
Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch.
Frankfurter Rundschau
Jetzt schlägt die Finanzkrise richtig zu: Ackermann ist 90% seines Gehaltes los, nun muss er das ganze Jahr mit 1,4 Millionen Euro rumknapsen. Hoffentlich hat er was auf die hohe Kante geschafft, nicht dass uns die Grinsebacke noch unter die Räder kommt…
Andrés Neuman erhält den diesjährigen Alfaguara-Preis, gegen Ackermanns Kohle sind die 130.000 €, die da dranhängen, fast nix, aber Neuman wird sich trotzdem freuen.
Der Lindgren-Kinderbuchpreis geht nach Palästina. An das Tamer-Institut. Das kriegt wenigstens 460.000 €.
Schluss mit Kohle jetzt, bescheiden wir uns mit Geistigem. Zum Beispiel mit Robert Castels Negative Diskriminierung. Jugendrevolten in den Pariser Banlieus (Hamburger Edition). Obwohl – da geht es letztlich auch ums Geld. Aber eher das, das die Jungs und Mädels in Paris nicht hatten…
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Auch der Schriftsteller Schweizer Thomas Hürlimann hat Peer Steinbrück ins Herz geschlossen. Der gescheiterte NRW-Ministerpräsident und Noch-Finanzminister ist nach seinen Äußerungen über den Schurkenstaat Schweiz dort beliebt wie Fußpilz. „Herr Steinbrück, Sie haben Mundgeruch“, betitelt Hürlimann seinen Feuilleton-Aufmacher.
Fürsten und Höfe im Mittelalter hat Karl-Heinz Spieß bei Primus untersucht, endlich ein erfreulicheres Thema.
Wiederentdeckt: Der pazifistische Tagebuchroman Die Katrin wird Soldat von Adrienne Thomas (Röhrig Universitätsverlag).
Annotationen
Anna Sam Die Leiden einer Kassiererin (Riemann Verlag und Chris Lavers The Natural History of Unicorns (Granta Books) – haben die bei der FAZ schon alle deutschen Novitäten durch?
Die Welt
Wieland Freund kommentiert den Lindgren-Preis an das Tamer-Institut. Merkwürdig findet er, wenn eine Institution eine andere auszeichnet.
Uta Baier kommentiert die jüngsten Ereignisse um George Grosz’ geraubte Bilder. Wird langsam Zeit, dass sie den rechtmäßigen Besitzern zurückerstattet werden. Aber die Museum, die das Diebesgut ausstellen, winden sich wie Zicke am Strick. Wer die Vorgeschichte lesen will: Ralph Jentsch Alfred Flechtheim und George Grosz (Weidle).
Seite 3 steht im Zeichen des Alexanderplatzes. Döblin kommt nur am Rande vor, denn es gibt ein aktuelleres Buch: Volker Kutschers Dreißigerjahre-Krimi Der stumme Tod (KiWi).
Süddeutsche Zeitung
Alex Rühle rezensiert Rawi Hages Roman über den Libanonkrieg 1982 Als ob es kein Morgen gäbe (DuMont).
Hans-Eberhard Dentler deutet Johann Sebastian Bachs „Musicalisches Opfer“ (Schott) als Abbild der Sphärenharmonie.
Jean-Michel Berg rezensiert Peer Hultbergs Die Stadt und die Welt. Roman in hundert Tagen (Jung und Jung)
Und SZ-Autor Oliver Herwig hat bei Birkhäuser das Buch Universal Design vorgelegt.
Neue Zürcher Zeitung
„Der Beste seiner Generation“: Sechs Jahre nach seinem Tod wachse der Ruhm des Schriftstellers Roberto Bolaño ins Unermessliche, schrfeibt Brigitte Kramer. „Der chilenische Schriftsteller Roberto Bolaño, der 2003 in Barcelona starb, lebte ärmlich und schrieb wie besessen. Postum wächst sein Ruhm unaufhörlich. Kürzlich wurde der umfangreiche Roman «2666» in den USA mit dem National Book Award bedacht – diesen Herbst erscheint das Werk auf Deutsch. Im Nachlass wurden jetzt zwei weitere Romane entdeckt“, heißt es in dem Bericht. Zuletzt erschien Telefongespräche bei dtv.
„Stunden, Tage, Jahrzehnte“ titelt Paul Jandl und lobt, Thomas Stangl sei mit über Was kommt beim Droschl-Verlag, ein „grosser Wien-Roman der verlorenen Zeit“ gelungen. Den können Sie gleich im Doppelpack verkaufen denn: „Sein 2006 erschienener Roman Ihre Musik war das metronomisch genaue Vorspiel zum neuen Buch: Was kommt ist ein zutiefst beeindruckender Roman, der die Gegenwart an die übrige Zeit verloren gibt.“
Die „Monumente der Macht“ und zwar der römischen präsentieren Jean-Claude Golvin und Catherine Salles in ihrem gleichnamigen Buch mit dem Untertitel Die Welt der römischen Kaiser im Konrad-Theiss-Verlag. Rezensentin Cornelia Isler-Kerényi: „Den ästhetischen Hochgenuss der Bilder untermauern informative Texte und erhellende Passagen aus der Literatur der Zeitzeugen.“
Als „Widerstandskämpfer und Chronist“ stelle Franziska Augstein den Autor Jorge Semprún und sein Jahrhundert in ihrem Buch Von Treue und Verrat. Jorge Semprún und sein Jahrhundert, (C. H. Beck) dar, so Kersten Knipp.
„Lyrische Pralinés, lyrisches Kommissbrot“ Diese zwei Anthologien bieten einen Querschnitt der orientalischen Lyrik, darauf macht uns Stefan Weidner aufmerksam:
> Claudia Ott (Hg.): Gold auf Lapislazuli. Die 100 schönsten Liebesgedichte des Orients, Verlag C. H. Beck
> Khalid al-Maaly (Hg.): Die Flügel meines schweren Herzens. Lyrik arabischer Dichterinnen vom 5. Jahrhundert bis heute, Manesse-Verlag.