Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung wird 60, daher erinnert sie in ihrer diesjährigen Frühjahrstagung an die Gründungszeit der Akademie und reflektiert zugleich die heutige Rolle von Akademien. Zur Eröffnung erinnern sich morgen im Haus der Berliner Festspiele die Schriftsteller Wilhelm Genazino, Barbara Honigmann, Brigitte Kronauer, Lutz Seiler, Arnold Stadler und Josef Winkler unter dem Titel Wiederfinden. Ein Abend des Erinnerns an Wolfdietrich Schnurre, Thomas Brasch, Hans Henny Jahnn und andere Kollegen aus der Nachkriegszeit.
Die Feier zur Verleihung der Akademie-Preise, die traditionell am Ende einer jeden Tagung steht, findet am Sonntag im Stadtmuseum Berlin statt. Dann wird die Übersetzerin Susanne Lange mit dem Johann-Heinrich-Voß-Preis für ihre Übersetzungen aus dem Spanischen, insbesondere für ihre Neuübersetzung des Don Quichote von der Mancha ausgezeichnet. Der britische Germanist Nicholas Boyle erhält den Friedrich-Gundolf-Preis für die Vermittlung deutscher Kultur im Ausland.
Flankierend zur Tagung zeigt das Literaturhaus Berlin die Ausstellung Doppelleben. Literarische Szenen aus Nachkriegsdeutschland. Unter Benutzung der relevanten Archive in Ost und West versammelt die Ausstellung eine Fülle zum Teil unbekannter Materialien, um das Mit- und Gegeneinander der verschiedenen Akteure, die vielfältigen Initiativen des kulturellen Aufbruchs ebenso wie die Widerstände der alten und neuen Seilschaften vorzuführen. Die Ausstellung, die noch bis zum 12. Juli zu sehen ist, wird ab September in Frankfurt, danach in München, Hamburg und Leipzig gezeigt. Eine zweibändige Begleitpublikation erscheint im Wallstein Verlag.
Informationen unter www.deutscheakademie.de