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Bücher und Autoren heute in den Feuilletons – und bei Jean Paul bröckelt der Putz von der Decke

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch.

Frankfurter Rundschau

„Bei Jean Paul bröckelt der Putz“: seine Dichterstube in Bayreuth verfällt. Das naheliegende Thema „Sanierung“ wird in der Meldung aber nicht angeplaudert. DAFÜR ist wahrscheinlich wieder mal kein Geld da – brauchen ja alles die armen Banken.

Sonst hier weiter nichts.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Im Wirtschaftsteil
Yasheng Huang Capitalism with Chinese Characteristics (Cambridge University Press) und Jörg Guido Hülsmann Die Ethik der Geldproduktion (Manuscriptum).

Im Feuilleton
In Köln gibt es eine Gerhard Richter-Ausstellung Abstrakte Bilder – den Katalog dazu hat Hatje Cantz gemacht.

Aravind Adiga hat fürDer weiße Tiger den Booker-Preis bekommen (C.H. Beck), der Verlag hatte auch eine Lesereise organisiert, aber Pustekuchen: Adigas erklärt, nie wieder deutschen Boden betreten zu wollen – Probleme in Erfurt und Eisenach habe es gegeben, und nun sei für ihn Schluss mit Deutschland.

Walter Haubrich rezensiert Santiago Roncagliolos Roter April („Im Winkel der Toten“) – darin geht es im die Verbrechen der peruanischen Terrororganisation Leuchtender Pfad (Suhrkamp).

Judith Leister bespricht Ivana Sajkos Rio Bar (Matthes & Seitz} – die Autorin arrangiere einen Chor der Ohnmächtigen.

Annotationen
Gerhard Kaiser Resurrection. Die Christus-Trilogie von Patrick Roth (A. Francke) und Emily Dickinson Biene und Klee (Urs Engeler Editor).

„Licht im Paragraphenwald“? Das will man doch für Deutschland gar nicht für möglich halten. Michael Pawlik hat sich zwei Sammelbände angesehen, die sich mit der Reform der Juristenausbildung beschäftigen: Christoph Engel, Wolfgang Schön Das Proprium der Rechtswissenschaft (Mohr Siebeck) und Proprium der Rechtswissenschaft} (Mohr Siebeck) und Matthias Jestaedt, Oliver Lepsius Rechtswissenschaftstheorie (Mohr Siebeck).

Thomas Kaufmann sichtet in Türckenbüchlein christliche Meinungen über „die Türken“ (Vandenhoeck & Ruprecht) – Wolfgang Kinzig rezensiert.

Der Kolonialismus heißt Ludolf Pelizaeus’ große Geschichte der europäischen Expansion (Marix) – Andreas Eckert rezensiert.

Süddeutsche Zeitung

Im Wirtschaftsteil findet sich heute eine interessante Weltsicht: „Der schlaue Planet: Wo die meisten Bücher pro Einwohner erscheinen“ zeigt eine Weltkarte, aber mal ganz anders. Die Karte zeigt die Größe der Länder gemessen an den Büchern, die dort jedes Jahr neu erscheinen. Vatikanstadt ist hier Spitzenreiter, aber auch die kleinen europäischen Länder schneiden hier gut ab, was aber besonders daran liege, dass „manche von ihnen Teile größerer Nationen“ seien.
Entnommen wurde die Karte dem Buch Der schlaue Planet-So haben Sie die Welt noch nie gesehen, herausgegeben von Anna Barford (Süddeutsche Zeitung Edition).

„Huch, die sind ja alle nackt“: Die Diana –Ausstellung im Düsseldorfer Kunstpalast sei eine gynäkologische Hochleistungsschau, so Stefan Koldehoff, auch nachzusehen in dem Katalog Diana und Actaeon bei Hatje Cantz.

Unter „Quälende Liebe, bereit zur Attacke“ widmet sich Thomas Meyer fast seitenfüllend dem Briefwechsel der 68er Idole Theodor W. Adorno und Siegfried Kracauer, der Stoff für mehrere Dramen biete. Der Austausch ist unter Briefwechsel 1923-1966: Der Riß der Welt geht durch mich… bei Suhrkamp erschienen.

