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Bücher und Autoren heute in den Feuilletons – und Haruki Murakami auf der Jerusalemer Buchmesse

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch.

Frankfurter Rundschau

„Seelenarbeit am Stasi-Onkel“: Susanne Schädlich habe mit Immer wieder Dezember bei Droemer eine ergreifende Chronik über den Verrat in der eigenen Familie geschrieben.

Ein raffiniertes wie beklemmendes Buch sei Marie Ndiaye mit Mein Herz der Dinge gelungen, findet Katrin Hillgruber unter der Überschrift „Im Nebel der Missverständnisse“.

In Frankfurt wartet man gespannt auf die Eröffnung des neuen Einkaufszentrum MyZeil. Christian Thomas hat sich schon mal umgesehen und ist angesichts des „Glasberges“ oder „Glasgletschers“, genau entscheiden konnte er sich nicht, auf „eine Fundgrube der wahren Empfindungen“ gestoßen.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

„Ich erwarte nichts von dieser Welt“, zitiert die Überschrift einen Satz aus den Tagebüchern von Sandor Marai, die der Piper Verlag jetzt auf Deutsch in zwei Bänden herausgebracht hat. Aus ihnen klinge der „polyphone Echoraum eines Unbeugsamen“ wider, so Anja Hirsch zu den Ausgaben mit den Titeln Literat und Europäer Tagebücher 1. 1943-1944 und Unzeitgemäße Gedanken. Tagebücher 2. 1945

„Der Tiger und das Mädchen“, so ließe sich das Verhältnis der Ghostwriterein zu ihrem Chef beschreiben, das Jennie Erdal aus eigener Sicht unter Die Ghostwriterin. Ich war sein Verstand und seine Stimme (Kiepenheuer & Witsch) aufgeschrieben hat und das vor allem wegen seines Humors und seiner beträchtlichen Schreibkunst beeindruckend sei, so Sabine Brandt.

Annotiert werden unter
> „Plaudernde Glocken“ Bernhard Rengerdt, Ines Markgraf: Mit Sagen durch das Boitzenburger Land} Schibri Verlag und
> „Schwabs Alptraum“ Marie Phillips: Götter ohne Memioiren, C. Bertelsmann

Nun ist er als endlich da, der 100. Geburtstag von Heinz Ehrhardt, den die FAZ heute noch einmal feiert,ohne aber Ausgaben seiner Werke zu nennen. Gestern in der ARD zur besten Sendezeit hielt NDR-Moderatorin Ina Müller die ganze Zeit ein gelbes Reclam Bändchen in die Höhe. Also auch dort gibt es die Schriften des großen Morgenstern-Bewunderers.

„Najem Walis Reise ins Herz des Feindes“ ist ein Bericht über die Buchmesse in Jerusalem überschrieben, wobei Hans-Christien Rössler feststellt, dass die Israelis zu den eifrigsten Lesern dieser Welt gehören. Haruki Murakami wurde geehrt und fand in seiner Dankesrede deutlich diplomatische Worte: „Wenn ich zwischen einer hohen und dicken Mauer und einem Ei entscheiden muss, das an ihr zerbirst, werde ich immer auf der Seite des Eis stehen.“

„Hass auf den Westen“: Raphel Gross, Direktor des jüdischen Museums in Frankfurt, empfiehlt uns heute morgen die Wiederentdeckung der 700-Seiten-Lektüre von Aurel Kolnai The War Against the West

„Am Nilbogen“ ist der Nachruf auf den Tod des Schriftstellers Tajjib Salich, der auch gestern schon Thema war, der den Zusammenprall der Kulturen in seinem Werk bereits vorweggenommen hätte. Er mache auf die Literatur der arabischen Peripherie zum Zentrum. Seine vier Romane sind im Lenos Verlag erschienen. Die heißen Zeit der Nordwanderung, Eine Hand voll Datteln, Sains Hochzeit und Bandarschah.

