
Honnefelder (v.l.)
Der Vortragsraum im Berliner Büro des Börsenvereins war bis auf den letzten Platz besetzt als Christoph Markschies, Präsident der Humboldt-Universität, gestern seinen Band „Antike ohne Ende“ vorstellte, der im Frühjahr im Verlag Berlin University Press erschienen ist.
Verleger Gottfried Honnefelder konnte rund 50 geladene Gäste begrüßen, darunter zahlreiche Professoren der Berliner Universitäten. Der Veranstaltungsort war kein Zufall. „Ich pflege gute Beziehungen zum Börsenverein“, sagte Honnefelder. Der Vorsteher des Börsenvereins nutzte die Gelegenheit, seinen noch jungen Verlag vorzustellen. In diesem Herbst kam das dritte Programm auf den Markt, 42 Titel sind mittlerweile erschienen. Das Programm ist akademisch ausgerichtet, dennoch sei Berlin University Press kein Universitätsverlag, sondern unabhängig. „Wir drucken die Bücher, die wir drucken wollen“, so Honnefelder.
Markschies lobte die angenehme Zusammenarbeit mit dem Verleger, bevor er über die fünf Beiträge in seinem Buch referierte, die allesamt Positionen im Kontext aktueller Debatten formulieren, wie die Kontroversen über Gesundheit und Lebenswissenschaft oder über den künftigen Weg der deutschen Universitäten. „Wenn Sie mehr wissen wollen, müssen sie das Buch lesen“, empfahl der Kirchenhistoriker und Universitätspräsident. Das Publikum war sich einig, man bekam Lust auf das Buch. Und zum Nachdenken hatte Markschies mit seinen Thesen und Themen allemal angeregt. Genug Stoff für anschließende Gespräche bei Häppchen und Wein. Woran liegt es eigentlich, dass die Naturwissenschaftler auch mal zu geisteswissenschaftlichen Büchern greifen, es aber kaum Geisteswissenschaftler gibt, die auch mal ein naturwissenschaftliches Buch lesen?
ML