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Bücher und Autoren heute in den Feuilletons – und die tiefe Krise der großen Verlage in Frankreich

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch.

Frankfurter Rundschau

„Sang Woody Guthrie auch für John Steinbeck?“, diese Fragen und mehr beantwortet das neue Kindlers Literatur Lexikon, das im September rundum erneuert beim Stuttgarter J.B. Metzler Verlag erscheint. Jörg Plath hat in Göttingen schon mal den Herausgeber Heinz Ludwig Arnold besucht. Das Lexikon wird auch etwas für Spürnasen sein: Arnold gibt preis, drei „wunderbare“ Artikel zu Büchern untergebracht zu haben, die so nicht wirklich existiert haben…

„Weniger als vier Prozent“: Mit dem Buch Auch in Deutschland waren nicht wirklich zu Hause sei Irmela von der Lühe bei Wallstein ein „instruktiver Band“ über die „Jüdische Remigration nach 1945“ gelungen.

Unter „Unerkannt auf Kanapees“ geht es um die Erzählung Auf Reisen von Matthias Zschokkes (Ammann), die eine Hommage eines Europamüden an die Gegenwart sei.

Gemeldet wird, dass Hans-Josef Ortheil den Elisabeth-Langässer-Literaturpreis der Stadt Alzey erhält, der nur alle drei Jahre verliehen wird.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

„Verführung, Verzückung“ in der Literatur hat Pia Reinacher in ihrem Buch „Liebe, Lüge, Libertinage“ untersucht, will sagen mit einem essayistischen Streifzug hat sie das Liebesleben geschlechtsreifer Romanfiguren untersucht (Berlin University Press).

„Varianten der Räuberleiter an der Prager Botschaft“ ist ein Bericht überschrieben über die Wiederholung des Leipziger Literaturfestival von 1989. Die Reaktion der Bürger war verhalten, nach zahlreichen Lesungen kommt Berichterstatter Alexander Cammann zum Schluss: „Die Erinnerungsstimmung darf ruhig noch ein bisschen revolutionärer werden.“

„Vorschuss zurück“: In Frankreich schlittern die führenden Verlage mit der Finanzkrise in eine ungewisse Zukunft. Die Gruppe Editis zuvor von Finanzheu..äh -investoren für 760 Mio. Euro gekauft, ist für 1026 Mio. Euro das spanische Medienunternehmen Planeta weiterverkauft worden und sollte die Investitionen nach Investorenmanier aus dem laufenden Geschäft refinanzieren. Doch die Finanzkrise macht einen Strich durch die Rechnung. Nun werden Verlagsteile zusammengelegt, defizitäre Häuser ausgegliedert und verkauft.
Bei Hachette wird überlegt, ob nach der Pensionierung von Verlagübervater Claude Durand die Verlage Fayard mit Grasset zusammengelegt werden sollen. Bei Le Seuil sollen hundert Arbeitsplätze gestrichen werden. Die Konzentration des Marketings auf die Autorin Christine Angot floppte – intern erwartungsgemäß. Jetzt versucht man sich mit einer Erotikreihe, bei der es zum Kauf von zwei Büchern ein Sex-Gadget gibt.
Flops waren auch die Vorrauszahlungen an Catherine Millet, Michel Houellebecq und andere. Gallimard hatte Glück mit dem Nobelpreisträger Jean-Marie Le Clezio. Die Buchhandlungen schicken kistenweise zurück und stellen fest, was auch hier bekannt ist: Qualität setzt sich durch.

Süddeutsche Zeitung

„Geboren in der transsibirischen Eisenbahn“ titelt die Besprechung von Julie Kavanaghs Nurejew. Die Biographie, erschienen bei Propyläen. Nach den zahlreichen Lebensberichten, die den Markt nach seinem Tod vor 15 Jahren überschwemmten, sei dieses 1000seitige Konvolut „mit keiner Zeile überflüssig“. Die britische Journalistin hat fast fünfzig Augenzeugen für ihre Charakterstudie des Mannes befragt, der „das Gesicht seiner Profession verändert hat“.

„Der Hansdampf und die Liebesgöttin“: Hier schaut sich Merten Wortmann Hans Christoph Buchs Sansibar Blues, Die Andere Bibliothek im Eichborn Verlag an, indem drei Lebensberichte nach wahren Begebenheiten erzählt, aber als Roman bezeichnet werden.

In „Unangepasste und ‚Judenforscher’“ werden die von Elisabeth Kraus herausgegebenen Studien Die Universität München im Dritten Reich, Aufsätze, Teil II untersucht, die bei Herbert Utz verlegt wurden.

Dann kommen noch Über die Kunst des rechten Alkoholgenusses von Judith Rostas und Manfred Singer, erschienen im Shaker Verlag und tina die teilzeitstewardess, ein Gedichtband, herausgegeben von Alexander Krohn, gezeichnet von Thomas Bohajedyn, erschienen bei Distillery zum Zug.

Die Welt

Gemeldet wird, dass der Autor und Historiker der deutschen Arbeiterbewegung Helmut Hirsch gestorben ist. Er sei mit 102 Jahren das älteste PEN-Mitglied gewesen.

„Lange vor 1914 drängte Wilhelm II. zum Krieg“, lautet die Überschrift zu einem Interview mit dem Biografen John C.G.Röhl, ohne ein Buch zu nennen. Gemeint ist wahrscheinlich die dreibändige Ausgabe Wilhelm II aus dem C.H.Beck Verlag.

Neue Zürcher Zeitung

„Gefolterte Häschen“: Über den Paradigmenwechsel in der japanischen Gegenwartsliteratur, wo Girlie-Schriftstellerinnen gegen ältere Autorinnen anschreiben.

Im „Lesezeichen“ wird die „unwiderstehliche“ Idylle mit ertrinkendem Hund von Michael Köhlmeier besprochen, in deren Schatten ein tragisches Ereignis im Leben des Schriftstellers steht Deuticke.

„Schatzsuche im Müll“ titelt der Beitrag über den neuen Roman von Elif Shafak. Er sei, wie es der Titel Der Bonbonpalast schon sagt, „üppig und etwas zu süss“ Eichborn Berlin.

„Am leeren Grab des Erlösers“ betrachtet Gedichte von R.S. Thomas Babel Verlag.

Und zum Schluss gibt es noch „Hinweise auf Bücher“: Kommunikologie weiterdenken. Die Bochumer Vorlesungen, hrsg. von S. Wagnermaier und Siegfried Zielinski, Fischer TB, Der Körper im Zeitalter seiner Entbehrlichkeit… von Eduard Kaeser, Passagen Verlag und Glücksfall Alter von Peter Gross und Karin Fagetti, Herder.

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