Gottfried Möckel, der „Doyen unter den deutschen Musikverlegern“ (FAZ) ist tot. Der Breitkopf & Härtel-Verleger starb mit fast 83 Jahren in Bad Soden.

Gerhard Rode würdigt den verstorbenen heute in der FAZ: „Was an der Persönlichkeit Gottfried Möckels jenseits aller verlegerischen Kompetenz am stärksten beeindruckte, das war die ungebrochene Liebe zur Musik, zur Kunst. Möckel wusste, wie wichtig diese für ein sinnstiftendes Menschenleben sind. Er war ein großer Diener der Musik.“
Möckel hat seit 1979, gemeinsam mit der Härtel-Nachfahrin Lieselotte Sievers, den 1729 in Leipzig gegründeten und damit ältesten deutschen Musikverlag für die Zukunft aufgestellt. „Die schweren Zeiten mit Zerstörung des Leipziger Stammhauses im Krieg, die Enteignung des Verlages in der DDR und der Neuanfang in Wiesbaden gehören der Firmengeschichte an. Möckel, am 10. April 1926 in Jaur/Liegnitz geboren, brachte als gelernter Wirtschaftsfachmann hinreichend Erfahrung und Wissen mit in den Verlag ein, um der Musik den Anflug einer brotlosen Kunst zu nehmen“ schreibt Rohde.
Die große Verlagstradition der Gesamtausgaben des 19. Jahrhunderts wurde 1997 mit der „Leipziger Ausgabe der Werke von Felix Mendelssohn-Bartholdy“ wiederaufgenommen. Es folgten die Gesamtausgaben für Jean Sibelius und Hanns Eisler. Und natürlich die Neue Musik: Helmut Lachenmann, Nicolaus A. Huber, Hans Zender, Ariana Hölszky, Hanspeter Kyburz, Martin Smolka, Isabel Mundry und Misato Mochizuki – alles „seine“ Komponisten.