
Klaus Willberg wird heute 50 Jahre alt. Adrienne Hinze gratuliert dem Thienemann-Verleger zum Geburtstag:
Über den privaten Klaus Willberg weiß man gemeinhin ungefähr so viel wie ein üblicher Klappentext über Autoren aussagt: Klaus Willberg ist seit 2002 Verleger im Thienemann Verlag und lebt in Asperg bei Stuttgart. Wenn man ihn etwas besser kennt, dann lässt sich dies vielleicht noch ausschmücken mit folgenden Stichpunkten: verheiratet, eine Tochter, viele Ehrenämter. Sein 2003 verstorbener Vater war der bekannte Buchgestalter Hans Peter Willberg – weshalb Klaus Willberg schon in seiner Kindheit auf dem einen oder anderen berühmten Illustratoren- bzw. Autorenschoß hoppe hoppe Reiter spielte und dies in ihm den Wunsch wach gerufen haben dürfte, Kinder- und Jugendbuchverleger zu werden. Ah ja, genau! Und er wird 50 Jahre alt.
Wenn man Klaus Willberg noch etwas besser kennt, sollte man sich stählerne Nerven zulegen. Denn dann wird man unweigerlich mit ihm Essen gehen. Und er wird unweigerlich und unmissverständlich seine Meinung über die getätigte Bestellung seines Gegenübers verkünden. Das hört sich dann etwa so an: „Was nimmst du?“ „Nudeln mit Pilzen.“ „Aber die Pilze können doch zu dieser Zeit unmöglich frisch sein.“ „Ist mir egal.“ „Ja, das kann dir doch nicht EGAL sein!“ Über den Ausgang des Disputs möchte ich an dieser Stelle schweigen, nur so viel: Wenn dann die getrockneten Pilze auf dem Tisch liegen, geht der Kampf erst richtig los. Da wird jede Gabel, die man zum Mund führt, kommentiert – oder zumindest misstrauisch beäugt. Kann ja nix sein, das getrocknete Zeug! Besser ist es, Klaus Willberg nach Rezepten zu fragen. Seien Sie gewiss: Es wird nicht ein Gericht geben, bei dessen Herstellung er nicht aushelfen kann.
Diejenigen, die ihn richtig gut kennen, sind möglicherweise schon von Klaus Willberg bekocht worden. Es geht die Mär, dass er das sehr gut kann. Dies – ich möchte das betonen – kann ich leider nicht bestätigen. Dafür aber, dass er ein Talent hat, den Dialekt seiner Kinderstube nachzumachen: „Isch hätt gern e Schnibbelsche Flaaaschworscht.“
Wer für ihn arbeitet, hat’s nicht eben leichter. Ich erinnere mich noch genau, als ich den ersten Buchmessen-Stand für die avj betreuen sollte, dessen Vorsitzender er damals schon war. Ich fragte ihn vorab, wie lange der Aufbau wohl dauern würde. „Eine halbe Stunde“, sprach`s und verschwand. Nach gefühlten 30 Stunden machte ich mich den Tränen nah zur abendlichen Messe-Eröffnung und berichtete von dem Grauen. „Ach, da mussten wir alle durch“, war seine Reaktion. Gut, dass ich zu schwach war, um zu treten.
Klaus Willberg ist nicht leicht durchschaubar, er ist nicht immer bequem, und die Worte liegen ihm nicht eben auf den Lippen. Aber er ist immer eines: verlässlich, handelnd, entscheidungsfreudig. Wenn es hart auf hart kommt, dann hilft er und berät, dann versteht er – und steht immer im Schulterschluss mit seinen Leuten. Manchmal braucht es auch in der Buchbranche nicht zwingend viele Worte. WIL – sein Namenskürzel sicher schon seit seiner Geburt. Eben dieses Kürzel, das beim Tippen in eine Worddatei automatisch und außerhalb jeglichen Lerneffekts (ich spreche aus leidvoller Erfahrung!) das fehlende „l“ ergänzt, als würde WILL persönlich dafür sorgen. Tut er wahrscheinlich auch.
Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, lieber Klaus!
Kontakt: willberg@thienemann.de
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