
Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch.
Frankfurter Rundschau
Salman Rushdie lacht von der Titelseite – Sacha Verna hat im Feuilleton ein großes Interview mit ihm geführt. Natürlich über sein neues Buch Die bezaubernde Florentinerin (Rowohlt), Machiavelli und die „traurige Weltabgewandtheit heutiger Autoren“.
Gerhard Gnauck hat Marcel Reich-Ranickis polnische Jahre erforscht: Wolke und Weide (Klett-Cotta). Sein Fazit: „Der Denkmalsturz beleibt aus“. Paar Korrekturen reichen.
Eine Literatur-Rundschau zur Buchmesse – da können wir nur die Titel aufzählen (in der Reihenfolge ihres Auftretens…):
– Hélène Berr Pariser Tagebuch (Hanser)
– Nikolas Dickner Nikolski (FVA)
– Angelika Klüssendorf Amateure (S. Fischer)
– Michael Stavaric Böse Spiele (C.H. Beck)
– Melitta Breznik Nordlicht (Luchterhand)
– Péter Esterházy Keine Kunst (Berlin)
– Christoph Peters Mitsukos Restaurant (Luchterhand)
– David Rieff Tod einer Untröstlichen. Die letzten Tage von Susan Sontag (Hanser)
– Hubertus Buchstein Demokratie und Lotterie (Campus)
– Judith Butler Die Macht der Geschlechternormen und die grenzen des Menschlichen (Suhrkamp)
– Albrecht Wellmer Versuch über Musik und Sprache (Hanser)
– Herfried Münkler Die Deutschen und ihre Mythen (Rowohlt)
– Jürgen Osterhamel Die Verwandlung der Welt (C.H. Beck)
– Stian Hole Garmans Sommer (Hanser)
– Jenny Valentine Wer ist Violet Park? (dtv, Reihe Hanser)
– Meg Rosoff Damals, das Meer (Carlsen)
– W.v. Bredow Lola rast (Klett Kinderbuchverlag)
– Dorothée de Monfreid In finsterschwarzer Nacht (Moritz)
– Katrin Hahnemann Charles Darwin – Wer ist das? (Berlin)
– Maja Nielsen Charles Darwin. Ein Forscher verändert die Welt (Gerstenberg)
– Luca Novelli Das Darwin Projekt (cbj)
Frankfurter Allgemeine Zeitung
„Leser sind Freaks“ – schreibt Richard Kämmerlings zur Leipziger Buchmesse, tja, wem sagt er das… Bei der lit.Cologne allerdings sind die Leser nur Gäste, weiß Oliver Jungen auf der gleichen Seite zu berichten, aber er meint es natürlich nicht despektierlich.
In London will man das Originalkonterfei von Shakespeare entdeckt haben – aber nix Genaues weiß man nicht. Doch es wird in Stratford eine Ausstellung geben, und für die ist ein bisschen Vorabwerbung auch nicht schlecht.
Gisa Funck rezensiert Kürzere Tage von Anna Katharina Hahn (Suhrkamp) – zwei Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs.
Die Welt
Aufmacher: „Gesucht: Der globale Bestseller“. Eine neue Studie zeigt: Weltweit erfolgreich sind nur wenige Autoren. Wieland Freund hat sie sich angesehen. Die Studie natürlich.
Lesenswerter Leitartikel von Elmar Krekeler zum Thema Verlage und Krise: Die Dummen sind die Autoren.
„Wie Marcel Reich-Ranick mit einer polnischen ‚Operationsgruppe’ nach Oberschlesien kam, um die Zensur zu organisieren“ – die WELT druckt einen Text aus dem heute erscheinenden Wolke und Weide (Klett-Cotta) von WELT-Korrespondenten Gerhard Gnauck. So ein bisschen Zensor ist MRR ja lebenslang geblieben…
In Darmstadt wurde ein Foto der älteren Schwester Georg Büchners identifiziert. Das ist nicht ganz so spektakulär wie die Shakespeare-Bild, dafür aber ziemlich sicher. Zu sehen ist Mathilde, die jüngste Schwester – Uwe Wittstock berichtet.
Süddeutsche Zeitung
György Dalos erzählt in seinem neuen Buch Der Vorhang geht auf vom Ende der osteuropäischen Diktaturen. Jens Bisky hat das bei C.H. Beck erschienene Buch rezensiert: „Ohne zu belehren, entfaltet Dalos auf wenigen Seiten, mit großem kompositorischen Geschick ein Panorama Osteuropas, das auch die Gegenwart erschließt, jedem auf die Sprünge hilft, der sich über die aktuelle Absonderlichkeiten wundert.“
Georg Diez hat den Autor Joseph O’Neill in New York getroffen und mit ihm über seinen neuen Roman Niederland (Rowohlt) gesprochen. Diez meint, „sein Roman sei europäisch und altmodisch, aber auch globalisiert und voller verwirrender, widersprüchlicher Energie“.
Sebastian Hammelehle hat Moritz Netenjakobs Debütroman Macho Man, erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, rezensiert. Hammelehle findet, „bei aller Abgrenzung gegen die Generation seiner Eltern, sei Netenjakobs Roman so fast doch eine Utopie im Geist von 1968 geworden“.
