
Das war kein Aprilscherz: die Gründung der Edition Nautilus just am 1. April 1974. Vor genau 35 Jahren also.
Und bisher ist das Verlagsschiff (Kapitän Nemo lässt grüßen) nicht untergegangen. Über 30 Jahre gelang das ohne finanzielle Absicherung, und kein Rettungsschirm war in Sicht, während all der kleineren und größeren Krisen.
So ein bisschen angefangen hat alles aber schon im Jahr 1973. „Unsere ersten Broschüren, die wir ab 1973 herausbrachten, erschienen unter dem Reihentitel ‚Nautilus Flugschriften‘, erinnert sich Verleger Lutz Schulenburg. Und so war die Neu-Etablierung dieser Reihe im vergangenen Jahr – sozusagen im Vorgriff auf das Jubiläum – gleichzeitig ein bewusster Rückgriff auf die verlegerische Intention, „eingreifende Bücher herauszubringen“, womit auch gleich das verlegerische Credo beschrieben ist.

Politisch und literarisch Interessierten ist der kleine aber feine Verlag schon lange ein Begriff, erst in letzter Zeit verankerte er sich im Bewusstsein einer nach Hunderttausenden zählenden Leserschar: „Schuld“ daran ist Andrea Maria Schenkel, die mit ihrem Krimi Tannöd die Bestsellerlisten stürmte und dieser Tage mit Bunker ihren dritten Roman bei Nautilus vorlegt: Dass eine solche Autorin mit solchem Erfolg sich von keinem Verlag der Welt hat abwerben lassen – spricht unbedingt für den Verlag (und natürlich für die Autorin).
Im Gedenken an den legendären Herausgeber Franz Pfemfert wird dessen Zeitschrift Aktion bis heute weitergeführt: natürlich nicht mehr Opinion-Leader des Expressionismus, sondern anlehnend an Pfemferts ebenso freche wie engagierte Rubrik „Ich schneide die Zeit aus“ als politisches Blatt mit Themen, die gern auch mal in den „Goldenen 20ern“ wurzeln.
Eine Werkausgabe von Franz Jung hat Nautilus hingeklotzt – heute und bis in alle Ewigkeit ein Referenzwerk des abenteuerlich umgetriebenen Dichters, der auch schon mal (Anfang der 20er) ein Schiff entführte, nach Leningrad schipperte, um dann in Moskau mit Lenin einen Plausch zu halten …
Mit Autor Klaus Gietinger gelang es dem Verlag erst unlängst, eine neue Sicht auf die Ermordung von Liebknecht/Luxemburg zu werfen – und dabei klarzustellen, die die damaligen SPD-Machthaber à la Friedrich Ebert diesen Mord kaltblütig abgenickt haben. „Eingreifende Bücher“ halt.
So könnt man jetzt Titel für Titel aufführen. Von heute bis zurück ins Jahr 1974. Schauen Sie doch einfach mal ins Gesamtverzeichnis des Verlags unter www.edition-nautilus.de. Und notieren Sie für alle Fälle die neue Adresse, denn der Verlag hat ein neues Domizil:
Edition Nautilus, Schützenstr. 49a, 22761 Hamburg
Tel: 040/721 35 36, Fax: 040/721 83 99
Kontakt: info@nautilus.de
Möchten auch Sie Ihrer Buchhandlung/Ihrem Verlag zum Jubiläum gratulieren? Dann mailen Sie uns einen kleinen Text und ein Foto an redaktion@buchmarkt.de, Stichwort: Jubiläum







