
Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch.
Frankfurter Rundschau
„In Nicholson Bakers Buch Menschenrauch wird der Zweite Weltkrieg zur Freakshow“ – findet Michael Rutschky, der das bei Rowohlt erschienene Werk rezensiert. Irgendwie hatte er das Buch aber schon nach wenigen Seiten satt.
Eine „imposante Unterschriftenliste“ ist beim Appell zur „Rettung des Urheberrechts“ zustande kommen – sind Sie auch schon dabei? Schauen Sie einfach mal da: www.textkritik.de/urheberrecht/
Alexander Cammann bespricht Gustav Seibts Goethe und Napoleon (C.H. Beck).
Harry Nutt kommentiert den Streit um die Grosz-Bilder und verweist zum Verständnis der Hintergründe auf Ralph Jentschs Buch George Grosz – Alfred Flechtheim. Zwei deutsche Schicksale (Weidle).
Peer Trilcke zum Leonce & Lena-Lyrikwettbewerb, dazu gibt’s Buchtipps zu Werken der Preisträgerin: Ulrike Almut Sandig Zunder und Streumen (beide Connewitzer Verlagsbuchhandlung).
Barbara von Becker rezensiert Johanna Adorjáns Eine exklusive Liebe (Luchterhand), drückt sich aber vor einer Wertung.
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Raphael Gross über den Schriftsteller und Maler Bruno Schulz: „Als Schneewittchen die SS besuchte“.
Gut 20 Prozent mehr zahlende Gäste hat der Salon du Livre in Paris – rund 200.000 Besucher kamen.
Friedmar Apel rezensiert Peter Handkes Die Kuckucke von Velika Hoca (Suhrkamp): „Sein jugoslawischer Traum“.
Autoren und Verleger appellieren an die Politik [mehr…], das Internet nicht zum rechtefreien Raum werden zu lassen.
Ein Nachruf auf den italienischen Autor Giuseppe Bonaviri, und der Schweizer Literaturwissenschaftler, Kritiker und Übersetzer kriegt den „Contenance“-Preis.
Neue Zürcher Zeitung
Der in Marokko lebende spanische Schriftsteller Juan Goytisolo wird mit dem Premio Nacional de las Letras Españolas 2008. Brigitte Kramer beschreibt, wie er mit Selbstzweifeln und einer Lebensbilanz reagiert. Zuletzt erschein von ihm bei Landschaften nach der Schlacht bei der Süddeutschen Zeitung und Der blinde Reiter im Suhrkamp Verlag.
„Ehrenkreise, Höllenqualen“, das alles litt Thomas Bernhard, der nichts mehr verachtete als Preise einzuheimsen – um dann doch ein Buch drüber zu machen. Meine Preise – Thomas Bernhard erinnert sich, erschienen bei Suhrkamp.
„Die Phantome des Baumeisters“, so wirken seine mystischen Werke, die der serbische Architekt Bogdan Bogdanović geschaffen hat. „Er zählt zu den versöhnlichsten und zugleich zu den radikalsten Architekten. Vor allem mit seinen Mahnmalen gegen Krieg und Faschismus hat sich der in Belgrad geborene und seit 1993 im Wiener Exil lebende Bogdan Bogdanović einen Namen gemacht“, so Paul Jandl, der ihn in Belgrad besucht hat. Zur Bogdanović-Ausstellung im Wiener Architekturzentrum (bis 2. Juni) ist ein Katalog erschienen. Memoria und Utopie in Tito-Jugoslawien, Wieser-Verlag.
Getrauert wird um den italienischen Schriftsteller Giuseppe Bonaviri, von dem nur es wenig auf Deutsch gibt. 2006 ist bei C.H.Beck Die blaue Gasse erschienen, das lieferbar ist. Der Sizilianer habe die Themen in seiner Kindheit gesucht und „realistische Komponenten mit phantastischen und märchenhaft anmutenden Elementen vermischt, würdigt Dagmar Reichardt den Autor.
„Aus den Fugen“ gerät das Leben in Silvio Huonders Roman Dicht am Wasser (Verlag Nagel & Kimche), dessen doppelbödiger Romanschluss die Leser im gekonnt inszenierten Zweifelsfall zurücklässt, so Beatrice Eichmann-Leutenegger.
So etwas wie Nora Gomringers Klimaforschung aus dem Verlag Voland & Quist habe die kleine deutschsprachige Lyrik-Welt schon lange nicht mehr erlebt, schreibt Michael Braun unter „Die Haut der Wörter“.
Kurz besprochen wird unter
> „Männer in freier Bahn“: Nils Minkmar, Mit dem Kopf durch die Welt. Ganz persönliche Geschichten aus der Normalität, S. Fischer.
> „Jaspers als politischer Denker“: Glaube und Wissen. Zum 125. Geburtstag von Karl Jaspers, Herausgegeben von Anton Hügli. Studia philosophica, Bd. 67. Schwabe-Verlag.
> „Der Überflieger“: Malcolm Gladwell, Überflieger. Warum manche Menschen erfolgreich sind – und andere nicht, Campus-Verlag
Die Welt
Für Wieland Freund ist der britische Schriftsteller Simon Beckett der neue Krimikönig: Leichenblässe, Wunderlich
Der italienische Autor Giuseppe Bonaviri ist tot. Sein Roman Der Schneider von Mineo wurde mehrmals für den Literaturnobelpreis vorgeschlagen.
Der Zupfgeigenhansl wird 100. „Freiheitlich, romantisch, frech, obrigkeitsfeindlich“, war das Liederbuch der Wandervögel.
Süddeutsche Zeitung
Karl Rahner und Herbert Vorgimmler haben die Texte des Zweiten Vatikanischen Konzils bei Herder herausgegeben: Kleines Konzilskompendium nennen sie die 776 Seiten. Für Alexander Kissler eine „unschätzbare Quelle des religiösen Bewusstseinswandels“.
Das Instituto Cervantes in Berlin zeigt bis zum 8. Mai private Fotografien von Jorge Luis Borges.
Bücher voller „außergewöhnlicher sprachlicher Heiterkeit“ habe Giuseppe Bonaviri geschrieben, meinte zumindest der Schriftstellerkollege Italo Calvino. Bonaviri ist am Samstag im Alter von 84 Jahren gestorben.
Violetta Simon freut sich bei Droemer Knaur: Hurra, wir lieben noch!.