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Internationaler Buchpreis Corine vergeben: TV-Gala mit Geist, Glamour und News

Vor laufender Kamera sagte Martin Walser gestern Abend gegen Ende der Veranstaltung: „Mit Büchern und Autoren kann man viel machen. Das hätte man hinter einer Gala nicht vermutet.“

Die positive Beurteilung des mit der Corine für sein Lebenswerk ausgezeichneten 81-Jährigen „Anwalt geistiger und politischer Freiheit“ (so die Laudatio der Bayerischen Staatskanzlei, die Horst Seehofer nur in kurzen Auszügen zitierte) übertrug sich auf das Publikum. Damit anvancierte die Corine zu einem begrüßenswerten Beitrag zur Frage nach dem Qualitätsfernsehen.

Tatsächlich verzichtete 3sat in diesem Jahr gänzlich auf Show-Elemente und konzentrierte sich noch mehr auf die Inhalte. Wohl nie zuvor bei einer Buchpreisverleihung nahmen sich Autoren die Zeit, sich so oft und ausführlich bei ihren Lektoren zu bedanken. Mit Muhammad Yunus, Paul Collier und Manfred Lütz und ihren kompetenten Laudatoren wurden in kurzer Zeit ernste Themen verhandelt.

Umstritten waren beim festlichen Empfang nach der Aufzeichnung nur noch die bühnenwirksamen Bearbeitungen u.a. von Feridun Zaimoglus „Liebesbrand“ und Andreas Steinhöfels „Rico, Oscar und die Tieferschatten“. Da im Münchner Prinzregententheater viel Medien-Prominenz anwesend war, behielt die Preisverleihung – frei von musikalischen oder tänzerischen Livedarbietungen – ihren für Buchevents hohen Glamour-Effekt, u.a. mitAmelie Fried, die über Romantik sprach oder mit Axel Milberg, der TV-Tatorte aus der Feder Henning Mankells ankündigte:

„Immer mehr Menschen werden zukünftig Bücher hören und das Vergnügen und die Möglichkeiten des Hörbuch für sich entdecken “, hatte der bereits zum zweiten Mal mit der CORINE ausgezeichnete Bestsellerautor Henning Mankell im Rahmen der Preisverleihung prophezeit. In seiner Dankesrede gab Axel Milberg ganz persönliche Einblicke in die durch gegenseitige Wertschätzung geprägte Beziehung des Autors und „seiner deutschen“ Stimme. Henning Mankell schätzt die Interpretationen Milbergs so sehr, dass er es am Liebsten sähe, wenn dieser alle seine Hörbücher spräche.

„Geschichten zuzuhören, sei ein wichtiger Teil unserer Kultur“, so Mankell bereits im Frühjahr 2008 auf einer gemeinsamen Lesereise. Das Medium Hörbuch hat mit Henning Mankell einen weiteren prominenten Fürsprecher gefunden.
nb

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