
Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch.
Frankfurter Rundschau
Der Schriftsteller David Grossman erhielt gestern den Geschwister-Scholl-Preis [mehr…], die FR druckt heute seine Dankesrede.
Der Reprint Städte der Welt (Taschen), der morgen von Herausgeber Stephan Füssel in Frankfurt präsentiert wird, macht die umfassendste Sammlung von Stadtplänen der frühen Neuzeit sichtbar, macht uns Rezensent Christian Thomas den Mund wässrig. Das Werk hat 363 Farbtafeln.
Harry Nutt rezensiert Abenteuer Feldforschung von Ferdinand Sutterlüty und Peter Imbusch (Campus).
„Wo Robinson lebte“ – da buddeln heute Archäologen. Nämlich auf der Pazifik-Insel Aguas Buenas. Sie interessieren sich aber mehr für Uralt-Einwohner und weniger für Herrn Selkirk, der das Robinson-Vorbild und natürlich kein Schiffbrüchiger war: Es gab Streit mit seinem Käpt’n, und einer musste von Bord, so die uncharmante Historie.
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Werner von Koppenfels ist Anglist und Übersetzer. Jetzt hat er wieder ein eigenes Buch geschrieben: Der Andere Blick oder das Vermächtnis des Menippos (C.H. Beck). Roman Luckscheiter hat die Geschichte der menippeischen Satire rezensiert.
Meisterwerke des Manierismus – eine große Ausstellung in Hamburg. Hirmer hat unter dem Titel Sturz in die Welt den Katalogband gemacht.
Die Welt
Reklame 2.0 – „Der Film zum Buch“: Wieland Freund hat sich die Trailer angeschaut, die immer mehr Verlage produzieren, um ihre Bücher im Internet zu bewerben. Zu den Pionieren zählt der CLUB Bertelsmann – siehe www.derbuchtrailer.de. Aber auch andere Verlage, z.B. Hanser und KiWi ziehen nach. Nur, so Freund, nicht alles tauge. Der SZ-Trailer „Jetzt“ z.B. sei gründlich danebengegangen.
Süddeutsche Zeitung
„An Fäden durch die Geschichte geschleift“: Marionetten von John le Carré (Ullstein) erzähle davon, wie eine Politik, die mit der Angst spielt, ihre rechtsstaatliche Balance verliert, meint Ijoma Mangold.
„Der Mensch ist schwach“ Nik Cohns Triksta. Leben, Tod und Rap in New Orleans (Hanser) sei das beste Buch, das je über Rap geschrieben wurde.
„Nahezu unausweichlich“ betrachtet die Gottesfrage, die regelmäßig wieder zu Weihnachten ausbricht. Martin Urban stellt drei Titel vor:
Paul Davies: Der kosmische Volltreffer, Campus
Simon Conway Morries… Jenseits des Zufalls, bup
und Harald Lesch, Harald Zaun: Die kürzeste Geschichte allen Lebens, Pieper
Unter „Ideengemeinschaft“ geht um Die Realität der Idealisten, das sich mit den Vorbildern von Friedrich Schiller, Wilhelm von Humboldt und Alexander von Humboldt beschäftigt.
Jens-Christian Rabe hat sich unter „Vergangenheit und Zukunft“ die Zeitschrift für Kulturphilosophie aus dem Meiner Verlag vorgeknöpft und wünscht sich für die Zukunft eine etwas schlüssigere und strengere Zusammenstellung.
Die Tageszeitung
Bereits gestern berichtet die taz ausführlich über den verordneten Sparkurs bei der Süddeutschen Zeitung.
„In der riesigen, imposanten Eingangshalle wäre problemlos Platz für eine Party des gesamten Verlags. Doch in Feierlaune ist beim Süddeutschen Verlag niemand: Sparen, soviel ist klar, soll der ganze Verlag und damit auch SZ. Sparen müsse man, wegen der Wirtschaftskrise und der Werbeerträge, die wieder einmal wegzubrechen drohen, sagt der neue SZ-Eigentümer, die Stuttgarter Südwestdeutsche Medienholding (SWMH). Ansonsten weiß die Belegschaft – nichts“, findet die taz in den Text.
Und weiter: „Dass die SWMH-Geschäftsführer Richard Rebmann und Karl Ulrich dagegen dem Branchenblatt Medium ein langes, laues Interview gaben und darin Kündigungen ausschlossen, war dagegen inkonsequent…’Wir wissen nicht, was sie wollen, ob das Taktik ist oder Dämlichkeit‘, sagt ein Mitarbeiter. Die Stimmung bei der SZ, die als einziger überregionale Titel an Auflage zulegt, sei jedenfalls deutlich schlechter, als sie eigentlich sein müsste.“
Unklar scheint auch die Frage wie es mit der Sparte „Neue Produkte“ weitergeht. Dabei scheinen bereits einige Stühle zu wackeln, wie aus anderen Quellen zu hören ist.