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Goethe und Napoleon

Martin Mosebach (l.) als Goethe,
Gustav Seibt als Napoleon

Voll war es gestern Abend im Goethehaus in Frankfurt: In Kooperation mit dem Literaturhaus der Stadt stellte Gustav Seibt sein Ende letztes Jahr bei C.H. Beck erschienenes Buch Goethe und Napoleon. Eine historische Begegnung vor.

Ihm zur Seite stand Martin Mosebach; gemeinsam spielten sie die berühmte Begegnung zwischen Macht und Geist, die am 2. Oktober 1808 in Erfurt stattfand, nach. Dieses Treffen, besonders durch Napoleons Ausspruch „Vous êtes un homme!“ legendär geworden, beeinflusste den Dichterfürsten sein Leben lang.

Mit viel Sachkenntnis und Detailreichtum beleuchtet Gustav Seibt nicht nur dieses kurze Gespräch, sondern zeigt historische Zusammenhänge auf. So wird auf frühe Begegnungen mit Frankreich wie die zur Zeit der Einquartierung des Grafen Thoranc im Elternhaus in Frankfurt – Goethe spielte als Elfjähriger den Nero in Racines Britannicus – ebenso hingewiesen wie auf seine Haltung zum Russlandfeldzug Napoleons und zu den Befreiungskriegen. Immer wieder beeinflusst der Imperator das Werk des Dichters, ablesbar beispielsweise im West-Östlichen Divan, in Dichtung und Wahrheit und im Faust II.

In dieser Faktenfülle wird uns Johann Wolfgang von Goethe lebendig, seine Gedanken werden nachvollziehbar, selbst wenn wir sie – genau, wie sie damals schon auf Befremden stießen, nicht teilen.

JF

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