
David Gilmours erstes Buch in deutscher Übersetzung ist nicht nur in seiner Heimat Kanada bereits ein Bestseller. Am Freitagabend stellte der Autor „Unser allerbestes Jahr“ in der voll besetzten Ingeborg-Drewitz-Bibliothek in Berlin Steglitz vor.
Eingeladen hatten der S. Fischer Verlag und die Buchhandlung Thalia, die sich wie die Stadtbibliothek im Einkaufscenter „Das Schloss“ befindet.
David Gilmour erzählt in dem autobiografischen Buch davon, wie er seinem 16-jährigen Sohn erlaubte, die verhasste Schule zu schmeißen. Seine Bedingungen: Keine Drogen und drei Filme pro Woche, gemeinsam angeschaut. „Wenn ich das Experiment nicht gewagt hätte, wäre Jesse womöglich im Gefängnis gelandet“, sagte der frühere Filmkritiker Gilmour im Gespräch mit Moderator Knut Elstermann. Dabei sei es ihm nicht vordergründig um die Filme gegangen. „Jesse brauchte, was alle in dem Alter brauchen: gemeinsame Zeit mit dem Vater.“
Ein mutiges Experiment? Nein, erklärte Gilmour. „Ich brauchte keinen Mut. Unsere Gespräche waren eine Notwendigkeit. Ich wollte nicht zusehen, wie die Schule meinen Sohn zerstört.“ Dass der Vater damals arbeitslos war und viel Zeit hatte, erwies sich dabei als Glücksfall.
Heute ist Jesse ein selbstbewusster junger Mann, der selbst Drehbücher schreibt. „Jeden Tag habe ich ihm gesagt, wie toll er ist. Irgendwann hat er das geglaubt“, so Gilmour, der seinen Sohn an dem Erfolg des Buches beteiligt. „Jesse bekommt ein Viertel der Einnahmen.“
Ganz begeistert zeigte sich Gilmour von der Art, wie der Schauspieler Reiner Schöne den Text vortrug. Und Schöne, der übrigens auch die Hörfassung „Unser allerbestes Jahr“ (Steinbach sprechende Bücher) eingelesen hat, war so angetan von dem Buch, dass er gerne noch viel länger gelesen hätte. Die Zuschauer dankten mit lang anhaltendem Applaus, eilten zum Büchertisch und standen lange zum Signieren an.
ML