
Die Menschen drängen sich heute Abend im, wie sein Leiter Achim Frenz sagte, „schönsten Museum der Welt“, um Blicke auf 168 Zeichnungen, zehn Großobjekte, sieben Skizzenbücher, 34 erstmals und einmalig gezeigte Gemälde, Bücher, Socken mit Comic-Motiven und einen riesigen begehbaren Cartoon – Löhleins Katze –, angefertigt von Henner Drescher, zu werfen:
Die Ausstellung zu Ehren Hans Traxlers, der am 21. Mai seinen 80. Geburtstag feiert, wurde soeben zuerst vor dem und dann im Caricatura Museum Frankfurt [mehr…] eröffnet.
Jan Gerchow, Direktor des Historischen Museums Frankfurt, begrüßte die Gäste vor dem Leinwandhaus auf dem Weckmarkt, Felix Semmelroth, Kulturdezernent, würdigte das Werk Hans Traxlers. Für entsprechende musikalische Begleitung sorgten Christina Schmid, Nohad Becker und Hilko Dumno – Rossinis Katzenduett in Anspielung auf das Plakatmotiv und den Titel der Ausstellung, Löhleins Katze – Traxler Cartoons, fand Gefallen.
Zur Exposition erschien ein 384 Seiten starker Katalog Traxler Cartoons im Verlag Philipp Reclam jun. Stuttgart, herausgegeben von Achim Frenz und bei dieser Materialfülle zum durchaus erwähnenswerten Preis von 20 Euro zu haben.
Wenn Hans Traxler auf 60 Jahre Karikaturen, Zeichnungen und – als Ausgleich, wie er selbst sagt – Gemälde zurückblickt, sind das viele Tausende Blätter, mehr als 14000 Blätter, 90 Prozent davon, werden im Caricatura Museum aufbewahrt; verständlicherweise kann nur ein kleiner Teil davon gezeigt werden, der Schwerpunkt liegt auf den Arbeiten ab 1990.
Selbstverständlich fehlen Zeichnungen aus dem legendären Die Wahrheit über Hänsel und Gretel nicht, erstmals 1963 bei Bärmeier und Nikel, Frankfurt erschienen. Zu sehen ist natürlich auch die Birne. 30 eigene Bücher sind es im Laufe der Jahre geworden, 25 weitere hat Hans Traxler illustriert und zum Teil mit herausgegeben, eine Ende ist nicht abzusehen: Gegenwärtig gibt es verschiedene Projekte, an denen der Altmeister arbeitet, einen Shakespeare für Kinder, dem dritten Band der Alpen-Trilogie und an einem weiteren Vorhaben, das er nicht verraten will. Außerdem illustriert er Erich Kästner [mehr…].
Mit Chlodwig Poth, F. K. Waechter, Robert Gernhardt und F. W. Bernstein arbeitete Hans Traxler bei pardon, 1979 gründete er die Titanic mit, das letzte Titelblatt für das Satiremagazin zeichnete er 1988. Viele Titanic-Leute waren heute Abend gekommen, Hans Zippert hielt eine launige Rede und unterbreitete einige Vorschläge für beispielsweise Nachtöffnungszeiten des Caricatura Museums.
Hans Traxlers Rezept für ein erfolgreiches Leben ist eigentlich eine Binsenwahrheit: „Man muss sein Ding machen“, sagt er. Bewiesen hat er es immer wieder aufs Neue und seinen unverkennbaren Stil geschaffen.
Die Ausstellung im Caricatura Museum Frankfurt ist noch bis zum 26. Juli 2009 zu sehen.
JF