
Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch.
Frankfurter Rundschau
Denis Johnsons gewaltiger Kriegsroman Ein grader Rauch (Rowohlt) tauche direkt ein in den Kriegsalltag, meint Rezensent Christoph Schröder.
Gert Jonke erhält ein Ehrengrab der Stadt Wien. Er soll am 19. Januar auf dem Wiener Zentralfriedhof beigesetzt werden.
Annotiert
John Harvey Verführung zum Tod (dtv).
Und fast eine ganze Seite in fast eigener Sache: die Übernahme der „Berliner Zeitung“ durch DuMont [mehr…]. Unverhohlene Freude, dass Montgomery sich aus dem deutschen Zeitungsgeschäft zurückzieht. Als ob DuMont nicht auch Sparkurs kennen würde: Gerade die FR sollte das wissen…
Und die zehn meistverkauften Hörbücher bei Amazon.
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Ab sofort als Vorabdruck: Johanna Adorjáns Romandebüt Eine exklusive Liebe (Luchterhand).
Robert Jütte hat sich mit Stammzellenforschung beschäftigt, nämlich Gerd Kempermanns Neue Zellen braucht der Mensch (Piper).
Vorzügliche Gedichte gibt es von Rutger Kopland im Band Dank sei den Dingen (Hanser), Mirko Bonné und Hendrik Rost haben sie übersetzt.
Auch hier: „Der Untergang des Hauses Montgomery“: „Der Verkauf des Berliner Verlags zeigt, was passiert, wenn man von dem Geschäft mit der Presse nichts versteht“, so Michael Hanfeld.
Die Welt
„Bei den Globes siegte die Literatur“ schreibt Elmar Krekeler und kommentiert die glamouröse Veranstaltung: „Beinahe sämtliche wirklich wichtigen Globes gingen an Filme, deren Plot wir … nicht der reinen Imagination von Drehbuchschreibern verdanken, sondern der von Schriftstellern.“ Vikas Swarup (KiWi), Richard Yates (DVA] und Bernhard Schlink Diogenes zum Beispiel. Sicher liegt es nicht daran, dass Hollywoods Drehbuchschreiber letztes Jahr dauernd gestreikt haben…
Wieland Freund schreibt über den unglaublichen Erfolg der Stephenie Meyer.
Süddeutsche Zeitung
Johan Schloemann schreibt über Liza Marklund: „Wer predigt, darf nicht erfinden“.
„Einer unserer originellsten Geister“: Stephan Schlak würdigt den Literaturwissenschaftler Helmut Lethen zum 70. Geburtstag.
Hans-Peter Kunisch rezensiert den zweiten Band von Schalamowss Erzählungen aus Kolyma (Matthes & Seitz).
„Küken und Faschisten“ – das klingt nicht nett: Gemeint sind die Mitford-Schwestern. Die haben sich Briefe geschrieben. Und die hat jetzt Charlotte Mosley bei Harper Collins unter dem Titel The Mitfords – Letters Between Six Sisters herausgegeben.
Eine „halsbrecherische Dramaturgie“ bescheinigt Marianna Lieder dem großartigen Leitfaden zum Abfackeln von Schriftstellerresidenzen von Brock Clarke (Deutsch von Harry Rowohlt) bei Kein & Aber.
Annotiert
Arne Karsten Kleine Geschichte Venedigs (C.H. Beck) und Sebastian Kleinschmidt Gegenüberglück. Essays (Matthes & Seitz).
„Der Ritter vom Print“: Das ist Verleger Alfred Neven DuMont, der mit fast 82 Jahren noch mal das Spiel des Lebens wage. Gemeint ist sein Kauf der Berliner Verlags. Aber wir werden in diesem Jahr auch noch von ihm als Autor hören: Im März erscheint bei der Frankfurter Verlagsanstalt sein erster Roman Reise zu Lena.
Neue Zürcher Zeitung
Mit einer „Verlustanzeige“ macht die NZZ auf. Sie vermisst auf dem deutschsprachigen Buchmarkt die jüngere und mittlere Autorengeneration Russlands. „Deutschsprachige Übersetzungen jüngerer russischer Literatur werden zunehmend Mangelware. Das hängt weniger mit dem Fehlen von Talenten als vielmehr damit zusammen, dass in Russland nur solche anspruchsvolle Literatur gefördert und verlegt wird, die ideologisch genehm ist. Doch auch hierzulande fehlt es an Interesse und Fachkompetenz“, fasst Jörg Plath zusammen, hier http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/aktuell/verlustanzeige_1.1695223.html,mehr.
„Aufenthalte im Unbekannten“: Martin Zingg wirft einen Blick auf drei neue Gedichtbände, die er durchweg empfiehlt:
Richard Dove: Am Fluss der Wohlgerüche. Gedichte Rimbaud-Verlag
Steffen Popp: Kolonie Zur Sonne, Kookbooks-Verlag
Rutger Kopland: Dank sei den Dingen, Nachwort von J. M. Coetzee, Carl-Hanser-Verlag.
Unter „Die Kritik am Freunde“, befindet Ludger Lütkehaus, dass der Briefwechsel zwischen Theodor W. Adorno und Siegfried Kracauer eine Liebesgeschichte offenbare, nachzulesen in Theodor W. Adorno, Siegfried Kracauer: Briefwechsel 1923–1966, Hrsg. von Wolfgang Schopf bei (Suhrkamp).
“Katastrophe! Herrlich!”: Thomas Leuchtenmüller hat sich Bernd Noacks Theaterskandale von Aischylos bis Thomas Bernhard angesehen, das im Residenz-Verlag erschienen ist und ist geteilter Meinung: „Noack hat recht: Hohe literarische Qualität liegt hier nirgendwo vor; und erregend war kein künstlerisches Wagnis, sondern politische Sprengkraft. Solche analytische Schärfe hätte man sich auch für den Rest des – etwas spärlich illustrierten – Bandes gewünscht, dessen 104 Abschnitte bisweilen geschwätzig, redundant und sprunghaft sind.“
„Ein deutscher Kaiser auf dem Weg in den Abgrund“: Das hat sich Cord Aschenbrenner in drei Monografien über Wilhelm II. angesehen:
„Viertausend Seiten hat John Röhl, seiner ‚kaiserlichen Obsession‘ gehorchend, die er schuldbewusst im Vorwort eingesteht, über Wilhelm geschrieben“ verteilt auf drei Bände in Wilhelm II. Der Weg in den Abgrund 1900–1941, bei C. H. Beck.
Christopher Clarks: Wilhelm II. Die Herrschaft des letzten deutschen Kaisers (Deutsche Verlagsanstalt) sei dagegen „eher ein großangelegter biografischer Essay (und) ein brillantes Stück pointierter Geschichtsschreibung“.
Außerdem erwähnt: Eberhard Straub: Kaiser Wilhelm II. in der Politik seiner Zeit. Die Erfindung des Reiches aus dem Geiste der Moderne. (Landtverlag).