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Bücher und Autoren heute in den Feuilletons – und der Zoff zwischen GEMA und YouTube

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch.

Frankfurter Rundschau

Die Subline ist verwirrend bis irreführend: „Wer ‚Der Wind in den Weiden’ nicht kennt ist zu beneiden“: Rezensentin Julia Kospach will damit aber nicht sagen, dass das von Harry Rowohlt für Kein & Aber eingelesene Hörbuch (6 CDs), nunja, entbehrlich sei: nein, im Gegenteil – sie schwärmt in höchsten Töne von Kenneth Grahames Werk. Es ist halt jeder zu beneiden, der es neu kennenlernen darf, meint sie.

Interview mit Pulitzerpreisträger Junot Días (Das kurze wundersame Leben des Oscar WaoS. Fischer): „Es ist der Terror, der fasziniert“.

Die GEMA und YouTube: Nach Streit um Gebühren um Gebühren und Urheberrechte sperrt YouTube die Musikvideos – und schon zittern die Plattenfirmen, denn YouTube ist für sie der billigste Werbekanal.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Alexander Müller ist nicht restlos überzeugt von Willy Vlautins Northline (Berlin).

Peter Urban-Halle bespricht zwei Hans Christian Andersen-Neuübersetzungen von Bilderbuch ohne Bilder: einmal von Literaturwissenschaftler Heinrich Detering (Reclam) und zum zweiten Ulrich Sonnenberg (Insel): Detering übersetze wörtlicher, Sonnenberg achte mehr aufs Lesevergnügen.

Annotationen
Hanns-Josef Ortheil Lesehunger (Luchterhand) und Patrick Leigh Fermor Die Zeit der Gaben (Dörlemann).

Auch hier der GEMA-YouTube-Streit: Dazu Marco Dettweiler: „Die Gema wird weniger Geld an ihre Künstler ausschütten können. Youtube verliert an Attraktivität, und die großen Labels müssen ihre Werbung wieder selbst machen.“

Süddeutsche Zeitung

„Intelligenter lesen“ kann man seit Oktober 2008 bei bilandia. Die junge Internetbuchhandlung von Julia und Gregor von dem Knesebeck bietet ganz neue Suchmöglichkeiten.

Der englische Schriftsteller David Lodge wird langsam schwerhörig. Das hat er zum Anlass genommen, daraus „eine leichte, freundliche und auf gemütliche Weise amüsante Geschichte“ zu fabrizieren. Erschienen ist Wie bitte? bei Karl Blessing.

Gemütlich ist die Lektüre Dantes nicht. Kurt Flasch bereitet derzeit eine Neuübersetzung in Prosa der Göttlichen Komödie vor, die auch nicht den Anspruch hat, besonders poetisch zu klingen. Klingt vielversprechend.

Neue Zürcher Zeitung

„Politik und Gedächtnis“: Offenbar ironiefrei und hoch wissenschaftlich geht es in dem Handbuch von Helmut König zu: Politik und Gedächtnis, Velbrück Wissenschaft. Warum dies Buch sonst nützt, konnte Urs Hafner auch nicht verstehen, denn es gibt keine Synthese, aber spannend fand er es.

„Tüftler und Phantast“, damit ist der Landwirt Franz Gsellmann (1910–1982) gemeint, der versuchte ein perpetuum mobile zu bauen. Klaus Ferentschik porträtiert den Erfinder, aber in Romanform. Titel: Der Weltmaschinenroman (Verlag Matthes & Seitz). Verkaufen Sie es lieber als Sachbuch, empfiehlt Martin Zingg.

Begeistert ist Uwe Stolzmann von Antonio José und Der Ruinenwächter von Havanna (Antje Kunstmann) unter er Überschrift „Null Essen, null Kino, null Kabarett“: „Ponte würzt mit Ironie, mit feiner, ätzender Dosis“, so der Rezensent.

Kurz besprochen werden unter:

>“Computerkind“: Erkki Ahonen: Blackboxbaby, Waldgut-Verlag
> „Klaviergefühle“: Robert Musil – Ironie, Satire, falsche Gefühle, herausgegeben von Kevin Mulligan und Armin Westerhoff. Mentis-Verlag
> „Schwarz wie Berlin“: Sven Regener: Der kleine Bruder, Eichborn
> „Ödipus, lesend, schreibend“: Peter-André Alt, Thomas Anz (Hrsg.), Sigmund Freud und das Wissen der Literatur, De Gruyter

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