Auch hier mit Beilage zur Leipziger Buchmesse:
Belletristik:
Sibylle Lewitscharoff Apostoloff (Suhrkamp)
Christoph Peters Mitsukos Restaurant (Luchterhand Literaturverlag)
Thomas Stangl Was kommt (Droschl)
Michal Hvorecky Eskorta (Tropen)
Heimito von Doderer Seraphica – Montefal (C.H. Beck)
Jakob Arjouni Der heilige Eddy (Diogenes)
Thomas Klupp Paradiso (Berlin)
Bliss Broyard Ein Tropfen (Berlin)
Alan Aldridge Mein Design (edel Edition)
Wilhelm Genazino Das Glück in glücksfernen Zeiten (Hanser)
Viktor Pelewin Das fünfte Imperium (Luchterhand Literaturverlag)
Claudio Magris Ein Nilpferd in Lund (Hanser)
Ha Jin Ein freies Leben (Ullstein)
Ma Jian Red Dust (Schirmer Graf)
Christoph Buchwald und Klaus Wagenbach 100 Gedichte aus der DDR (Wagenbach)
Hans Bender Wie es kommen wird. Meine Vierzeiler (Hanser)
Julia Schoch Mit der Geschwindigkeit des Sommers (Piper)
Nicolas Righetti Love Me Turkmenistan (Trolley)
Peter von Matt Wörterleuchten (Hanser)
Sachbuch:
Jürgen Osterhammel Die Verwandlung der Welt (C.H.Beck)
Thomas Hermanns für immer d.i.s.c.o. (Scherz)
Volker Marquardt Halbzeit – was mit 40 wirklich zählt (Rowohlt Berlin)
Herfried Münkler Die Deutschen und ihre Mythen (Rowohlt Berlin)
Melissa Müller und Monika Tatzkow Verlorene Bilder, verlorene Leben (Elisabeth Sandmann)
Elke Heidenreich Passione (Hanser)
Manfred Geier Die Brüder Humboldt (Rowohlt)
Karl-Markus Gauß Die fröhlichen Untergeher von Roana (Zsolnay)
Peter Ackroyd Die Themse – Biographie eines Flusses (Knaus)
Kate Berridge Madame Tussaud (Osburg)
Hellmut Flashar Inszenierung der Antike (C.H.Beck)
Politisches Buch:
Christian Bommarius Das Grundgesetz (Rowohlt)
Avi Primor Mit dem Islam gegen den Terror (Droste)
Hörbuch:
Detlef Michelers „Fragen Sie mich nicht, wie einsam ich bin“ (Hörverlag)
Georges Simenon Das Haus am Kanal (Der Audio Verlag)
Nagel Wo die wilden Maden graben (Patmos)
Lou Andreas-Salomé Das Rainerbuch (Kaleidophon-Verlag)
Uwe Tellkamp Der Turm (Hörbuch Verlag)
Reisebuch:
Waldemar Abegg und Boris Martin Reise in eine vergangene Zeit (Frederking & Thaler)
Vojo und Marlies Vujovic Der Limes (Wieser)
Richard Tames Shakespeares London (Sanssouci)
Neue Zürcher Zeitung
Die Verunsicherungen, die in Italien ein Medienmogul als Staatspräsident treibt, erzählt heue morgen die NZZ an dem Beispiel des Buches Il corpo del Capo, das schließlich bei Guanda Editore herauskam. Ursprünglich sollte der Titel des linken Kritikers und Literatursoziologen Marco Belpoliti bei Einaudi erscheinen, das im weiteren Sinne zu Silvio Berlusconis Imperium Mediaset gehört. Das Buch bietet eine distanzierte Analyse der Selbstinszenierung Berlusconis und der Bildsprache derer sich dieser bedient. Doch weil der Einaudi Verleger das Buch nur vorher sehen wollte, zog Belpoliti, ansonsten Hausautor, gleich in einen anderen Verlag um. Das Buch zeigt, die Angst in Italiens Literaturszene sitzt tief. „Silvio Berlusconi und sein Körper werfen so oder so unheimliche Schatten“, so Franz Haas.
Sibylle Lewitscharoff sei mit Apostoloff (Suhrkamp) eine grosse Komödie des Hasses gelungen, so Paul Jandl unter „Das Vaterland als Totenreich“.
Unter „Unfrisierte Gedanken“ gedenkt Martin Pollack des „polnische Aphoristiker“s Stanislaw Jerzy Lec, der vor hundert Jahren geboren wurde und weist aus diesem Anlass auf Marta Kijowskas: Die Tinte ist ein Zündstoff. Stanislaw Jerzy Lec – der Meister des unfrisierten Denkens], Verlag Carl Hanser, hin. Das sei eine Skizze, die große Biografie müsse noch geschrieben werden. Aber: „Ihr Buch macht es möglich, St. J. Lec wieder neu zu lesen. Darauf freue ich mich schon“, so Pollack.
„Bulle – oder Ochse?“, so klar wird das nicht in Lewis Nkosis Roman über Mandela mit dem Titel {Mandela und der Bulle von Mondi, erschienen im Peter-Hammer-Verlag, meint Heinz Hug.
In Kürze besprochen wird unter
> „Spielerische Anthropologie“: Holger Zaborowski: Spielräume der Freiheit. Zur Hermeneutik des Menschseins, Verlag Karl Alber
> „Friedrich, noch immer“: Johannes Kunisch, Friedrich der Grosse in seiner Zeit, C.H.Beck
> „Denken im Fliegenglas“: Reinhard Brandt: Können Tiere denken? Ein Beitrag zur Tierphilosophie, Edition Unseld, Suhrkamp