gauss seine Begeisterung für den Roman Die Stadt und die Welt von Peer Hultberg aus dem Verlag Jung und Jung kund.
„Betrogene Hoffnungen“, heißt eine Zusammenschau zweier Bücher über jüdische Schicksale im Iran. Rezensentin Angela Schader meint, das Buch Bitterer Frühling von Roya Hakakian (DVA) iritiere durch manch forsche Formulierung, allerdings wiege der Informationsgehalt die Schwachstellen auf. Dagegen recke sich Gina Nahais Buch aus dem Marebuchverlag Regen am Kaspischen Meer „auf Zehenspitzen nach literarischen Loorbeer“, weil es trotz der beschriebenen Trostlosigkeit „leicht, ja licht erscheint“.
Der preisgekrönte Familienroman von Mariolina Venezia Tausend Jahre, die ich hier bin sei nicht so gut wie die italienischen Juroren ihn offenbar finden, meint Maike Albath unter „Tausend Jahre ohne Einsamkeit“. Das liege daran, dass Romane in diesem Stil Konjunktur haben im Mittelmeerstaat, aber seine Vorbilder seien besser.