
und Buchhändlerin Barbara Determann
Richtig voll war es gestern zur Freude der engagierten Buchhändlerinnen in der Autorenbuchhandlung Marx & Co.: Gerd Koenen stellte im Gespräch mit Tom Koenigs sein neues Buch Traumpfade der Weltrevolution. Das Guevara-Porjekt, erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, vor. „Mein Programm war es nicht, eine Ikone zu entzaubern“, stellte Koenen seiner Lesung voran. Vielmehr sollte Guevara als historische Figur im Kontext der Zeit dargestellt werden, mit harten Licht- und Schattenseiten.
Eine Reihe guter Guevara-Biographien liegen seit Jahren vor, manche von ihnen sind allerdings auch schon zehn Jahre alt. Mittlerweile gibt es neue Erkenntnisse. Eine Beschreibung „Che“ Guevaras ohne die Einbeziehung seiner Gefährtin Tamara Bunke und ohne Erwähnung Fidel Castros ist nicht möglich. So gilt auch diesen Menschen ein Teil des neuen Buches.
Im Guevara-Projekt sieht Koenen die Entzündung einer Weltrevolution. Das ist dem zum Idol stilisierten „Che“ nicht gelungen, dennoch ist er eine historische Persönlichkeit, die viele Facetten aufweist. Beispielsweise liebte er Bücher, hatte Pablo Nerudas Großen Gesang stets im Rucksack.
Tom Koenigs urteilte über das Buch: Es liest sich gut, ist interessant und materialreich. Aber ihm scheine zu viel Eifer gegen die kubanische Revolution enthalten, die Biografie von Tamara Bunke sei zu ausführlich und man spüre die Verachtung des Autors ihr gegenüber. Leider gibt es auch zu wenig Fotos im Buch.
Gerd Koenen ging auf diese Entgegnungen ein, schon war man mitten drin in der kubanischen Revolution, in der Sierra Maestra, in Bolivien und in La Higuera, dem Ort, an dem Ernesto Guevara de la Serna am 9. Oktober 1967 ermordet wurde.
Eine Buchpräsentation in Rede und Gegenrede – sie machte auf jeden Fall neugierig.
JF