
Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch.
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Unter „Der große Allesbeschimpfer“ geht es wie kaum anders zu erwarten um Thomas Bernhard, der „mit hasserfüllter Freude, eigentlich aus Notwehr beißende Berichte aus dem Kulturleben“ als Dankesreden für seine Preise verfasste, so Hubert Spiegel. Sie erscheinen bei der FAZ jetzt unter „Meine Preise“ im Abdruck und könnten das Interesse am Autor steigern.
Aufgegriffen wird die Verleihung des mit 50.000 Franken dotierten Schweizer Buchpreises an Rolf Lappert [mehr…].
„Kein Date mit Adriane“ überschreibt Andreas Kilb seinen Bericht über Christoph Meckels Erzählungen in Nachtsaison (Hanser), die die Welt nicht abbilden wollen, sondern beschwören. Fazit: „Der Autor verirrt sich in ihnen wie sein Held im fernen Moloch“.
Unter „Tod im Tempel“ findet Stefan Gnam, dass Mizukami Tsutomu mit Im Tempel der Wildgänse bei be.bra ein „Schauermärchen aus Japans Klosterwelt“ gelungen ist.
„Immer war einer von beiden zutiefst gekränkt“, das charakterisiere offenbar den Briefwechsel zwischen Theodor W. Adorno und Siegfried Kracauer, dessen 7. Band bei Suhrkamp unter dem Titel Briefwechsel 1923-1966 herausgekommen ist.
Unter „Warten auf das Wunder“ wird eine Studie aus Wilhelmsburg zum Thema Armut vorgestellt, die Claudia Schulz unter Ausgegrenzt und abgefunden? beim Lit-Verlag veröffentlicht hat.
Frankfurter Rundschau
„Blick nach Osten“, die FR berichtet über die heutige Eröffnung der Buch Wien 08, die Reed Exhibitions zusammen mit dem Hauptverband des Österreicheischen Buchhandels ausrichtet, und fragt, ob die Stadt überhaupt genug Publikum für dieses größte Literaturfestival hat, das es jemals in Österreich gab.
60 Orte mit mehr als 300 Veranstaltungen und rund 200 Ausstellern werden in drei Hallen des Messegeländes bespielt. Man habe sich an LitCologne und ein wenig an Leipzig orientiert, wird Gabriele Madeja in dem Bericht von Julia Kospach zitiert.
Bei den deutschen Verlagen musste Random House wieder das Zugpferd spielen, erst nach dessen Anmeldungen zuckelten andere hinterher. Das Programm sei ambitioniert, abwechslungsreich und anregend. Nun hoffen alle, es wird angenommen. Dass die neue Messe jetzt die Wiener Buchwoche ersetze stößt auch auf Kritik. Deutike Verlegerin Martina Schmidt: „Es ist das typische Wiener Gemecker. Kaum ist etwas nicht mehr da, hat man es plötzlich immer sehr mögen.“
Kurz gemeldet wird die Verleighung des Bremer Literaturpreises an Martin Kluger [mehr…].
Süddeutsche Zeitung
Unter „Das Haus, in dem ich lebte“ schreibt der Autor Stewart O’Nan einen Nachruf auf die amerikanische Industrie. Von ihm erschien zuletzt der Roman Letzte Nacht im marebuchverlag.
„Moral und Meinung“ treffen aufeinander, wenn sich am 25. November in der Schwedischen Akademie der von der Mafia wegen des Buches Gomorrha (Hanser) bedrohte Roberto Saviano und Salman Rushdie treffen. Beide Autoren haben auch für eine Affäre in der Akademie gesorgt, so die Süddeutsche. Saviano sei ein Fall für die Polizei, habe der Vorsitzende Horace Engdahl gesagt, doch seine Äußerungen nach Protesten zurückgezogen.
Danach habe man auch eine Entscheidung und die dazugehörige Satzung geändert, nach der man vor zwanzig Jahren sich geweigert habe, sich hinter Salman Rushdie zu stellen. Kerstin Ekmann, Lars Gyllensten und Knut Ahnlund verließen die Akademie, aus der sie aber nicht austreten können.
„Kofferschlüssel vergessen“. Herausgeberin Juliane Brandsch habe mit dem Tagebuch Louise von Göschhausen Es sind vortreffliche italienische Sachen daselbst (Wallstein) ein kleines Juwel aus der Schatzkammer der Weimarer Klassik an das Licht gezogen, so Dieter Richter. Doch es hätte „ein bisschen formschöner präsentiert“ werden können.
„Nach dem Bürgerkrieg“: Stefan Opitz hat mit dem Autor Kjell Westö einen Spaziergang durch Helsinki gemacht und erwähnt passender Weise vor allem den Roman Wo wir einst gingen (btb).
„Feigheit und Ehre“, berichtet über Miriam Rürups Buch Ehrensache, das sich bei Wallstein mit jüdischen Studentenverbindungen auseinandersetzt. „Quellengesättigt“, so Ludger Heid.
Worum es in Samuel Becketts Warten auf Godot wirklich geht, habe Pierre Temkine in Warten auf Godot. Das Absurde und die Geschichte bei Matthes & Seitz beschrieben, wird unter „Das Ach so!-Erlebnis“ berichtet. „Die kleinformatigen 187 Seiten sind atemberaubend“, findet Jörg Drews.
Die Welt
„Die Rückkehr der Dachstubenpoesie“: Mit seinem neuen Erzählungsband erlebe Stephen King den dritten Frühling. Seine Stories sind unter Sunset bei Heyne erschienen. Wieland Freund meint, auch wenn die nicht im Gedächtnis blieben, die Gutenberg Kultur könne einen wie „Bruder Stephen“ gebrauchen.