Das gibt es vermutlich auch selten: gleich in beiden Bestseller-Listen des am kommenden Montag erscheinenden SPIEGEL wird Platz 1 von einem Neueinsteiger belegt.
Während in der Belletristik Daniel Kehlmann mit „Ruhm“ an den großen Erfolg der „Vermessung der Welt“ anschließen kann, stürmt im Sachbuch der Bonner Kinder- und Jugendpsychiater Dr. Michael Winterhoff erneut die Liste. Hatte es „Warum unsere Kinder Tyrannen werden“ im vergangenen Jahr noch „nur“ bis auf Platz 2 geschafft, so toppt der Nachfolger „Tyrannen müssen nicht sein“ diese Leistung auf Anhieb und setzt sich vor Helmut Schmidt an die Spitze der Liste. Schmidt wird dabei von beiden Winterhoff-Büchern eingerahmt, denn der letztjährige Erfolg hält sich hartnäckig auf Platz 3 der Liste.
Die Gründe für den Erfolg sind klar: Kehlmanns „Ruhm“ dürfte mittlerweile in allen Feuilletons besprochen worden sein, Winterhoff startet mit einer großen BILD-Serie und einem Auftritt bei stern-tv. Mediale Präsenz, die Handel und Verlage gleichermaßen erfreuen dürfte und sicher noch nicht so schnell abreißen wird. Winterhoff verkaufte nach Angaben des Gütersloher Verlagshauses in der ersten Woche nach Erscheinen 60.000 Exemplare, Kehlmann liegt mittlerweile wieder im deutlich sechsstelligen Bereich, nachdem die Vermessung die Millionengrenze knacken konnte.