Da hat sich schon mancher die Augen gerieben, wie dürftig libreka! ausgestattet ist – die Plattform funktioniert zwar, wenn aber kaum etwas dort die Begehrlichkeit der Kunden weckt, passiert auch nichts (wofür die Plattform nichts kann). Der AkS macht jetzt seinem Unmut in einem Offenen Brief Luft – der sich vor allem an die Publikumsverlage richtet:
„Auf unserer vergangenen AkS-Jahrestagung“, heißt es im Brief, „hat sich der Arbeitskreis unabhängiger Sortimente u.a. auch intensiv mit dem aktuellen Branchenthema – dem Verkauf von elektronischen Büchern – befasst. Wir freuen uns, dass für unser buchhandelseigenes Portal libreka! inzwischen eine gute Lösung gefunden wurde, auch den stationären Buchhandel mit in die Vertriebskette zu integrieren. So ist für uns ein akzeptables Modell der Honorierung unseres Engagements vor Ort, d.h.
o persönliche Beratung unserer Kunden im Hinblick auf Handhabung und Erwerb von E-Books
o Demonstration und Aufklärung in der Buchhandlung
o Hinführung zu libreka! durch Einbindung in unsere Homepages
geschaffen worden.
In den letzten Wochen zeigt sich nun in unseren Geschäften, dass durchaus viele Kunden Interesse an dem neuen Medium zeigen, aber nicht im Internet, sondern bei uns – in ihren Buchhandlungen – Rat und Hilfe erwarten. Wir fühlen uns für diese neue Aufgabe gerüstet, was aber können wir unseren Kunden bieten?
Die bitteren Tatsachen:
Mit dem heutigen Datum stehen in libreka! genau 11.605 elektronische Bücher zum Verkauf zur Verfügung. Wenn man sich nun etwas näher anschaut, welche Titel dort erworben werden
können, ergibt sich folgendes Bild:
Bereich Naturwissenschaften / Informatik / Technik 6.318 Titel
Bereich Sozialwissenschaften 3.504 Titel
Bereich Geisteswissenschaften 1.160 Titel
Bereich Ratgeber 275 Titel
Bereich Belletristik 185 Titel
Bereich Reise 3 Titel
Bereich Div. 160 Titel
„Hier zeigt sich nun die eklatante Lücke. Wo befinden sich die aktuellen Bestseller, die Ratgeber, die Reiseführer, die Brotartikel? Die erweiterte Suche nach Piper, Goldmann, Rowohlt, Lübbe, Heyne – nur um ein paar zu nennen: Fehlanzeige!
Angesichts dieser Tatsache erinnern wir an die Entscheidung des letzten Branchenparlaments siehe Pressemitteilung des Börsenvereins vom 4.5.2009. („Diese eindeutige Haltung der Mitglieder des Branchenparlaments – in Richtung libreka! – ist ein starkes Signal, Einzelinteressen der Zukunft nicht in den Weg zu stellen“.) Die Praxis widerspricht dieser Aussage (noch?)! Nun sind Taten gefordert!
Liebe Verlage, das unabhängige, inhabergeführte Sortiment stellt sich der Aufgabe, elektronische Bücher zu verkaufen. Wir haben ein brancheneigenes unabhängiges Instrument, das die Voraussetzung bringt, allen Beteiligten ihren Anteil an der Wertschöpfungskette zu garantieren. Wir müssen es nur nutzen. Stellen Sie Ihre E-Books bei libreka! ein und wir alle
können sie verkaufen.
Der AkS-Sprecherkreis