Da bleibt dann nur noch Platz für zwei Randspalten, eine füllt unter „Suche nach Sinn und Sine“ (heißt wahrscheinlich Sinne) die Besprechung von Christiane Neudeckers Nirgendwo sonst, einem Reiseroman über Birma. Verena Mayer findet das Luchterhand-Buch sei mit zu vielen Geschichten vollgepackt und das Land verkomme zur Kulisse wie es im Lonley-Planet stehe.

In der andere Randspalte gibt’s nur kurzes:
Ganz unten wird gemeldet, dass Giwi Margwelaschwili mit dem Verdienstkreuz am Bande geehrt wird [mehr…]. Das ist zu tief für seine Leistung, aber da der Preis undotiert ist und der auf Deutsch schreibende georgische Autor sich auch kein Brötchen davon kaufen kann, deshalb dann auch wieder richtig.

„Quakend im dunkeln“ beschäftigt sich mit Mirco Bonnés „sehr beschaulicher“ Lyrik, die unter Die Republik der Silberfische bei Schöffling erschienen ist.
Unter „Gläserne Leitern“ geht um Sarah Kirschs Sommerhütchen, das bei Steidl erschienen ist.

Die Welt

Großer Aufmacher: „Der Fluch des Hauses Wittgenstein“. Es geht um Alexander Waughs The House of Wittgenstein. A Family at War (Bloomsbury), das derzeit die Gemüter erhitzt. Ulrich Weinzierl meint, der britische Autor treibt es mit den Familien-Schauermärchen zu weit.

Neue Zürcher Zeitung

Im Feuilleton gibt es heute einiges zu entdecken, thematisch geht es quer Beet.

„Kehlmanns Hund“ beschäftigt sich mit dem Buch Requiem für einen Hund. Ein Gespräch. von Daniel Kehlmann und Sebastian Kleinschmidt (Verlag Mathes & Seitz).

„Keltisches Zwielicht“: Hier geht es um William Butler Yeats Irlands Königreich der Schatten (Jung und Jung).

„Erinnerung an Königsberg“ liefert Klaus Garber in Das alte Königsberg (Böhlau-Verlag).

„Behutsam pflegen“ hat die Einführung in die Denkmalpflege (Theis-Verlag) von Leo Schmidt zum Thema.

„Von Moscheen und Kopftüchern“: Paul Scheffers Die Eingewanderten (Carl Hanser Verlag).

„Bei gelöschtem Licht“: Birgit Landes ist Herausgeberin des Buches Leben. Ein Lesebuch. (Insel Verlag).

„Am Ende aller Hoffnung“: Petra Reskis Buch über die Mafia: Mafia. Von Paten, Pizzerien und falschen Priestern Droemer Verlag). Außerdem: Leoluca Orlando erzählt die Mafia (Herder Verlag) von Leoluca Orlando und Pippo Battaglia.

„Amerika und Deutschland wettereifern in getrennten Booten um die Moderne“: Wettlauf um die Moderne (Pantheon Verlag) wurde u.a. von Christof Mauch und Krian Klaus Patel herausgegeben.

Die politischen und juristischen Bücher in Kürze: Rebellenland. Eine Reise an die Grenzen der Türkei (C.H. Beck Verlag) von Christopher de Bellaigue.
„Hrant Dinks Vermächtnis“ hat Hrant Dinks Von der Saat der Worte (Schiler Verlag) zum Thema.
„Die Faszination des Bösen“: Mirjam Teitler schrieb ein Buch mit dem Titel Der rechtskräftig verurteilte Straftäter und seine Persönlichkeitsrechte im Spannungsfeld zwischen öffentlichem Informationsinteresse, Persönlichkeitsschutz und Kommerz (Schulthess).

„Schweizerkinder in Bildern“: Hier geht es um Bernd Haunfelders Buch Not und Hoffnung; Deutsche Kinder und die Schweiz 1946-1956 (Aschendorff Verlag).

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