
Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch.
Mehdorn hat es mal wieder überall auf den Titel geschafft – nunja, so oft wird das nicht mehr passieren…
Der Spiegel
Gleich fünf Spiegelredakteure haben sich auf das Thema „Wem gehört das Wort?“ gestürzt. Worum es geht? Natürlich um die Digitalisierung, mit dem das Urheberrecht ausgehöhlt wird: „Autoren, verlage und Buchhändler sind schlecht auf diese massive Veränderung ihrer Geschäftsgrundlage vorbereitet“ – so da Fazit.
Unter „Der Sehnsuchtsexperte“ erinnert Nikolaus von Festenberg an Joseph Roth (Werke bei KiWi)
Frankfurter Rundschau
Der Theologe Friedrich Wilhelm Graf geht mit seiner Zunft hart ins Gericht: Missbrauchte Götter. Zum Menschenbilderstreit in der Moderne (C.H. Beck).
Rolf Spinnler war auf dem Marbacher Sympoium, das schon jetzt mal zum bevorstehenden 80. Geburtstag von Hans Magnus Enzensberger im November abgehalten wurde.
Süddeutsche Zeitung
Für die Süddeutsche war Volker Breidecker in Marbach auf der Enzensberger-Tagung.
Das Literaturhaus München stellt bis zum 7. Juni Marcel Proust im Spiegel seiner Korrespondenz vor. Jürgen und Reiner Speck haben den Katalog dazu herausgegeben: Cher ami/Votre Marcel Proust, Snoeck Verlagsgesellschaft
Barbara Engelking und Helga Hirsch haben zwei Dutzend repräsentativer Essays aus der polnischen Presse zusammengetragen. Thema: Polen und sein Verhältnis zu den Juden. Herausgekommen sind Unbequeme Wahrheiten. „Da die Deutschen in fast jeder polnischen Debatte über das Verhältnis zu den Juden offener oder verdeckter Bezugspunkt sind, sollte das Bändchen Pflichtlektüre für alle sein, denen an guten Beziehungen zu den Nachbarn gelegen ist“, meint Thomas Urban von dem Suhrkamp-Titel.
Johann Osel ist nicht so richtig überzeugt von der „etwas zu lustig geratenen Abrechnung mit den Politikern“ Robin Mishras in seinem bei Herder erschienenen Titel Wie ich lernte, die Politiker zu lieben – Ein Ratgeber für das Volk und seine Vertreter.
Franziska Augstein findet dafür Ilko-Sascha Kowalczuks Endspiel. Die Revolution von 1989 in der DDR (Beck) überzeugend, wenn auch etwas langatmig. Analytischer sei Andreas Rödders Deutschland einig Vaterland. Die Geschichte der Wiedervereinigung, ebenfalls bei Beck. Irritiert ist die Rezensentin allerdings von der „ungebrochenen Zustimmung“ der damaligen Politik.
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Neue Wirtschaftsbücher
Jesús Huerta de Soto Market Order and Entrepreneurial Activity (Verlag Edward Elgar) und Ludwig ErhardWohlstand für alle (Anaconda) – das Buch erschien erstmals 1957.
Auch Richard Kämmerlings war in Marbach zum Enzensberger-Symposium: „Was versteckt der Dichter im Safe?“ fragt er, und : „Ist er wenigstens in der Inkonsequenz konsequent?“
F.W. Bernstein kriegt den diesjährigen Wilhelm-Busch-Preis.
Jürgen Dollhase hat sich Am Beispiel des Hummers von David Foster Wallace (Arche) angesehen, ein schmales Büchlein, das es aber in sich hat. Wie eigentlich alles von DFW.
Lichtjahre entfernt heißt der Roman von Rainer Merkel (S. Fischer), eine „chaotisch-nüchterne Liebesbilanz“.
Annotationen
Radu Tuculescu Der Mikrowellenherd. Der Roman eines Plattenbaus in zehn Aufzügen (Verlag Johann Lehner).
Thoger Jensen Serpentine (Edition Rugerup).
Ein kiloschweres Werk: The story of Art – sein Schöpfer Ernst E. Gombrich wäre heute 100 Jahre als geworden. Swantje Karich erinnert an den Autor, und leider gibt es von seinem Werk keine aktuelle Ausgabe.
Financial Times Deutschland
Holtzbrinck will sich jetzt auch auf dem Download-Markt tummeln. steereo.de wird das neue Portal heißen, das im April starten soll. Es soll noch ehrgeizeiger sein als die VZ-Portale, die bei 250 Mio. Umsatz bisher allerdings Verluste machen. Für 10 Euro pro Monat soll man kostenlos Musik downloaden können.
Die Welt
„Heute müssen wir uns eingestehen, dass der angemessene Umgang mit der SED-Vergangenheit in etwa so verfehlt wurde wie bei unseren Eltern der angemessene Umgang mit der Hitler-Zeit“, bedauert der Schriftsteller Rolf Schneider.
Niels Graf von Waldersee untersucht das Phänomen der hohen Stimmen bei Frauen. In zweiter Auflage erscheint sein Ach, ich fühl‘s – Gewalt und hohe Stimme in zweiter Auflage beim Kulturverlag Kadmos.
Mit der Vossischen Zeitung starb eine ganze Epoche, meint Ernst Cramer und schreibt zum 75 Jahre später einen Nachruf auf eines der „wenigen Intelligenzblätter“ der Weimarer Republik. Die Ullsteins wollten als Juden damals nicht abwarten, bis die Nazis das Blatt verbieten würden und stellten es Ende März 1934 ein.