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Bücher und Autoren heute in den Feuilletons – und jede Menge Weihnachtstipps

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch.

DIE ZEIT

„Eine große Zwakelei“ – Eva Geulen bespricht Theodor W. Adorno/Siegfried Kracauer: Briefwechsel 1932-1966 „Der Riss geht auch durch mich“, erschienen bei Suhrkamp und meint: „Sie kritisierten und verletzten sich – und kamen doch nie voneinander los.“

Michael Naumann mokiert sich über die „Verwandlung von Büchern in Ziegelbauten zwecks Turmbauten in Kassennähe“ der Großbuchhandlungen und geht auf die aktuellen drei Säulen der Bestsellertische ein, die er in Der Turm von Uwe Tellkamp, Außer Dienst von ZEIT-Herausgeber Helmut Schmidt und Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg erkannt hat.

Erinnerungsliteratur der neuen Generation sei Emma Braslavskys, Das Blaue vom Himmel über dem Atlantik, erschienen bei Claasen, meint Tanya Lieske.

Nichts bringe uns das Buch Weisheit von Gert Scobel (DuMont), resümiert Elisabeth Wehrmann.

„Ein kleines, turbulentes, erotisches Meisterwerk“ hingegen sei Mann im Dunkel von Paul Auster (Rowohlt), schwärmt Klaus Harpprecht unter der Überschrift „Die Liebe in Zeiten des Krieges“.

Mit großem Foto kurz vorgestellt wird der Reprint Die Amerikaner von Robert Frank, erschienen bei Steidl.

Ralph Bollmann beschreibe schwungvoll das Dilemma der Reformpolitik zu allen Zeiten, sagt Werner A. Perger und spricht vom Titel Reform – Ein deutscher Mythos (wjs).

Zwei weitere Sachbücher werden besprochen:
Sigmar Gabriel Links neu denken (Piper) und
Sebastian Conrad Deutsche Kolonialgeschichte (C.H. Beck)

Jippie, eine Seite Kinder- und Jugendbuch (minus ¼ Anzeige für Maybrit Illner):
Die Zeit-Auszeichnung „Luchs“ erhält die „Prachtausgabe“ Die Dschungelbücher von Rudyard Kipling, übersetzt von Gisbert Haefs, illustriert von Martin Baltscheit, erschienen bei Boje. Rezensent Bruno Blume findet: vollends gelungen. (Jippie, und Baltscheit und Haefs haben wir doch gestern abend erst getroffen [mehr…])

Außerdem werden vorgestellt:
Hasenzauber von Annette LeBlanc Cate (Gerstenberg)
Alabama Moon von Watt Key (Dressler)
und empfohlen:
François Place Der König der vier Winde (Gerstenberg)
Heinz Janisch/Linda Wolfsgruber Finns Land (Hanser)
Wolfgang Korn Die Weltreise einer Fleeceweste (Bloomsbury)

Auf einer ganzen Seite empfehlen ZEIT-Mitarbeiter Bücher zu Weihnachten, die über hundert tippen wir nicht ab. Auch im Feuilleton gibt es solch eine Seite, zu CDs und Musikbüchern. Außerdem wird dort die Ausstellung Der Meister von Flémalie und Rogier van der Weyden im Städel Museum Frankfurt am Main gelobt, den gleichnamigen Katalog gibt es bei Hatje Cantz, die Ausstellung wandert im Februar weiter in die Gemäldegalerie Berlin.

Frankfurter Rundschau

Preise
Der Kurt-Schwitters-Preis geht an die Britin Tacita Dean, und den Leipziger Buchpreis] erhält der Historiker Karl Schlögel [mehr…].

Annotationen
Juli Zeh Das Land der Menschen mit Illustrationen von Wolfgang Nocke (Schöffling & Co.) und Michael Connelly Kalter Tod (Heyne).

Heike Kühn rezensiert in „Eine Idee in Wirklichkeit“ die Tintenherz-Verfilmung, aber: „Das führt nicht immer zu etwas“.

Heribert Kuhn rezensiert Norbert Niemanns Willkommen neue Träume (Hanser) – ihm kommt das Buch zu theoretisch und zu wenig erzählerisch daher.

Aufgelistet werden die derzeit meistverkauften Kalender bei Amazon. Und, wer steht auf Platz 1? The Simpsons, dicht gefolgt vom Literarischen Katzenkalender. Da kann die FR-Redaktion als Tipp nur einen Dackel-Kalender dagegensetzen…

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Beate Tröger hat Michael Stavaric’ Roman Magma (Residenz) gelesen – und zählt den Autor zu den interessantesten Nachwuchsschriftstellern Österreichs.

