
Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch.
Zwei Tipps heute noch vorab: Auch der ARD-Videotext bringt immer wieder kurze (gute) Buchtipps – heute etwa auf den Seiten 423/424 über den historischen Roman (Droste) des früheren Werbemannes Werner Meffert:
„Präzise recherchiert zeichnet ‚Maries Schuldschein’ ein anschauliches Bild des französisch besetzten Rheinlands zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Spannend bis zum Schluss und mit trockenem Humor sticht das Werk angenehm aus der Masse der historischen Romane heraus.“
Und der zweite Tipp: Drucken Sie unsere tägliche Presseschau einfach als Kunden-Info aus oder mailen Sie ggf. (auch im Hause) weiter….
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Werner von Koppenfels widmet sich heute unter „Nicht nur Ladie‘s Lover: D.H. Lawrence muss wieder gelesen werden“ der Frage, warum der Diogenes Verlag den Autor D.H. Lawrence unter Wert verkaufe. Eine Sammelausgabe habe der Verlag vorgelegt, aber mehr auch nicht, so Koppenfels. Man hätte mehr aus diesem Autor machen, es gebe keine Sacherklärungen, nicht einmal Neuübersetzungen.
„Midlife Rambler“: Über Sergi Pamiès‘ Wie man in eine Zitrone beißt, ohne das Gesicht zu verziehen, Frankfurter Verlagsanstalt.
Zum zweiten Lyrikband mit dem Titel Klimaforschung von Nora Gomringers äußert sich der Artikel unter „Honky Tonk Schnecke“. Es geht um Bildung in Bayern, im Wege herum stehende Schnecken, und den Wunsch, etwas mit der Sprache zu machen. Erschienen ist der Band mit beiliegendem Hörbuch Voland & Quist.
Frankfurter Rundschau
“Vom Luftschöpfen eines Ertrinkenden“: Josef Winkler erhielt den Georg-Büchner-Preis in Darmstadt [mehr…], Ina Hartwig berichtet von der Verleihung, über lebendiges Misstrauen und zähe Rituale. Drei Preisverleihungen hintereinander habe es gegeben, nicht nur für Winkler, sondern auch der Heinrich-Merck-Preis an Lothar Müller und der Sigmund-Freud-Preis an Michael Hagner. Und das ohne Musik, ohne Auflockerung, immer nur den Blick auf das Stehpult gerichtet, so Hartwig.
Über die Rede Winklers schreibt sie schließlich: „Seine Dankesrede war kein Dialog mit dem Publikum, sondern ein in melodiöser Monotonie vorgetragenes Umkreisen seiner selbst – kurz: ein veritabler Theatermonolog.“
Nachtrag: Auch die FAZ hat die Verleihung des Büchner-Preises kritisch begleitet: „Glanz und Elend der föderalen Gelehrtenrepublik“ überschreibt sie ihren Bericht. Oliver Jungen lässt Revue passieren, wie die Darmstädter in die Provinz holten, was man sich in Paris von der Akademie Francaise als Hauptstadtveranstaltung abschaute. Immerhin hatte Büchner in Darstadt über Selbstmord philosophiert und die Stadt schließlich verlassen. Jungen lässt durchblicken, dass die Veranstaltung zwar auf der Suche nach jungen Leuten sei, aber doch in ihrem Ablauf etwas provinzielles Altmodisches hatte, nachzulesen hier
Ingrid Seyffarth (In Europa nichts Neues, Licht) erhielt den Hannah-Höch-Preis der Stadt Gotha, der in diesem Jahr erstmals vergeben wird.
Süddeutsche Zeitung
“Schießen, darben, dann sich fürchten“: Gerhard Seyfrieds Liebesroman aus der Welt der Kolonialoffiziere ist hier Thema: Gelber Wind oder der Aufstand der Boxer, Eichborn Verlag.
„Pegasus reitet über die Stadt“: Reinhart Strecke schreibt über Karl Friedrich Schinkel und die Eisenbahn in Pegasus oder Schinkel und Berlins erster Eisenbahnhof, erschienen im Campus Verlag.
Außerdem: Das Vermächtnis des verstorbenen Journalisten und Historikers Peter Bender, und der “Segen der bösen Tat“, auch wieder über Eisenbahnen, diesmal über die Transsibirische Eisenbahn, über deren Bau Sören Urbansky schreibt.
Unter der Rubrik „politische Bücher“ findet sich heute: Ein Versprechen der Bundesjustizministerin mit ihrem Buch Renaissance der Rechtspolitik aus dem C.H. Beck Verlag.
Eine Dokumentation der Morde an jungen französischen Juden liefern Beate und Serge Klarsfeld in Endstation Auschwitz, Böhlau Verlag.
Und Christine von Kohl veröffentlicht im Wieser Verlag ihre „kritischen Skizzen“ unter dem Titel Eine Dänin im Balkan.
Financial Times Deutschland
Die geplante Werbekooperation zwischen Yahoo und Google scheint zu platzen, berichtet die FTD. Schuld sind die Wettbewerbsbehörden in den USA, von denen sich Google nicht in ein Korsett zwingen lassen wolle, wie zu hören sei. Kommt eine Kooperation nicht zu stande, könnte dies die Chancen für AOL erhöhen, sich Yahoos zu bemächtigen. für Yahoo wirrd es eng, bereits seit Mai sind die Kurse im freien Fall begriffen, lagen Sie damals noch bei 33, sind sie nun auf 13 Dollar abgerutscht. Die Finanzkrise könnte allerdings Google weiter in die Hände spielen, so erwarten Analysten, dass in Zeiten der Krise Unternehmen ihre Werbung bei Marktführern konzentrieren.
Neue Zürcher Zeitung
Auch Joachim Güntner hat sich die Darmstädter Veranstaltung und die Verleihung des Büchner-Preises angetan. Er berichtet vor allem über die Darmstädter Akademie, die sich mit „Migrantenliteratur“ beschäftigt hat. Zu der Tagung gibt es einen Essay-Band beim Wallstein-Verlag herausgegeben von Uwe Pörksen und Bernd Busch.
„Eros der Freiheit“: Die Überschrift zur Rezension ist ausnahmsweise auch der Titel des Buches, das sich damit beschäftigt, dass Freiheit und Selbstverantwortung derzeit nicht hoch im Kurs stehen.
Annotiert wird unter „Jugoslawiens 1968“, dass in der ganzen Welle der Erinnerungen an revolutionäre Zeiten einige Länder aus dem Blick geraten sind. Zum Beispiel der politische Sonderfall Jugoslawien, dem jetzt ein „vorzüglicher“ Band gewidmet ist. 1968 in Jugoslawien. Studentenproteste und kulturelle Avantgarde zwischen 1960 und 1975., heißt der Band, herausgegeben von Boris Kanzleiter und Krunoslav Stojaković, der jetzt im Dietz-Verlag erschienen ist.
Im Schauspielhaus Zürich wurde Max Frischs Andorra aufgeführt, eine ziemlich unschlüssige Inszenierung, meint Barbara Villiger Heilig.