
Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch.
Frankfurter Rundschau
„Wenn Frauen zu viel nähen“: Das Feuilleton macht mit einer mäßig begeisterten Besprechung von María Cecilia Barbettas Änderungsschneiderei Los Milagros aus dem Fischer Verlag auf, das insgesamt in Ordnung gehe. Ihre Einschränkung beschreibt Petra Kohse u.a. so: „Kann ich, kann ich, hört man die Autorin trällern, lasst mich den García Marquéz posen“.
Gemeldet wird, dass der Mainzer Kardinal Lehmann, ehemals Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz jetzt Inhaber der zehnten Johannes-Gutenberg-Stiftungsprofessur geworden ist.
Der Jacob und Wilhelm Grimm Preis des Deutschen Akademischen Austauschdienstes geht an Jean-Pierre Levebre
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Die FAZ ist heute leider „gone with the wind“, der uns als Sturm im Westen beutelt.
Die Welt
Die WELT hat Recht, wenn sie dem Autor Carlos Fuentes zum 80. Geburtstag gratuliert, die Süddeutsche gesteht ihm nur 70 Lebensjahre zu. Beide bringen einen längeren Rückblick.
„Der größte Augenblick unseres Lebens“: Das Feuilleton ist immer noch ganz high vom neuen Präsidenten, in der WELT interviewt Wieland Freund den Pulitzer-Preisträger Jeffrey Eugenides der hofft, dass jetzt Menschen anderer Hautfarbe höhere Ämter erreichen können.
Der Soziologe Richard Senett dagegen sieht in der weltweiten Obama-Begeisterung eine Frustration über die politische Stagnation in vielen Ländern, das äußerte er jedenfalls nach Entgegennahme des Gerda-Henkel-Preises in Düsseldorf.
Manfred Flügge fordert im Kommentar: „Ehrt endlich (Leon) Feuchtwanger“ und regt die Installierung noch eines Literaturpreises an, was beim Neu-Aufbau von Aufbau helfen würde.
Tilman Krause hat beobachtet: „Außenseiter erobern die französischen Literaturpreise“ und berichtet über die Vergabe des Goncourt-Preises an den afghanischen Autor Atiq Rahimi Erde und Asche bei List), außerdem erhielt den Prix Médicis der Algerier Blas de Roblès für Das Beste, was wir gehabt haben, das nicht auf Deutsch erschienen ist.
Süddeutsche Zeitung
„Es muss mehr bleiben als die Hülsen des Wissens“: die Süddeutsche druckt die ganze Rede von Richard Sennett, der gestern (siehe oben) in Düsseldorf mit dem Gerda-Henkel-Preis geehrt wurde. Von ihm erschien zuletzt Handwerk beim Berlin Verlag.
Auch Joachim Kaiser fordert eine Wiederentdeckung und zwar die von Friedrich Hebbel. Allerdings sei sein Werk so komplex, dass sich die Frage stellt, ob er beim Publikum, das sich an leichte Kost auf der Bühne gewöhnt habe, überhaupt noch eine Chance hätte.
„Auch Sie ein Ebenbild Gottes!“, das gelte auch für Uwe Dicks und seine eigensinnig-blühende Sauwaldprosa, die bei Residenz erschienen ist. Beim Träger des Jean-Paul-Preises scheine „durch das Verknorzte dieser Sprache … eine tiefe Menschenfreundlichkeit herauf“
„Der Vatikan spielt auf Zeit“, so sieht Henning Klüwer die Seeligsprechungspolitik des Vatikans in der Causa Pius XII, dessen Pontifikat während der Nazi-Zeit umstritten ist.
Neue Zürcher Zeitung
„Bücher, die das Leben schrieb“ stuft Carlos Ruiz Zafóns Das Spiel des Engels als „abgründig trivial“ ein. Außerdem wird über die Höhe der Lizenzkosten spekuliert, die der S. Fischer Verlag auf den Tisch gelegt hat um Suhrkamp auszustechen, wo Ruiz Zafóns Erstling Der Schatten des Windes erschienen ist.
„Zwischen Kult und Kredit“: Jonathan Carr sei mit Die Wagners. Geschichte einer deutschen Familie, verlegt bei Hoffmann und Campe eine „flott geschriebene, durchaus empfehlenswerte“ Biografie des Musiker-Clans gelungen – wenn auch mit einigen Schwächen in den Pointierungen versehen.
Christof Menkes Abhandlung Kraft. Ein Grundbegriff ästhetischer AnthropologieSuhrkamp, wird in „Vom Schrecklichen und vom Schönen“ als ästhetische Erweiterung des Begriffs gesehen, obgleich Schwächen in den Pointierungen ausgemacht werden.