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Bücher und Autoren heute in den Feuilletons – und die Grosz-Erben fordern die in der Nazizeit gestohlenen Bilder zurück

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch.

Frankfurter Rundschau

„Grosz-Erben fordern Rückgabe von Bildern“: Die Auseinandersetzung schwelt seit Jahren, jetzt aber wollen die Erben von George Grosz in Berlin ein eigenes Museum [mehr…] gründen und fordern das Raubgut zurück. Zum Beispiel vom MoMa in New York. Der SPIEGEL, der schon gestern in seiner Online-Ausgabe das Thema aufgriff, druckt heute im Heft zwei Seiten zum Thema. Und verweist (ab S. 148) auf das Buch, das detailliert erzählt, wie 1933 Grosz und sein Galerist Alfred Flechtheim ausgeplündert wurden: Ralph Jentsch Alfred Flechtheim und George Grosz. Zwei deutsche Schicksale (Weidle Verlag).

Die 158 Veranstaltungen der Lit.Cologne haben 65.000 Besucher angezogen.

Erstmals sollen in Deutschland die Werke Max von der Grüns komplett erscheinen. Die ersten beiden Bände der Werkausgabe liegen bereits im Pendragoin-Verlag vor; komplett soll die Ausgabe 2011 sein.

Neu übersetzt: Billy Budd. Die großen Erzählungen von Herman Melville. Michael Walter und Daniel Göske haben das Buch bei Hanser vorgelegt.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Auch hier: die Rückgabeforderung der Grosz-Erben.

Neue Wirtschaftsbücher
George Akerlof; Robert Shiller Animal Spirit. Wie Wirtschaft wirklich funktioniert (Campus).

John B. Taylor Getting off Track (Hoover Institution Press)

Gerald Braunberger, Judith Lembke Finanzdynastien. Die Macht des Geldes (Frankfurter Allgemeine Buch).

Pia Reinacher bespricht Kurt Drawert Ich hielt meinen Schatten für einen anderen und grüßte (C.H. Beck) – ein „nicht leicht zugänglicher Roman, der vor Wut vibriert“.

Ein „filigraner Initiationsroman“ ist Hiromi Kawakami Herr Nakano und die Frauen (Hanser), findet Steffen Gnam).

Annotationen
Günter Grass Als der Zug abfuhr (Steidl) und Radu Tuculescu Der Mikrowellenherd (Verlag Johann Lehner).

Oliver Jungen mit einem Rückblick auf die Lit.Cologne: „Das Festival ist endlich angekommen – bei sich, dem Publikum und den Bücher“.

Die Welt

Ich bin voller Hass – und das liebe ich, Joachim Gaertners dokumentarischer Roman über den Amoklauf von Littleton (Campus) versucht gar nicht erst, Erklärungen zu bieten, sondern macht eine „literarische Montage“ und lässt offen, „wo die Fiktion aufhört und die Realität anfängt“.

Die Lit.Cologne haben 65.000 Menschen besucht.

Simone Veil hat ihre Autobiografie geschrieben: Und dennoch leben. Bei Aufbau ist die deutsche Übersetzung erschienen.

Die Akademie der Künste hat eine Feier zu Christa Wolfs 80. Geburtstag veranstaltet. Die „Festschrift“ Sich aussetzen. Das Wort ergreifen hat Therese Hörnigk herausgegeben mit Texten von Günter Grass, Peter Härtling, Friederike Mayröcker u. a. (Wallstein)

Süddeutsche Zeitung

Till Briegleb denkt über Die diskrete Scham nach (Insel).

Rolf Michaelis ist „der gebildetste Literaturredakteur, über den die Zeit je verfügen durfte“, findet Willi Winkler bei der Lektüre von dessen Stundenbuch Ein Tag der Liebe bei Insel.

„Ich schere mich nicht um die Welt, die Zukunft, das Geschwätz der Leute, eine Stellung in der Gesellschaft, ja nicht einmal um literarischen Ruhm, nach dem ich mich einst nächtelang verzehrte“, schrieb Gustave Flaubert 1850 aus Istanbul an seine Mutter.
Orhan Pamuk hat in seiner Dankesrede bei der Verleihung der Ehrendoktorwürde in Rouen sein Verhältnis zu Flaubert geschildert, und die Süddeutsche hat diesen schönen Text gekürzt abgedruckt.

Kann die Selbstbestimmung „überdehnt“ werden? Der Tübinger Moraltheologe Dietmar Mieth befürchtet das in seinem kleinen Buch zur Sterbehilfe: Grenzenlose Selbstbestimmung? Der Will und die Würde Sterbender, (Patmos).

Helga Grebing schafft es zwar in ihrem Buch über Willy Brandt bei Wilhelm Fink, sein Verhältnis zur deutschen Nation zu erläutern und sein Verständnis eines freiheitlichen, demokratischen Sozialismus, rutscht aber manchmal in eine undifferenzierte Hommage ab.

Die zweite Auflage von Israels Irrweg. Eine jüdische Sicht ist bei PapyRossa erschienen. Rolf Verleger, Mitglied des Direktoriums im Zentralrat der Juden, wiederholt seine Kritik der israelischen Politik und wendet sich gegen jeden „nationalistischen Größenwahn.“

Der Spiegel

Neben der großen Grosz-Geschichte (siehe oben) gibt es eine Interview mit Simone Veil, der französischen Politikerin und Auschwitz-Überlegebenden, die bei Aufbau ihre Autobiografie Und dennoch leben herausgebracht hat.

Claudia Voigt bespricht den neuen Ralf Rothmann Feuer brennt nicht (Suhrkamp).

Monika Maron im Interview über die „Kraft der Ostdeutschen“, und vorgestellt wird Tilmann Lahmes Golo Mann. Biografie (S. Fischer).

Neue Zürcher Zeitung

Die italienische Buchwelt beschäftigt ein handfester Skandal um den allerdings erst angeklagten Initiator des renommierten Literaturpreises Premio Grinzane Cavour Giuliano Soria. Nach einer Anklage eines jungen Mannes aus Mauritius wegen sexueller Belästigung scheinen sich jetzt für die Staatsanwaltschaft einige weitere Abründe aufgetan zu haben. So soll er nicht nur ein kleines undurchsichtiges Preisverteliungsimperium aufgebaut haben, sondern auch eine Million Euro veruntreut haben.

Die NZZ lobt die Arbeit der Jury, die viele Autoren und Verleger bereits ausgezeichnet hat, die später sogar mit Nobelpreisen beehrt wurden. Doch diese hochkaräitge Jury, der unter andrem Peter Schneider angehörte, hat sich noch vor der gerichtlichen Aufklärung aufgelöst, die Zukunft des Preises, der erst kürzich um einen Verlegerpreis erweitert wurde, ist ungewiss.

„Ein Schriftsteller, nichts sonst“: Gestern bereits druckte die NZZ ein lesenswertes Gespräch mit Ismail Kadare , das Andreas Breitenstein geführt hat. Sie können es heute hier nachlesen.

Zuletzt erschien von Kadare als HC Der Raub des königlichen Schlafs bei Ammann und das Taschenbuch Der Nachfolger bei Fischer.

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