Morgen auf der Literaturseite:
Richard Kämmerlings: Thomas Klupp lebt auf dem Standstreifen
Martin Halter: Aleksandar Hemons Lazarus lebt in Chikago
Jakob Heessing: Gabriela Avigur-Rotems israelische Familie

Süddeutsche Zeitung

„In den Urwäldern der Erinnerung“ überschreibt Burkhard Müller seine Rezension zu Klaus-Jürgen Liedtkes Erzählung Die versunkene Welt. Ein ostpreußisches Dorf in Erzählungen der Leute. Über das in der Anderen Bibliothek im Eichborn Verlag erschienene Buch meint Müller: „Dieses Buch ist kein Meisterwerk, sondern etwas viel Interessanteres, der Versuch nämlich, verschiedene, gleichermaßen legitime, aber einander widerstreitende Schreib-Intentionen zusammenzubringen, mit wechselndem Erfolg.“

Christiane Schlötzer hat Halide Edip Adivars wiederentdeckten Istanbul-Roman Die Tochter des Schattenspielers gelesen (Manesse Verlag). „Die Sprache der leidenschaftlichen Erzählerin und Erzieherin ist eher schnörkellos, eine elegante Dichterin war sie nicht, und ihr Stil weit entfernt von der Poesie Nazim Hikmet. Aber sie überzeugt mit einem unterhaltsamen Sittenportrait, das den Leser auch über mehr als 500 Seiten in Bann hält.“

Angela Ullmann hat die Vorstellung von Thorsten Haveners Buch Das Geheimnis, Gedanken zu lesen (Rowohlt) in München besucht. Sie findet, „wie ein Zauberkünstler lenkt er die Aufmerksamkeit der Zuschauer in die gewünschte Richtung und ist ihnen stets ein paar Schritte voraus.“ Und weiter: „Dennoch ist Havener, der, wie er sagt, keine übersinnlichen Kräfte besitzt, so gut, dass man sich nicht erklären kann, wie er durch Gedankenlesen die Zeichnung einer Zuschauerin nachmalen konnte. Das Schöne an Haveners Show ist, dass seine Kunst auch dann funktioniert, wenn man nicht daran glaubt.“

Tobias Lehmkuhl schreibt über den Festvortrag von Martin von Koppenfels, der diesjährige Gewinner des mit 20.000 Euro dotierten Anna-Krüger-Preises für Wissenschaftsprosa. Der Vortrag des Professors für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaften befasste sich „mit ‚infamen’ Erzählstrategien im Werk von Louis-Ferndinand Céline und Jonathan Littell.

Außerdem hat die Unesco einen Atlas der bedrohten Sprachen herausgebracht. Burkhard Müller hat sich das „faszinierende Dokument“ angeschaut.

Die Welt

So viel Trauer muss sein, mit der auch die WELT heute aufmacht: Nach Märklin erwischt es nun auch die zweite Spielzeugeisenbahn: Die Brio-Eisenbahn aus Schweden muss Insolvenz anmelden. Das ist die Holzeisenbahn für die Kleinen, deren Verbindungsstücke zwischen den Schienen früher immer abbrachen, häufig schlecht kopiert, die Einstiegsdroge für Märklin.

„Die Moderne begann mit einem Knall“, überschreibt Wolf Leppenies seine Kolumne über das „Manifest des Futurismus“, das vor 100 Filippo Tommaso Marinetti herausgab und damit auch dem italienischen Faschismus Vorschub leistete.

Gemeldet wird, dass die Musik-Downloadzahlen 2008 einen neuen Rekord erreicht hätten. So luden sich die Deutschen Songs und Alben im Wert von 80 Mio. Euro herunter. Das waren 34 Prozent mehr als im Vorjahr. Durchschnittlich wurde für einen Song 1,10 Euro ausgegeben, 62 Prozent der Kunden waren Männer, Frauen sollen aber im Lauf des Jahres aufgeholt haben.

Morgen in der literarischen Welt
Uwe Tellkamp erinnert an den 9. November
Sibylle Lewitscharoff regt sich über Bulgarien auf
Florian Werner weiß alles über die Kuh

Neue Zürcher Zeitung

Auch wenn am Ende beim Verlagsnamen das „t“ fehlt, dafür sind davon genug in der Überschrift: „Vom Takt und den Tasten“ titelt die Besprechung zur Herausgabe der Texte von Lester Bang in Psychotische Reaktionen und heiße Luft bei der Edition Tiamat.

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