
Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch.
Frankfurter Rundschau
„Schwedische Literatur – mehr als Krimis“ hieß eine Tagung Ende April in Wien. Julia Kospach berichtet.
Barbara von Becker hat sich den Job von Irene Dische (HoCa) angesehen – also nicht den am Schreibtisch. So heißt der neue Roman, der vom Innenleben eines kurdischen Killers erzählt.
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Scardanelli heißt der neue Gedichtband von Friederike Mayröcker (Suhrkamp) – Sabine Doering ist begeistert.
„Feiern, bis der Ring kommt“ – so Marius Meller über Susanne Heinrichs neuen Roman So, jetzt sind wir alle mal glücklich (DuMont).
Annotationen
Walle Sayer Kerngehäuse (Klöpfer & Meyer) und Björn Kuhligk Von der Oberfläche der Erde (Berlin).
Die Welt
Arnulf Baring hat sich Jan Fleischhauers Unter Linken (Rowohlt) angesehen: „Da muss man ja konservativ werden“.
Hubertus Knabe über die neun Monate dauernden Verhöre des Schriftstellers Jürgen Fuchs: „Er diktierte, bis dem Vernehmer der Arm schmerzte“. Aber nur seine politischen Ansichten. Die Hintergrunde seines viel zu frühen Todes 1999 sind übrigens bis heute nicht richtig aufgeklärt: Blutkrebs sei es gewesen…
Süddeutsche Zeitung
Alex Rühle hat Google besucht. Und da erfahren: „Wir wissen noch gar nicht, was möglich ist, wir haben erst ein Prozent des Netzes ausgeschöpft.“ Das klinge nicht nur nach einem Versprechen, meint Rühle. Sicher nicht nur er.
Roswitha Budeus-Budde hat sich Jackaroo von Cynthia Voigt (Carlsen, Junge Bibliothek der SZ) angesehen – „literarisch anspruchsvoll“.
Ein „Bilderroman“: Waltz with Bashir (Atrium) von Ari Folman und David Polonsky.
Karl-Heinz Bohrer sucht Das tragische (Hanser) – Johan Schloemann rezensiert.
Hans-Peter Kunisch war in Berlin im Seminar von Richard Powers, der dort die Samuel-Fischer-Gastprofessur innehat.
Neue Zürcher Zeitung
„Warten auf den Kadi“, muss jetzt der türkische Autor Nedim Gürsel. Er ist in der Türkei wegen „Verunglimpfung religiöser Werte“ angeklagt. Zum Termin, dem 5. Mai, traf man sich vor Gericht, vertagte sich aber sogleich. Sein letztes Werk, „Allahs Töchter“, soll „den Propheten, die monotheistischen Religionen, ihre Prinzipien, ihre heiligen Schriften und ihren religiösen Kultus“ herabgewürdigt und beleidigt haben, lautet die Anklage. Auf Deutsch ist zuletzt Sieben Derwische im Insel Verlag erschienen.
Bereits letzte Woche ist die schottische Lyrikerin Carol Ann Duffy zur Poet Laureate ernannt worden. Da diese Ehrung in Großbritannien hohe Wellen geschlagen hat, schiebt die Zeitung unter „Aufsässige Familiendichterin“ einen Bericht über die Reaktionen hinterher. Insbesondere „Duffys von ihr selbst offen kommunizierte sexuelle Orientierung fehlten in nur wenigen Artikeln: Zehn Jahre hatte sie mit einem Mann zusammengelebt, dem Schriftsteller Adrian Henry; die darauf folgenden zehn Jahre verbrachte sie mit einer Frau, der Dichterin Jackie Kay“, so Marion Löhndorf. Mit dem Preis lässt sich weiterhin vieles aushalten: Er ist mit etwas weniger als 6000 Pfund im Jahr und 600 Flaschen Sherry dotiert.
Auf Deutsch ist noch nichts von ihr erschienen. Auf Englisch halten die Barsortimente als letzte Veröffentlichung The Lost Happy Endings (Bloomsbury) bereit.