
Gestern Abend stellte im „Monarch“, einer Bar am Kottbusser Tor in Berlin, Peter O. Chotjewitz seinen zweiten Erzählungsband „Fast letzte Erzählungen 2“, der soeben im Verbrecher Verlag erschienen ist, vor.
In der wöchentlichen Lesereihe „Verbrecherversammlung“ las er aus dem aktuellen, wie auch aus dem vor zwei Jahren erschienen Vorgängerband. Während der gut anderthalbstündigen Veranstaltung unterhielt er die anwesende Zuhörerschaft mit Erzählungen, Gedichte und einem „Kurzroman“.
Chotjewitz, der im nächsten Monat seinen 75. Geburtstag feiert, las gewohnt charmant seine immer auch autobiographisch geprägten Erzählungen. Diese zeigen nicht nur das Vergangene, sondern reflektieren gleichzeitig ausgiebig die aktuellen Zeitläufe.
Bei Chotjewitz ist das private schon immer politisch gewesen und diese Haltung zieht sich durch all seine Werke. Wie man es von ihm kennt, war er trotzig, witzig, charmant und gut gelaunt. Als gutes Beispiel seiner widerständigen Art kann man die Erzählung „Phantombild“ nennen, in der er seinen eigenen Lebenslauf so kurz und präzise aufs Blatt wirft, dass es spätere Biographen schwer haben werden, dies zu übertreffen.
Zur besonderen Erheiterung trug bei, dass Chotjewitz seine Verleger und deren Zusammenarbeit mit ihm des öfteren zur Zielscheibe seiner Kommentare machte… Das Erscheinen des neuen Buches wurde im Kreise einiger politischer und literarischer Weggefährten noch ausgiebig gefeiert.
Jan Krauss