Die österreichische Autorin Gabi Kreslehner hat am gestrigen Sonntag in Weinheim den Peter-Härtling-Preis für ihren ersten Roman entgegengenommen [mehr…]. Er ist bei Beltz & Gelberg unter dem Titel „Charlottes Traum“ erschienen.
Juror Hans Joachim Gelberg erinnerte an die Richtlinien der Preisverleihung, die phantasievolle Texte wünschen, die sich freilich „stets an der Wirklichkeit“ orientierend an den Leser wenden.
Gelberg und Peter Härtling selbst, der krankheitsbedingt an der Verleihung nicht teilnehmen konnte, seine Rede aber vom Jury-Kollegen Dr. Tilman Spreckelsen verlesen ließ, nahmen kritisch die Fantasy-Literatur für Kinder und Jugendliche unter die Lupe.

Gelberg: „Diese Höhlen-Literatur voll rätselhafter Ereignisse, in der viel passiert, ohne dabei selbst in Gefahr zu kommen, ist letzten Endes eine Flucht aus der Wirklichkeit.“
Härtling ging sogar noch weiter: „Unter Mitwirkung von Internet und Televisions-Monstern nehmen jene psychischen Verwerfungen zu, die den Nervenärzten Arbeit bringen.“ Gabi Kreslehners Charlotte indessen, so der Autor, „weiß mit dieser Wirklichkeit, die schmerzt, umtreibt, Hoffnungen austreibt oder schenkt, umzugehen, sie übt Leben und Lieben“.