„Handwerklich sicher, und, von ein paar Faxen abgesehen, geschmackssicher“ findet Friedmar Apel den Debütroman Unter Einzelgängern (dtv) von Christopher Kloeble).

Annotationen
Christina De Stefano Abenteuerliche Amerikanerinnen (SchirmerGraf) und Aris Fioretos Das Maß eines Fußes (Hanser).

Hubert Spiegel schreibt über Mirko Schädel, Verleger „der erlesenen Achilla Presse“, der in einem ehemaligen Schweinestall ein Kriminalmuseum eingerichtet hat.

Im Reiseblatt Bücher für die Küche:
Wo die glücklichen Hühner wohnen von Martina Meuth und Bernd Neuner-Duttenhofer (Lübbe), Whisky – Die Enzyklopädie von Peter Hoffmann (AT Verlag), Das Große Buch der Kräuter und Gewürze (Teubner), Grand Livre de Cuisine: Die mediterrane Küche von Alain Ducasse (Matthaes Verlag), Cuisine Douce – Sterneküche für zuhause von Douce Steiner (AT Verlag), So schmeckt die Welt (Neuer Umschau Buchverlag), Die Große Teubner Küchenpraxis (Teubner), Ali Güngörmüs von Ali Güngörmüs (Collection Rolf Heyne) und Der Große Larousse Gastronomique (Christian Verlag).

Süddeutsche Zeitung

Gemeldet wird, dass der Börne-Preis im kommenden Jahr von der türkischstämmigen Autorin Necla Kelek vergeben wird. In diesem Jahr vergab Harald Schmidt den mit 20.000 Euro dotierten Preis an Alice Schwarzer.

„Römischer Barock, toskanische Zurückhaltung“, so charakterisiere Jörg Martin Metz den Architekten Pietro da Cortona in seiner „glänzenden Monografie“ Pietro da Cortona and Roman Baroque Achritecture, das bei Yale University Press erschienen ist.

Alex Rühle stellt unter „Ohne Zoom und Blende“: das Literaturportal www.zehseiten.de vor, das gegenüber vielem anderen „eine gute Erfindung“ sei. Gerade erst freigeschaltet kann man zwar erst zwanzig Autoren beim lesen zuschaun, unter anderem Rafik Schami, der zur Überraschung 12 Minuten lang den Anfang seines Kalligrafen aus dem Kopf zitiere.

„Mach es wie das Nashorn“, so die Empfehlung von Elliot Weinberger an die Politik. Dessen Essays in Das Wesentliche seien eine „brilliante“ Mischung aus „Poesie und Politik“, so Hans-Peter Kunisch.

Die Welt

Matthias Heine hat sich unter „Hier wird zensiert“ der Sperrung der britischen Wikipedia-Seiten angenommen und meint. Die Sperrung wurde ausgelöst wegen eines Plattencovers der deutschen Rockband Scorpions, das kinderpoprnografische Züge aufweise. Die Sperre wurde nun wieder aufgehoben, aber Heine zeigt, wie immer wieder Plattecover geändert werden mussten.

„Mit dem geänderten Schluss musste ich mich abfinden“, sagte Tintenherz-Autorin Cornelia Funke im Gespräch über ihre Hollywood-Erfahrungen. Sie berichtet, das bei testvorführungen die ersten Zuschauer das Ende „gehasst“ hätten. Deswegen hat der Film nun einen anderen Schluss als das Buch.
Auf die Frage, ob die Protagonistin Mo ihre Bücher auch als E-Books mit in den Urlaub nehmen würden, sagt Funke: „Wenn sie in Urlaub fahren und die 20 Bücher passen nicht in den Koffer, würden sie es wohl tun. Obwohl wir alle hoffen, dass die E-Books noch eine interessantere Form erhalten. Natürlich werden wir in Zukunft ein Medium haben, in dem wir auf all die Extras und Zusätze zugreifen werden, wie der Bonus bei DVDs. Ich glaube auch, dass uns als besessene Leser das interessieren wird.“
Das Interview ist Online in einer ausführlicheren Version nachzulesen.

Neue Zürcher Zeitung

„Auf Wahrheitssuche“: Erwin Kochs Roman Nur Gutes (Nagel & Kimche) sei ein packendes Kammerspiel, der Autor sei seinem „verdichteten und dennoch schwerelosen Erzählstil treu geblieben“.

„Risikoabschätzung“: Rolf Schieder schreibt in Sind Religionen gefährlich? (Berlin University Press) über die Gefahren, die von Religionen ausgehen können.

„Weiterleben“: Klaus Hillenbrand befasst sich in Nicht mit uns. Das Leben von Leonie und Walter Frankenstein (Jüdischer Verlag) mit dem Schicksal der jüdischen Familie.

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