Der Verlag Hoffmann & Campe hat als erster Publikumsverlag bei iTunes ein breites

„iHoca -ml was anderes“
Angebot für iPod und das iPhone geschnürt – und bietet dort über seine Applikation iHoCa einen neuen Weg, Leseprobnen an die Kunden zu bringen [mehr…]. Fragen deshalb an HoCa-GF Markus Klose]
Wieso jetzt auch noch das iPhone?
ITunes hat eine riesige Chance, das entscheidende und marktführende Programm für Medieninhalte auf dem Computer zu sein. Schon jetzt ist es perfekt, um Musik, Filme, Videos und Spiele zu verwalten. Allmählich kommen nun auch Buchinhalte hinzu. Die Vorteile des iPhone liegen dabei auf der Hand. Zum Einen sind schon viele hunderttausend im deutschsprachigen Raum über die Ladentheke gegangen – also weit mehr als der 505 oder das Amazon Kindle je erreichen werden – und da man überall und sofort seine Medien downloaden kann, entfällt der Verzögerungseffekt. Wenn also zum Beispiel jemand tagsüber zum Beispiel in der Zeitung eine gute Rezension liest und das besprochene Buch erstehen will, braucht er in Zukunft nur noch drei, vier Tasten zu drücken, und schon kann er anfangen zu lesen. Zuerst vielleicht gratis als Leseprobe und dann entweder, indem er den ganzen Text lädt oder eben, indem er es in der Buchhandlung seines Vertrauens erwirbt. Dieser Unmittelbarkeit kann also vor allem zur Werbung genutzt werden, sie ist eine perfekte Möglichkeit für Verlage, auf Bücher neugierig zu machen. Und für die Leser ist es völlig unkompliziert, sich einen Eindruck von neuen Titeln zu verschaffen.
Was also kann hier die Rolle des traditionellen Buchhandels sein?
Der stationäre und der versendende Handel werden davon profitieren können. Lesen am Bildschirm ist nach wie vor nicht ansatzweise so bequem und augenfreundlich wie bei einem gedruckten Buch, und das bleibt auch so. Die Lust aufs Buch unmittelbar und schnell auslösen zu können ist der eigentliche Unterschied. Der Kauf wird weiterhin auch dort stattfinden, wo der Kunde sonst auch immer seinen Bedarf deckt. Die neuen digitalen Möglichkeiten erfordern solche oder andere neue Ideen in den Verlagen. Sonst bleiben wichtige Chancen in einem zu großen Teilen grundlegend anders funktionierenden Markt ungenutzt. Schließlich ist es eine der zentralen Aufgaben eines Buchverlags, seinen Autoren überall dort Platz zu geben, wo dieser theoretisch vorhanden ist.
Und was ist jetzt dieses iHoca?
Das ist vor allem ein Versuch, einen Markt nicht nur verstehen zu lernen, sondern ihn selbständig zu gestalten. So wie es von beinahe jedem Spiel, jedem Programm, ja sogar jedem Video immer eine Art kostenlose Probeversion bei iTunes gibt, so brauchen auch wir Verlage eine Plattform, um unsere Inhalte vorzustellen, in attraktiven Dosierungen anzubieten und damit den Interessenten schließlich zum Käufer zu machen. iHoCa nutzt die Erfahrungen der iTunes-User, ist schnell zu laden, kostet nichts und kann eine ideale Schnittstelle zwischen Autoren, Lesern und Händlern werden. Außerdem finden wir im Verlag den Namen auch einfach originell. Mal was anderes, dachten und denken wir.