
Franz-Christoph Heel wird heute 50 Jahre alt. Christian von Zittwitz gratuliert dem Verleger zum runden Geburtstag:
Es ist gut, wenn nicht jeder gut gemeinte Ratschlag auch befolgt wird. Es muss 1980 gewesen sein, als Franz-Christoph Heel uns in der Redaktion besuchte: Er studierte noch Jura, hatte aber nebenher einen Konzert-Almanach verlegt. Dieses erste Buch seines Verlags konnte sich 20 Jahre am Markt behaupten und wurde erst durchs Internet abgelöst.
Aber schon damals hatte Heel eine Spürnase für Trends. Ein Freund sagt bewundernd: „Jede noch so kleine Nische wird besetzt und erfolgreich vermarktet.“ So war er aufgrund seines Studiums auch auf die Idee gekommen, ein Illustriertes Strafgesetzbuch zu verlegen: „Auch Juristen sollten etwas zu lachen haben – dafür trete ich ein!“ Das war übrigens damals der Anlass für seinen Redaktionsbesuch bei uns – ich habe ihm, wenn ich mich richtig erinnere, bei dieser Gelegenheit dringlichst vom Verlegerberuf abgeraten. Nicht auszudenken, wenn er meinem Rat gefolgt wäre: Es hätte große Verkaufserfolge wie das Buch mit Manta-Witzen (Auflage 200.000, alle selbst ausgedacht mit seinem Freund und Co-Autor Olaf Schumacher) oder „Fax – das Buch“ (wieder von Olaf Schumacher, diesmal überschritt die Auflage sogar die Millionengrenze) nicht gegeben, und auch nicht den jährlichen Armbanduhrenkatalog, der jährlich in über 20 Ländern und sieben Sprachen erscheint.
Eigentlich hatte der Oldtimer-Liebhaber („sammeln, fahren, aber auch selber restaurieren!“) Lehrer oder wenigstens Jurist werden sollen: Seine Familie hat eine in vier Generationen zurückreichende Lehrertradition. Dieser Tradition ist der gebürtige Bonner dann trotzdem verbunden geblieben: Mit seinem älteren Bruder Ernst-Martin führt er das seit 129 Jahren in Familienbesitz befindliche Ernst-Kalkuhl-Gymnasium in Bonn-Oberkassel (ja, so was gibt es – und man kann in einem solchen Gymnasium auch schön ein Verlagsjubiläum feiern – und lachen. s.o.).
Lachen kann Heel auch jetzt, trotz „dieser mehr als lästigen Krise“, die er optimistisch angeht. Er baut auf ein „erfolgreiches Durchstarten“ mit seiner neuen rechten Hand Holger Baumann. Auch von Midlife-Crisis will er jetzt zu seinem 50. Geburtstag am 17.Mai noch nichts wissen; („Fragen Sie mich an meinem 80. Geburtstag noch einmal“). Der Verlag ist sein Leben und wohl auch seine Familie – „ein toller Ameisenhaufen, den er umsorgt und von dem er umsorgt wird“, wie sein Freund Ludwig Dohse sagt.
So muss man sich wohl die perfekte Balance zwischen Arbeiten und Leben vorstellen: Seine Frau Antje ist auch Verlegerin (Edition Lempertz). Und vom Verlag in Königswinter ist es nicht mehr weit an die Mosel. Dorthin kann sich der leidenschaftliche Wasserskifahrer auch schnell mal auf sein Boot zurückziehen.
Kontakt: fc.heel@heel-verlag.de
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